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Valerie Mocker

Expertenrat – Valerie Mocker Wie Digitalisierung im Kampf gegen das Coronavirus helfen kann

In Zeiten wie diesen muss stärker in Innovation investiert werden. Auch, um für eine mögliche neue Pandemie gerüstet zu sein.
27.03.2020 - 15:41 Uhr Kommentieren
Weltweit infizieren sich täglich Tausende Menschen mit dem Virus. Quelle: obs
Coronavirus

Weltweit infizieren sich täglich Tausende Menschen mit dem Virus.

(Foto: obs)

„Die nächste Pandemie wird kommen – und wir sind nicht bereit“, mahnte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits vor vier Jahren während der Ebola-Epidemie. Doch die Länder ignorierten seine Warnung.

Nun infizieren sich täglich Tausende Menschen weltweit mit dem neuartigen Coronavirus, die Staaten sind im Krisenmodus. Einige von ihnen versuchen, die Ausnahmesituation mithilfe der Digitalisierung zu meistern, doch noch längst nicht alle.

Dabei bietet sie weltweit viele Möglichkeiten zur Bewältigung der Krise, allerdings nur, wenn Innovationen ernsthaft getestet und in sie investiert wird. Ein Überblick, in welchen Bereichen Digitalisierung den Menschen in der Coronakrise helfen kann.

1. Hygiene

Besonders in Krankenhäusern muss die Ansteckungsgefahr und Verbreitung des Coronavirus minimiert werden. Immer mehr chinesische Krankenhäuser nutzen dafür zum Beispiel Putzroboter.

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Standort erkennen

    Diese selbstfahrenden Roboter identifizieren mit Infrarotlicht eigenständig Virusherde und desinfizieren Räume und Flächen dementsprechend. Experimente zeigten, dass solche Roboter Krankenhäuser verlässlicher als menschliches Personal säubern können. Zudem wird das Putzpersonal vor dem Risiko einer Ansteckung geschützt.

    Ebenso nutzen chinesische Krankenhäuser Roboter, die bei Patienten mit Verdacht auf Corona automatisierbare Aufgaben, wie etwa das Fiebermessen, übernehmen. Diese Roboter entlasten Pflege-und Ärztepersonal und geben ihnen mehr Zeit, sich besser auf die kritischen Fälle zu konzentrieren.

    2. Material-Engpässe

    Das Schutzmaterial geht Krankenhäusern und Arztpraxen derzeit weltweit aus. Einige Länder prüfen deshalb nun, ob sie ihre Engpässe mit 3D-Druckern beheben können. In Hongkong testet die Polytechnic University Schutzmasken, die aus einem 3D-Drucker kommen. Bis Ende März sollen so 30.000 Einheiten pro Tag für Krankenhäuser und Rettungskräfte gedruckt werden. Material kann so dezentral und nach Bedarf hergestellt werden.

    In Israel wurde vor Kurzem die Atemmaske Virimask im 3D-Druck getestet. Diese Maske ist nicht nur für medizinisches Personal gedacht. Sie soll Menschen erlauben, während einer Pandemie zur Arbeit zu gehen. Ein Algorithmus hilft Kunden, ihre optimale Größe zu bestellen.

    3. Echtzeitdaten

    Zu den großen Herausforderungen einer Pandemie zählt auch, die Ausbreitung in Echtzeit zu verstehen. Wer ist infiziert? Wo war diese Person, und wen könnte sie anstecken?

    Südkorea kann diese Frage vor allem deshalb gut beantworten, weil die Regierung seine Einwohner im großen Stil auf Corona getestet hat, nämlich etwa 10.000 Menschen pro Tag. Die App „Corona 100m“ kann ihren Nutzern dadurch besonders gut Aufschluss über das Bewegungsprofil von Infizierten geben.

    Die Anwendung sendet den Menschen eine Nachricht auf ihr Smartphone, sobald sie sich in 100 Meter Abstand einem Ort mit hoher Ansteckungsgefahr nähern. Im ersten Monat luden über eine Millionen Nutzer diese App herunter, um sich sicherer durch Städte zu bewegen.

    4. Schulalltag

    Wenn Schulen schließen, muss Schulunterricht nicht zwangsläufig ausfallen. In Hongkong nutzen immer mehr Schulen das digitale Schulportal der britischen Firma Century Tech.

    Bereits über 90.000 Schüler setzen so ihren Schulalltag zu Hause fort. Lehrer bekommen durch die Plattform detaillierte Daten über die Arbeit und das Vorankommen jedes einzelnen Schülers.

    Außerdem nutzt Century Tech Künstliche Intelligenz, um Unterrichtsmaterial für jedes Kind zu Hause zu personalisieren, je nach Wissensstand und Vorankommen. Künstliche Intelligenz ist aber kein Muss, damit Fernunterricht funktioniert. Ein einfaches Webportal, auf das Lehrer und Schüler zugreifen können, ist ausreichend.

    5. Nachbarschaftshilfe

    In Großbritannien nutzt meine Familie die Plattform Nextdoor. Dieses soziale Netzwerk verbindet Leute, die nah beieinander wohnen, und hilft ihnen, sich zu koordinieren.

    95 Prozent der Aktivitäten auf dieser Plattform drehen sich momentan um die Bewältigung der Coronakrise. Nutzer können sich auf einer Hilfekarte anzeigen lassen, wie und wann sie einander helfen können – zum Beispiel, um Einkäufe für kranke und isolierte Nachbarn zu erledigen. So kann Nachbarschaftshilfe in Zeiten, in denen physischer sozialer Kontakt verboten ist, digital besser koordiniert werden.

    6. Vorbereitung

    Die Gefahren einer Pandemie multiplizieren sich, wenn sich Angst und Panik breitmachen. Deshalb plädierte unter anderem Gates dafür, Epidemie- und Pandemie-Simulationen und Spiele einzuführen. So kann in sicherer Umgebung der Umgang mit einer Pandemie geübt werden, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Für politische Führungskräfte, aber auch für Schüler bräuchten wir regelmäßige Pandemie-Projekttage.

    Gaming- und Virtual-Reality-Technologien können diese Vorbereitung noch effektiver machen. Denn sie machen die Übungen nicht nur interessanter, sondern auch wirkungsvoller.

    Studien wie die der University of Georgia zu Influenza-Simulationen aus dem vergangenen Jahr zeigten, dass VR-Brillen zu höherem Interesse und besserem Erinnerungsvermögen führen. Diese Technologie könnte breit eingesetzt werden, da VR-Brillen aus Pappe mittlerweile für unter drei Euro erworben und mit einem Smartphone betrieben werden können.

    Digitalisierung in Deutschland
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