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Klaus Hansen

Expertenrat – Klaus Hansen Der Krise kann man auch etwas Gutes für Deutschlands Wirtschaft abgewinnen

Die Coronakrise lässt viele Verlierer zurück. Zugleich ist sie aber auch ein drastischer Weckruf: Der Wandel kommt manchmal brutaler als erwartet.
20.08.2020 - 11:31 Uhr Kommentieren
Klaus Hansen

Der gegenwärtigen Krise etwas Gutes abzugewinnen fällt auch den größten Optimisten schwer. Von der humanitären Dramatik einmal abgesehen, hat Deutschlands Wirtschaft einen Sinkflug hingelegt wie seit Menschengedenken nicht mehr, und die Tatsache, dass es vielen anderen Ländern in jeder Hinsicht noch schlechter geht, gibt wenig Anlass zum Trost.

Hinzu kommt die quälende Ungewissheit, wann dieser Spuk vorüber sein wird und wir endlich wieder zur Normalität zurückkehren können. Wobei sicherlich jedem klar sein sollte, dass es diese alte „Normalität“ nicht mehr geben wird.

Denn in vielen Unternehmen werden derzeit die Uhren auf null gestellt, es herrscht nackter Überlebenskampf. Lieb gewonnene Gewohnheiten, etablierte Geschäftsprozesse und schier unverrückbare Marktmechanismen werden derzeit ad absurdum geführt oder von der Realität schlichtweg überrollt.

Aber seien wir ehrlich: Wir sind die vergangenen elf Jahre auf einer Welle der Glückseligkeit geritten. Gut behütet durch eine GroKo-Politik des „Sich-nicht-ändern-Müssens“ und erfreuliche weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen ist eine ganze Managergeneration dazu verleitet worden, dies als das „normale Wirtschaftsleben“ anzusehen. Ein bisschen Digitalisierung hier, ein bisschen Expansion da, es wird schon werden.

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    Wenn man also dieser Pandemie etwas Gutes für Deutschlands Wirtschaft abgewinnen soll, dann dies: Die Krise ist ein drastischer Weckruf. Denn der Wandel kommt manchmal schneller und brutaler als erwartet. Und die Krise lehrt uns, dass es sich kein Unternehmen leisten kann, sich auf dem momentanen Erfolg auszuruhen.

    Motivierte Manager

    Doch es gibt noch eine zweite gute Nachricht: Die Manager in Deutschland lassen sich nicht unterkriegen. Unsere vor drei Monaten durchgeführte Umfrage unter 1500 Führungskräften im Rahmen des „Manager-Barometers“ zur Coronakrise belegt eine erstaunlich hohe Motivation unter den Befragten.

    So ist der anfängliche Schock bei rund 45 Prozent der Befragten einem „Jetzt erst recht“-Gefühl gewichen. 44,8 Prozent der Manager sehen sich stark motiviert, unternehmerische Chancen zu ergreifen. Bei 41,6 Prozent der Befragten führt die Krise zu einem gestärkten Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die eigene Belastbarkeit. Auch die Wechselbereitschaft der Manager liegt unverändert auf dem hohen Vorkrisenniveau von 40 Prozent – von einem forcierten Sicherheitsdenken ist also nichts zu spüren.

    Das hängt sicherlich auch mit den bewährten Bausteinen der Sozialen Marktwirtschaft zusammen. Es war und es ist richtig, dass der Staat mit Krediten, Kurzarbeitergeld und weiteren Maßnahmen eingreift, um das soziale Gleichgewicht und den bestmöglichen Wohlstand im Lande zu erhalten.

    Selbst die größten Fürsorgehandlungen des Staats werden aber nicht vermeiden können, dass es in den kommenden Monaten zu einer Insolvenzwelle kommt. Auch diese, so hart es klingt, wird uns wieder stark machen: Die größten Innovationen und spürbarsten Entwicklungsschritte folgen immer nach einer schweren Krise.

    Das klingt zynisch? Ist es aber nicht! Wer sich als Nation im globalen Wettbewerb behaupten will, muss sich auch als Staat auf die zukunftsorientierten und -fähigen Branchen, Unternehmen und Produkte fokussieren.

    Gerade für die Führungskräfte ist die Krise eine gute Chance, ein Vorbild zu sein – durch entschlossenes Handeln, Mut zum Risiko und die Bereitschaft, Berge zu versetzen, die bisher scheinbar unüberwindbar im Weg standen.

    Das Bessere wird der Feind des Guten sein, die Landkarte der erfolgreichen deutschen Unternehmen wird bald eine andere werden, und wir werden einmal mehr beweisen können, dass wir nicht nur Dichter und Denker in unseren Reihen haben, sondern auch echte Unternehmer. Und das ist eine gute Nachricht.

    Mehr: In der Coronakrise brauchen Unternehmen eine straffe Führung, meint Klaus Hansen.

    Klaus Hansen ist Partner der Personalberatung Odgers Berndtson und leitet die Practices „Board & Chair“ sowie „CEO“ in Deutschland. Für das Handelsblatt schreibt er über aktuelle Themen rund um Topmanager, Führung und Karriere.

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