Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Außenansicht Die Schwäche des Pfunds ist eine Chance

Das britische Pfund hat seit Mitte 2007 gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner um 27 Prozent an Wert verloren. Wie viel davon auf die globale Finanzkrise zurückgeht, ist noch nicht klar. Eine Erholung ist nur möglich, wenn Großbritannien mit aller Entschiedenheit die exportorientierte Wirtschaft stärkt. Ein Gastbeitrag.
  • David Owen
Kommentieren

HB. Jedenfalls kann das Pfund als viertwichtigste Reservewährung der Welt sich wieder erholen, wenn ausreichende interne Disziplin gewahrt wird. Die britischen Exporteure können die Pfundschwäche nutzen, um die Ertragslücke wenigstens teilweise zu schließen, die das fast unvermeidliche Schrumpfen des Londoner Finanzzentrums verursachen wird.

Die Banken werden weniger Risiken eingehen und langweiliger werden. Es wird nicht mehr die astronomischen Erträge der Boomjahre geben, aber dafür auch keine Bankenzusammenbrüche oder Rettungen, die der Steuerzahler finanzieren muss. Die Blair-Brown-Regierung hätte die Hinweise der EU-Kommission auf die Anfälligkeit der britischen Wirtschaft beherzigen sollen. Und sie hätte auch die vorausschauenden Warnungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der G8-Runde ernster nehmen sollen, die auf die gefährlichen Exzesse im globalen Finanzsystem hingewiesen hat.

In der Euro-Zone hatte Deutschland unter den Kanzlern Gerd Schröder und Merkel die Disziplin und auch die kooperativen Strukturen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Aber nur wenige andere Teilnehmer der Währungsunion haben das auch geschafft. Die Unterschiede zwischen mindestens fünf Euro-Zonen-Ländern und dem Rest vertiefen sich. Die Märkte reagieren darauf mit größeren Zinsabständen. Soziale Konflikte in den betreffenden Ländern nehmen zu. Längerfristig könnte es sinnvoll sein, die Staatsanleihen in der Euro-Zone zusammenzufassen, aber kurzfristig ist das unrealistisch.

Nur ein Verrückter außerhalb der Euro-Zone kann sich wünschen, dass sie zerbricht, aber nur ein Verrückter in ihr kann annehmen, das könne auf keinen Fall geschehen. Und man muss als Brite verrückt sein, um sich eine weitere Abwertung des Pfunds zu wünschen. Als Nicht-Brite muss man allerdings ebenso verrückt sein, um zu glauben, das werde schon nicht passieren. Ausländische Kapitalgeber und Investoren werden das Pfund misstrauischer betrachten als den Dollar.

Wenn eine Währung abgewertet wird, ist das eine Niederlage, aber auch eine Chance. Für Großbritannien ist es eine große Chance. Nun gibt es nur eine Priorität: das exportgetriebene Wachstum zu maximieren. Dafür müssen die öffentlichen Ausgaben und die Wirtschaftspolitik rücksichtslos nur dieses eine Ziel verfolgen. Doch ich sehe bislang viel zu wenig davon und zu viel allgemeine Ausgabensteigerung. Großbritannien muss aber viel klarer den Schwerpunkt dort setzen, wo jetzt Mittel und Anstrengungen nötig sind.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Außenansicht: Die Schwäche des Pfunds ist eine Chance"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%