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Tijen Onaran

Expertenrat – Tijen Onaran Worauf es im neuen Jahr in der Arbeitswelt ankommt

Führungskräfte und Angestellte müssen sich 2020 neuen Herausforderungen stellen. Eine Einschätzung zu den wichtigsten Themen.
20.12.2019 - 15:30 Uhr Kommentieren
2020 stehen Arbeitnehmer vor neuen Herausforderungen. Quelle: plainpicture/Maskot
New Work

2020 stehen Arbeitnehmer vor neuen Herausforderungen.

(Foto: plainpicture/Maskot)

Jahreswechsel sind die idealen Momente, um zurückzublicken, sich zu besinnen, zu reflektieren und Erfolge zu feiern. Sie sind aber auch ein guter Zeitpunkt, um nach vorn zu schauen und sich auf die anstehenden Herausforderungen vorzubereiten.

Welche Themen werden im kommenden Jahr wichtig? Worauf wird es wirklich ankommen? Ich bin davon überzeugt, dass die Entwicklung der Arbeitswelt im kommenden Jahr von drei Begriffen geprägt wird: Mut, Menschen und Machen.

Die Arbeitswelt wird sich auch im neuen Jahr gravierend verändern. Die Ideale der neuen Arbeitswelt sehen vor, dass Mitarbeiter mehr Verantwortung erhalten. Das fängt bei Konzepten wie Vertrauensarbeitszeit und Vertrauensarbeitsort an. Teil von New Work kann auch sein, dass Führungskräfte keine eigene, von den übrigen Räumlichkeiten getrennte Etage mehr haben.

In diesen Entwicklungen liegen große Chancen. Dazu gehören aber auch viel Vertrauen und die Bereitschaft, in Diskussionen und den Kulturwandel einzusteigen.

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    Und Veränderungen wie diese brauchen Mut. Und Mut kann unbequem sein. Denn in den seltensten Fällen finden mutige Entscheidungen überall gleichermaßen Anklang.

    Gerade deshalb ist Mut ein wichtiges Thema für 2020. Mut ist der Gegenspieler zur Angst. Angst, das Falsche zu tun, Angst vor der Veränderung und Angst vor Verantwortung.

    Doch den Mutigen gehört die Welt. Das gilt nicht nur für Unternehmen und Organisationen, sondern auch für jeden Einzelnen. Zum nächsten Karriereschritt ist beispielsweise oft eine Portion Mut erforderlich, um die Angst vor der Möglichkeit des Scheiterns zu überwinden.

    Der Fokus auf die Menschen, ihre Bedürfnisse und ihre Sichtbarkeit

    In der neuen Arbeitswelt stehen alle Zeichen auf Zusammenarbeit. Sowohl was die technischen Tools angeht als auch hinsichtlich der Unternehmenskultur stehen Kollaboration und Kommunikation im Fokus. Damit der Wandel gelingt, müssen aber die Bedürfnisse der Menschen in den Unternehmen abgefragt werden.

    Insbesondere wenn die Aufmerksamkeit auf Diversität und Inklusion liegt, ist es wichtig zu fragen: Wie wollen bestimmte Gruppierungen arbeiten? Und vor allem: Wie wollen sie nicht arbeiten? Was für jüngere Menschen vielleicht eine Selbstverständlichkeit ist, kann für ältere Menschen Neuland sein – das Gleiche gilt auch umgekehrt.

    Jenseits der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung müssen hier das Individuum und seine Bedürfnisse stärker Berücksichtigung finden. Das Gegenüberstellen von Generationen oder Geschlechtern bringt nicht die erhofften Fortschritte.

    Der Fokus auf das Individuum ist aber nur eine Seite der Medaille, wenn es um den Menschen in der Arbeitswelt geht. Darüber hinaus muss im neuen Jahr der Fokus meiner Ansicht nach auch im Bereich Unternehmenskommunikation stärker auf Personalisierung gesetzt werden.

    Das bedeutet, dass die Mitarbeitenden als Personen stärker sichtbar werden müssen. Es gibt nicht mehr die eine Gruppe von Unternehmensvertretern, die ein Unternehmen nach außen hin präsentieren: Nicht nur Führungskräfte, sondern auch Mitarbeiter müssen sich, ihre Bedürfnisse und Interessen repräsentieren. Auch dazu gehört wiederum der Mut von Unternehmen.

    Wenn ich in Unternehmen gehe, gibt es zwei Dinge, die mir immer wieder auffallen. Zum einen wissen viele Unternehmen, dass sie sich verändern müssen. Sie wollen auch agiler und innovativer werden, scheitern aber an der konkreten Umsetzung.

    Zum anderen bemerke ich, dass sich gerade große Unternehmen und Organisationen mit komplexen Entscheidungsprozessen schwertun, mit neuen Wegen hadern oder Probleme damit haben, das Thema Innovation anzugehen. Entscheidungen werden dann immer wieder verschoben, oder es ist prinzipiell unklar, wer verantwortlich ist.

    Diese Probleme verhindern, dass die Unternehmen innovativ werden. Bis sie sich bewegen, sind kleinere, oft agilere Unternehmen längst an ihnen vorbeigezogen. Wenn mehrere Abteilungen in Abstimmungs- und Freigabeprozesse eingebunden sind, vergeht wertvolle Zeit – selbst wenn es manchmal nur um einen Tweet geht.

    Darum muss das Motto für 2020 nicht zuletzt auch lauten: einfach mal machen. Es muss nicht von Anfang an das Ziel sein, eine Organisation als Ganzes agil zu machen. Oft genügt es schon, auf der Ebene einzelner Abteilungen anzusetzen. Dafür braucht es Mut sowie den Fokus auf die Menschen, die die Freiheit und Verantwortung haben, einfach mal machen zu dürfen.

    Mehr: Tijen Onaran ist überzeugt: Jeder hat einen Markenkern. Die Frage ist, was wir daraus machen.

    Tijen Onaran ist Unternehmerin und Speakerin. Mit startup affairs berät sie Firmen in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit und engagiert sich mit ihrer internationalen Initiative Global Digital Women für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche.

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