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Prof. Curt Diehm

Expertenrat – Prof. Dr. Curt Diehm Wie Chefs den Corona-Blues besiegen – und Mitarbeiter stärken

Das Coronavirus und der November-Lockdown schlagen nicht nur Führungskräften aufs Gemüt. Mit diesen Tipps wird die dunkle Jahreszeit erträglicher.
22.11.2020 - 10:00 Uhr Kommentieren
Den Tag mit einer Yoga-Einheit zu beginnen, kann auch gegen den Corona-Blues helfen. Quelle: obs
Entspannungsübung

Den Tag mit einer Yoga-Einheit zu beginnen, kann auch gegen den Corona-Blues helfen.

(Foto: obs)

Angela Merkel wird nicht müde, die Bevölkerung auf einen harten, dunklen Winter einzustimmen – trotz der vielversprechenden Impfstoffnachrichten der Mainzer Firma Biontech. Uns allen dämmert, dass der Mini-Lockdown im November nicht das Ende, sondern lediglich der Anfang strenger staatlicher Corona-Maßnahmen ist, die sich über Monate hinziehen werden.

Zum in dieser Jahreszeit üblichen „November-Blues“ gesellt sich derzeit mit Macht der „Corona-Blues“, eine gefährliche Mischung für Körper und Seele. Bei vielen Menschen stellt sich eine zunehmende Corona-Müdigkeit ein.

Während gerade in der Wirtschaft im ersten Lockdown bemerkenswert viele Mitarbeiter die neue Normalität rasch akzeptierten und erlernten, sackt derzeit die Widerstandskraft in den Keller. Gerade Führungskräfte sind besonders gefordert. Sie müssen nicht nur auf sich selbst und ihre Familien achten, sie müssen auch die Stimmung und das Energielevel ihrer Mannschaft hochhalten. Wie kann das gelingen?

Andere stärken kann nur, wer selbst stark ist. Am besten, man fängt im Kampf gegen Müdigkeit und Antriebslosigkeit bei den Basics an. Bewegung, Essen, Schlafen. Konsequente tägliche Radtouren, Spaziergänge, Joggen, Walken. Egal, was Sie persönlich vorziehen, je mehr Bewegung an der frischen Luft, desto besser.

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    Tanken Sie dabei so viel Tageslicht wie möglich. Richten Sie deshalb Ihre Freiluftaktivitäten am Wetterbericht aus. Wer im Homeoffice arbeitet, besitzt hierfür mehr Flexibilität als früher. Das große Problem im Winter ist der Vitamin-D-Mangel. Vitamin D wird in der Haut durch Sonnenstrahlen gebildet.

    Ich bin kein Fan von Nahrungsergänzungsmitteln, doch in diesem Fall kann es helfen, Vitamin D in den kommenden Monaten zu substituieren. Gute Erfahrungen werden auch mit hochintensiven Lampen gemacht, die im Homeoffice installiert werden können. Licht in jeder Form ist gut!

    Bei der Ernährung sollte man wissen, dass es gesunde Lebensmittel gibt, die für eine stimulierte Freisetzung unseres Glückshormons Serotonin sorgen: Dazu gehören beispielsweise Nüsse, Haferflocken, Eier und Sojabohnen.

    Um besser zu schlafen, gibt es zahlreiche Tipps zur Schlafhygiene, die man im Zweifel ausprobieren kann.

    Optimismus und Humor

    Ein Schutzschild gegen mentale Durchhänger, die unbestritten durch den Teil-Lockdown zunehmen werden, ist Optimismus. Kürzlich wurde in dem Journal „Proceedings of the National Academy of Science“ (PNSA) eine Studie von Forschern aus Boston publiziert, die für Aufsehen gesorgt hat.

    Demnach besitzen optimistische Frauen eine 1,5-fach größere Chance, das 85. Lebensjahr zu erreichen. Hochgradig optimistische Männer haben im Vergleich zu Pessimisten sogar eine 1,7-fach höhere Wahrscheinlichkeit, 85 Jahre alt zu werden. Für die anstehenden Monate heißt das: Es gibt eine Verpflichtung zum Optimismus. Unsere Lebenserfahrung lehrt, dass es immer ein Ende jeder Krise gibt. Das müssen wir ausstrahlen.

    Der Bruder von Optimismus heißt Humor. Wer lacht, kommt besser durch die kommenden Monate. Ein kleiner Hebel ist die Auswahl des abendlichen Unterhaltungsprogramms. Ein anderer, die Videos und Bilder, die man in den sozialen Medien teilt. Schicken Sie in Ihre WhatsApp-Gruppen etwas Humorvolles statt Hiobsbotschaften. Das hält den Kontakt zu anderen Menschen, gerade wenn kein direkter Kontakt möglich ist.

    Ein Risikofaktor für gute Laune ist momentan auch der Medienkonsum. Gerade Führungskräfte sind oft „Nachrichten-Junkies“. Der aktuelle News-Flow ist dabei zumeist deprimierend. Neben den oft frustrierenden Zahlen in der Firma hören und sehen wir Meldungen über ständig steigende Infektionszahlen, einen noch amtierenden US-Präsident, der keine demokratischen Spielregeln respektiert, beklemmende Daten zur Staatsverschuldung, Klimakatastrophe, einen Brexit ohne Abkommen ...

    Für all das braucht man eine Form der „Zen“-Einstellung, einen gewissen Fatalismus gegenüber Dingen, die man nicht ändern kann, und auch ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise von Medien, die in der Regel eher über Konflikte und Krisen als über Frieden und vernünftige Entwicklungen berichten. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Einflussbereich, lautet hier das Motto, statt sich ständig über den Zustand der Welt aufzuregen.

    Zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit können positive und gesunde Rituale eine wichtige Rolle spielen. Eine Strukturierung des Tages ist hilfreich. Mit einer Yoga-Einheit den Tag beginnen, bei einer Tasse Tee die Tageszeitung lesen, mit dem Hund raus, ein Glas Rotwein am Abend. Es gibt 100 denkbare Gewohnheiten, die einem eine kleine Freude bereiten und die man pflegen kann.

    Genauso wie uns Rituale stützen, ist es momentan an der Zeit, neue Dinge auszuprobieren. Die soziale Distanzierung schafft zeitliche Spielräume, die kreativ ausgefüllt werden können. Youtube-Rundgänge durch Städte und Sehenswürdigkeiten, neue Übungen auf der Sportmatte im Wohnzimmer, Kochrezepte, die Sie noch nie ausprobiert haben, virtuelle Dinner mit Freunden via Videokonferenzsystem, ein Haustier anschaffen.

    Oder Sie recyceln Aktivitäten, die im normalen Alltag für gewöhnlich zu kurz kommen: das Musikinstrument aus dem Keller holen, Spieleabende mit Partner, Kindern und einem anderen Haushalt organisieren, ein besonderes Konzert gemeinsam anhören. Es gibt viele Möglichkeiten, dem Corona- und November-Blues zumindest für einige Stunden zu entfliehen. Dabei gilt wie immer: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

    Mehr: Die Infektionszahlen steigen rapide. Dennoch könnte die zweite Corona-Welle milder verlaufen als die erste. Denn die Mediziner sind gerüstet.

    Curt Diehm ist ärztlicher Direktor der auf Führungskräfte spezialisierten Max-Grundig-Klinik. Der Internist lehrt zudem als außerplanmäßiger Professor an der Universität Heidelberg und ist Autor von über 200 wissenschaftlichen Originalpublikationen sowie vielen Sachbüchern.


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