Na Logo Wer sich hinter dem Designmöbelhersteller COR verbirgt

Es gibt so viele Marken – aber wer und was steckt eigentlich hinter COR, dem Designmöbelhersteller aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück?
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Man sieht sich als Marke für Ästhetik und moderne Handwerkskunst – unabhängig von Trends und Moden. Quelle: COR
Stühle von COR

Man sieht sich als Marke für Ästhetik und moderne Handwerkskunst – unabhängig von Trends und Moden.

(Foto: COR)

Name: COR.

Gegründet: 1954 startete Helmut Lübke die Fabrik für Polstermöbel mit seinem Vater sowie Adolf Fürst zu Bentheim-Tecklenburg. Der 1967 verstorbene adelige Mitgründer brachte einen Schatten über die Firmengeschichte: Er galt als früher Fürsprecher Adolf Hitlers.

Sitz: Im westfälischen Rheda-Wiedenbrück, Kreis Gütersloh – unter anderem auch die Heimat des Fleisch-Imperiums Tönnies.

Besitzer: Industriedesigner Leo Lübke, damals 31, übernahm 1995 die Leitung vom Vater. 2006 starb der Senior, der bis zuletzt die damalige Schwesterfirma Interlübke führte.

Das Logo: Der Firmenname in schwarzen Versalien. „COR“ ist lateinisch – und bedeutet Herz.

Zahlen, bitte! Für 2018 meldete COR mit 220 Mitarbeitern einen Umsatz von 40 Millionen Euro – leicht über Vorjahr. Gewinnzahlen gibt es im Bundesanzeiger für 2017: Damals waren’s rund 570.000 Euro. Hauptabsatzmärkte: Westeuropa und die USA.

Bekannt für: Zeitlos moderne, puristische Sofas, die mit hochwertigen Materialien in Deutschland gefertigt werden. Longseller ist das Elementmöbelprogramm Conesta, 1964 entworfen von Friedrich-Wilhelm Möller. Anschließend arbeiteten auch die Designer Luigi Colani und Peter Maly für COR.

Die Kundschaft: Wer sein Eigenheim nach dem Auszug der Kinder für die nächsten Jahrzehnte neu einrichtet, ist mit COR gut bedient. Zu den Kunden gehören auch Architekten und professionelle Einrichter, die Sitzmöbel für Lounges und Hotellobbys suchen. Auch Kreuzfahrtschiffe hat COR schon ausgestattet.

Philosophie: Man sieht sich als Marke für Ästhetik und moderne Handwerkskunst – unabhängig von Trends und Moden.

Die Realität: Kleinere Möbelmarken wie COR haben es nicht leicht, weil viele Fachhändler verschwinden. Die Schwesterfirma Interlübke musste Leo Lübke 2014 nach Verlusten verkaufen. COR arbeitet daran, an gewinnträchtigere frühere Zeiten anzuknüpfen – auch durch die Reorganisation der durch Handarbeit geprägten Fabrik. Das Auslandsgeschäft soll ebenfalls ausgebaut werden, vor allem in Asien und Australien.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°4/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 24. Mai 2019 am Kiosk erwerben.

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