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Sabina Wachtel

Expertenrat – Sabina Wachtel Mehr als nur nett – wie Sie sich im Büro richtig in Szene setzen

Nicht immer erzielen Reden und Auftritte die gewünschte Wirkung. Dabei gibt es Tricks, die es Ihnen erleichtern, Ihre Botschaften zu vermitteln.
07.02.2020 - 08:19 Uhr Kommentieren
Reden halten gehört für viele Führungskräfte zum Alltag. Eine Wirkungsanalyse kann dabei helfen, Botschaften besser zu platzieren. Quelle: IMAGO
Auftritt vor Publikum

Reden halten gehört für viele Führungskräfte zum Alltag. Eine Wirkungsanalyse kann dabei helfen, Botschaften besser zu platzieren.

(Foto: IMAGO)

Nur sehr selten verpufft etwas wirkungslos. Denn irgendwie wirken wir ja immer. Nur leider nicht immer so, wie wir wirken wollen. Und dann ärgern wir uns.

Wir ärgern uns, wenn wieder der Kollege das Wort ergreift, obwohl wir uns wochenlang mit der Materie beschäftigt haben. Wir lassen uns breitschlagen, den Kaffee fürs Büro zu besorgen, obwohl das jemand anders machen könnte.

Der Chef fragt, ob wir nicht ein paar Worte zum Ausstand des Kollegen Müller sagen wollen, und wir faseln was von „Ach, das können andere doch besser“.

Sie fragen sich vielleicht, was das mit Wirkung zu tun hat? Sehr viel. Sie haben Wirkung gezeigt, ob Sie wollen oder nicht. Aber vielleicht nicht die Wirkung, die Sie erzielen wollten: Hier entsteht das Bild einer netten Kollegin, eines netten Kollegen – nett und zuverlässig. Mehr auch nicht.

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    Wollen Sie das? Wenn nein, dann können Sie etwas dagegen machen. Es gibt dazu ein Tool: die Wirkungsanalyse nach dem WASP-Prinzip (entwickelt von Dr. Stefanie Etzel).

    Das WASP-Prinzip

    • Wirkung: Wie komme ich rüber?
    • Auftritt: Wo rede ich, mit wem und in welchem Setting?
    • Sprechen: Was sage ich? Was ist meine Botschaft?
    • Performance: Präsenz, Überzeugung, Reputation!

    Bei dem ersten Punkt, der Wirkung, können Sie professionell vorgehen. Denn nicht jeder ist in der Position, sich vor öffentlichen Auftritten „drücken“ zu können. Viele Führungskräfte lassen sich eine Wirkungsanalyse erstellen. In einer solchen Wirkungsanalyse liegt der Fokus zunächst auf der Person: Wie kommt er/sie rüber?

    Auf der nächsten Stufe geht es dann um die Rolle, Position und Marke: Wofür steht die Person? Und stimmt das Image der Marke/des Unternehmens mit dem Gesamteindruck überein. Sodann werden die Punkte benannt, an denen es zu arbeiten gilt.

    Denn sonst steht am Schluss des Auftritts oftmals die Frage: Hat das jetzt überhaupt jemand verstanden? Und dass Applaus auch trügerisch sein kann, ist kein Geheimnis.

    Die Botschaft und das Setting

    Ratsam ist es deshalb, sich schon vorher zu überlegen: Was will ich wem sagen – und welches Setting brauche ich dafür? Die vorbereitete Botschaft wirkungsvoll umzusetzen kann nur dem gelingen, der seine Stärken und Schwächen des Auftritts kennt. Hier kommt die Wirkungsanalyse ins Spiel – mit solidem Handwerk beantwortet sie die wichtigsten Fragen zur Auftrittswirkung:

    • Gelingt es mir, mein Publikum abzuholen?
    • Kommt die Botschaft auf der anderen Seite an?
    • Bin ich glaubwürdig?
    • Drücke ich mich originell aus?
    • Bin ich sicher/präsent auf der Bühne?
    • Sind meine Stimme und meine Gestik angemessen?

