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Cornelius Maas Welche Maßnahmen Digital-Health-Start-ups in der Coronakrise ergreifen sollten

Die hohe Nachfrage nach Digital-Health-Angeboten dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Branche gewaltige Risiken drohen, schreibt Cornelius Maas, Investment-Manager bei SHS, einem 130 Millionen Euro scheren Risikokapitalfonds.
22.04.2020 - 17:42 Uhr Kommentieren
Investor Cornelius Maas analysiert Digital-Health-Start-ups in der Coronakrise. (SHS-Capital)
Cornelius Maas

Investor Cornelius Maas analysiert Digital-Health-Start-ups in der Coronakrise. (SHS-Capital)

Viele Unternehmen und Entscheidungsträger haben in den letzten Wochen erkannt, dass eine Videokonferenz genauso oder aber vielleicht sogar noch effizienter sein kann als ein physisches Meeting. Ähnliche Effekte lassen sich im Gesundheitswesen beobachten: Vor allem Telemedizin- und Online-Therapie-Anbieter erleben aktuell eine besonders hohe Nachfrage. Und das vollkommen zurecht, denn derartige Angebote könnten auch in einer Regelversorgung signifikante Mehrwerte für Patienten, Betroffene und das Gesundheitssystem als Ganzes bieten.

Doch das Beispiel eines kalifornischen Videokonferenz-Anbieters zeigt gleichzeitig auch, mit welchen Fallstricken ein enormer, kurzfristiger Nachfragesog verbunden sein kann. Man kann nur hoffen, dass auch die hiesigen führenden Anbieter im Digital Health Bereich davon lernen werden, wäre es doch fatal, wenn die nunmehr gesteigerte Aufmerksamkeit von Politik, Krankenkassen und Co. durch Versäumnisse im Datenschutz bzw. in der Security verspielt werden würde.

Die stark gestiegene Aufmerksamkeit für Digital-Health-Anbieter ist zwar von Vorteil, jedoch darf man sich nicht täuschen, dass auch die Digital Health Branche von der aktuellen Krise beeinträchtigt sein wird. So bleibt noch abzuwarten, ob das Digitale-Versorgung-gesetz (DVG) tatsächlich in der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorgegebenen Frist umgesetzt werden kann.

Fraglich bleibt auch, ob Ärzte und insbesondere die Hausärzte langfristig von den digitalen Behandlungsmethoden überzeugt werden können. Da sie die Anwendungen verschreiben, etablieren sie DiGAs letztlich am Markt. Auch noch aufzusetzende Prozesse hinsichtlich der Verschreibung und Abrechnung werden vermutlich länger brauchen als ursprünglich angenommen.

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    Der “Cash is King”-Parole folgen

    Die Digital Health Unternehmen sind gut beraten, wenn sie der von vielen Venture Capital Fonds in die Portfolio-Unternehmen getragene „Cash is King“-Parole folgen und ihre eigenen Budgets kurzfristig hinterfragen, um die ein oder andere Investitionen vielleicht vorerst zu schieben. Nicht zuletzt sollten außerdem alle staatlichen Förder- und Kredittöpfe geprüft werden, ob sie nicht zur Erweiterung der eigenen Liquiditätsreichweite beitragen können. Die Website des BVK stellt hierzu eine gute erste Anlaufstelle inklusive nützlichen Q&A-Dokumenten zur Verfügung.

    Sicherlich wird kurzfristig das Angebot von Kapital auf dem Venture Capital Markt zurückgehen, wobei die Nachfrage nach Kapital unter anderem aufgrund der oben genannten Faktoren steigen wird. Wie sich das auf Bewertungen und Exits im Digital Health Bereich auswirken wird, ist jedoch aktuell noch nicht abzusehen.
    Losgelöst von den Herausforderungen, die sich aus der derzeitigen Situation ergeben, sollte die gesteigerte Aufmerksamkeit für digitale Gesundheitsanwendungen von den Digital Health Playern unbedingt genutzt werden, um mit den Entscheidungsträgern in Politik, Krankenkassen, Ärzteschaft noch stärker in den Dialog zu treten.

    Gleichzeitig sind auch die Entscheider in den zuständigen Institutionen sowie die Politik gefordert, darauf zu achten, dass man die Vorreiterrolle Deutschlands mit Aufsetzung des DVGs nicht mit einer anderen deutschen Tugend wieder zunichtemacht, wenn ein überwältigender Bürokratie-Prozess den Digital Health Firmen abverlangt wird, um vom Hausarzt verschrieben und anschließend abgerechnet werden zu können.

    Letztlich wird die Digital Health Branche nur durch einen engen Dialog mit den zuständigen Institutionen ihren nachhaltigen Durchbruch verzeichnen. Dabei ist das Potential für beide Seiten und damit für das Gesundheitswesen sehr hoch - unter der Voraussetzung, dass die Unternehmen ein evidenzbasiertes digitales Angebot für den Patienten schaffen.

    • Cornelius Maas
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