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Klaus Kaldemorgen

Expertenrat – Klaus Kaldemorgen Die Zukunft des Autos ist nicht die Zukunft der Automobilindustrie

Autos werden immer digitaler. Wer als Anleger davon profitieren will, sollte auf digitale Spezialisten setzen – nicht auf etablierte Autohersteller.
15.01.2020 - 10:43 Uhr Kommentieren
In Las Vegas präsentierte Sony ein eigenes E-Auto. Quelle: AFP
Consumer Electronics Show

In Las Vegas präsentierte Sony ein eigenes E-Auto.

(Foto: AFP)

Zuerst die gute Nachricht: Das Auto ist nicht tot, sondern nur etwas in die Jahre gekommen. Derzeit wird es einer Verjüngungskur unterzogen. Das Auto der Zukunft wird emissionsfrei fahren, wobei Künstliche Intelligenz zunächst den Fahrer unterstützt, um anschließend autonomes Fahren zu ermöglichen. Am Ende wird das Auto zu einem gigantischen vernetzten Datenlieferanten, der ein gesamtes Ökosystem an Dienstleistungen unterstützt.

Die schlechte Nachricht ist, dass von der veränderten Funktionalität des Autos die Automobilproduzenten nur sehr eingeschränkt profitieren werden. Anstelle von Fertigungskompetenz und Ingenieursleistung tritt digitale Kompetenz. Diese findet sich aber typischerweise nicht bei den etablierten Automobilherstellern, sondern bei den Anbietern digitaler Plattformen respektive großen Software-Unternehmen.

Digitale Kompetenz ist durchaus kostspielig in der Entwicklung und wird nur durch Skaleneffekte profitabel, welche die meisten Automobilproduzenten wohl kaum erreichen werden. Jährlich werden beispielsweise rund 250 Millionen PC im weitesten Sinne produziert. Die Produktion von Pkw beläuft sich hingegen auf etwa 83 Millionen Einheiten. Es ist kaum vorstellbar, dass es sich für jeden Automobilhersteller rechnet, ein eigenes Betriebssystem für seine Modelle zu entwickeln.

Es überrascht nicht, dass auf der Technikmesse CES in Las Vegas nunmehr auch Sony ein eigenes E-Auto präsentiert hat. Dabei geht es dem Unternehmen wohl weniger um das Auto an sich, sondern um die Elektronik und die Software. Amazon startet zurzeit eine Initiative, um den Sprachassistenten Alexa in Autos zu integrieren, womit E-Commerce mit all seinen Facetten auch dort zur Verfügung stehen kann.

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    Die Beispiele mögen belegen, dass die Wertschöpfung des digitalen Anteils am Auto beständig steigen wird. Wer also daran partizipieren möchte, sollte auf die digitalen Spezialisten setzen, statt auf die etablierten Produzenten.

    Ähnliches gilt für die Zulieferindustrie. Auch dort ist Digitalisierung Trumpf. Bosch hat bereits angekündigt, bis 2025 alle Produkte mit Künstlicher Intelligenz auszustatten. Die größten Profiteure dieses Trends sind Halbleiterspezialisten, die sich auf die Produktion von speziell für das Auto konzipierte Chips konzentrieren. Oft geht es dabei um die Verknüpfung der analogen mit der digitalen Welt, beispielsweise die Verbindung von Sensoren mit der entsprechenden Rechnerleistung.

    Gerade bei batteriebetriebenen Autos wird zudem ein hochkomplexes elektronisches System zum Energiemanagement benötigt. Denn die Rechenleistung im Auto nimmt seit Jahren rasant zu. Das Bild eines Smartphones auf vier Rädern ist schon nicht mehr so weit hergeholt.

    Natürlich hat die Börse die Veränderung der Wertschöpfungsbeiträge sowie der Wachstumsdynamik bereits in den Bewertungen der entsprechenden Unternehmen zum Ausdruck gebracht. Während die traditionellen Automobilunternehmen schon zu einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu haben sind, handeln die digitalen Spezialisten eher bei einem KGV von 30.

    Klaus Kaldemorgen, Jahrgang 1953, ist einer der bekanntesten Börsenstrategen Deutschlands. Seit über 35 Jahren arbeitet er als Fondsmanager für die DWS, wo einer der Investmentfonds sogar seinen Namen trägt.

    Mehr: Das IT-System löst den Motor ab: Bosch, Conti und ZF liefern sich bei der Entwicklung ein Wettrennen mit VW und Daimler – aber auch mit Neulingen wie Huawei.

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