    Die Rhetorik gibt uns Kriterien an die Hand, mit denen wir herausfinden können, wo bei einem Auftritt mehr Potenzial rauszuholen ist oder welches Feintuning nötig ist: die Sprache, das Sprechen, das Denken.

    Die Sprache: Reden und Antworten sollten immer so einfach und verständlich wie möglich sein. Jargon, Fachchinesisch und akademische Selbstbeweihräucherung mögen sich auf diffuse Weise „gelehrt“ anhören, doch letztlich erreichen sie nicht das eigentliche Redeziel: Motivation, Überzeugung, Meinungsbildung.

    Das Sprechen: Gutes Sprechen lebt von der klaren Artikulation, der Modulation, der natürlichen Stimme und dem zum Thema passenden Körperausdruck. Dabei können wir uns nicht auf allgemeingültige Regeln verlassen. Eine Silbenzahl pro Sekunde vorzugeben ist sicherlich kontraproduktiv. Es geht bei der Frage nach der angemessenen Sprechweise um die Übereinstimmung von Inhalt und Form sowie die Sinnhaftigkeit der Merkmale. Hierzu zählen zum Beispiel eine Pause zur rechten Zeit oder ein Akzent in der passenden Situation.

    Das Denken: „Erst denken, dann sprechen“ – das ist nicht nur eine Redensart, sondern auch ein guter Rat, wenn es um die Vorbereitung öffentlicher Reden und Antworten geht. Es gilt, einen Plan zu entwickeln, den Redeplan:

    • Wie ist die Auftrittssituation?
    • Wer sind die Zuhörer?
    • Welches Wissen kann ich voraussetzen?
    • Welche Informationen muss ich liefern?
    • Was ist mein Redeziel? Welche Handlung soll ausgelöst werden?
    • Was sind die wichtigsten Botschaften?

    Diese drei Hebel der rhetorischen Kommunikation wirkungsvoll zu bedienen heißt, in hohem Maße methodisch vorzugehen. Das Ergebnis: effektive Schritte, um die eigene Performance ‚über die Schwelle‘ zu bringen.

     Die Sache mit der Authentizität

    Das Geheimnis des professionellen Auftritts: Echte Authentizität braucht es auf der Bühne gar nicht. Der professionelle Auftritt verlangt vielmehr eine „Authentizität zweiter Ordnung“: Ein Redner sollte in seiner Rolle authentisch wirken – ob er es tatsächlich ist, tut (fast) nichts zur Sache.

    Unternehmensstrategie zu versprachlichen bedeutet für eine Führungskraft nicht, sie möglichst authentisch zu verkörpern. Im Gegenteil: Das Durchbringen der vorbereiteten Botschaften ist (meistens) im höchsten Maße inszeniert. Letztlich geht es darum, die eigenen Stärken für Argumentation und Ausdruck zu nutzen und sich damit selbst in Szene zu setzen.

    Generell sollte man ab und zu mal in sich gehen und fragen: Wie will ich rüberkommen, was will ich erreichen? Das mag dem ein oder anderen glasklar sein – andere Menschen sind sich gar nicht bewusst darüber, dass sie ein ganz anderes Bild von sich abgeben, als sie denken.

    Es fängt bei Ihnen an: Übersehen Sie sich einfach nicht!

    Wirkung heißt, die eigenen Bedürfnisse und Ziele ernst zu nehmen, klar und überzeugend zu äußern, sich nicht von negativen Reaktionen irritieren zu lassen und nicht schnell aufzugeben.

    Das haben Sie schon tausendmal gelesen? Ja, ich auch. Wirkung zeigen heißt aber auch, dass wir uns bewusst sind, dass wir immer wirken.

    Mehr: Passivität ist bei der Forderung nach mehr Geld der größte Fehler. Lesen Sie im Handelsblatt-Dossier, wie es besser geht – und wie Sie beim Chef auftrumpfen.

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