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Gastbeitrag „Die FDP ist die spannendste Partei Deutschlands“

Die FDP bekommt derzeit wenig Jubel. Deshalb müsse die Partei Kante zeigen, fordert Julis-Chef Konstantin Kuhle. Nötig seien neue, kreative Konzepte und klare Aussagen, wofür die FDP steht – nicht nur wogegen.
26.09.2014 - 15:00 Uhr 14 Kommentare
Ein verlassenes Rednerpult nach einer Pressekonferenz der FDP. „Vielen Liberalen geht die Neuaufstellung der FDP einfach nicht schnell genug.“ Quelle: dpa

Ein verlassenes Rednerpult nach einer Pressekonferenz der FDP. „Vielen Liberalen geht die Neuaufstellung der FDP einfach nicht schnell genug.“

(Foto: dpa)

„Die FDP muss endlich wieder klare Kante zeigen.“ – Diese Formulierung ist ein sicherer Garant für tosenden Applaus bei der nächsten Diskussion über die Neuaufstellung der FDP. Da den Liberalen momentan wenig zugejubelt wird, stellt diese Methode eine abwechslungsreiche Alternative zum tristen Alltag in der außerparlamentarischen Opposition dar.

Manche warnen davor, dass die FDP sich aktuell zu einer sozialdemokratischen Partei entwickele und verlangen stattdessen einen „klaren Kurs“. Die FDP müsse Stellung gegen den sozialdemokratischen Mainstream aus Großer Koalition und links-grüner Opposition beziehen.

Die Union nickt als Merkel-Fanclub alles ab

Das tut sie: Ob gegen das Rentenpaket, gegen den Einheits-Mindestlohn, gegen die Frauenquote, gegen die Ausländer-Maut oder gegen die Mietpreisbremse: Die FDP bezieht – mal laut genug und manchmal auch zu leise – eine Gegenposition aus Wettbewerb und Eigenverantwortung. Die inhaltliche Position der Partei zu allen genannten Projekten hat sich seit der Bundestagswahl um kein Jota nach links verschoben.

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    Trotzdem verharrt die Partei in der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl bei drei bis vier Prozent. Viele Wähler trauen den Liberalen nämlich trotz „klarer Kante“ die Übernahme von Verantwortung nicht zu. Das liegt daran, dass die FDP in der schwarz-gelben Bundesregierung vier Jahre lang ein unprofessionelles Bild abgegeben hat. Künftig professioneller aufzutreten und gekonnter zu kommunizieren ist das Ziel des so genannten Leitbildprozesses, in den die Liberalen an diesem Wochenende einsteigen werden.

    Konstantin Kuhle ist Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis). Quelle: Philipp_Wehrend_Fotografie
    Konstantin Kuhle

    Konstantin Kuhle ist Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis).

    Quelle: Philipp_Wehrend_Fotografie

    Nun steht der Leitbildprozess als angebliche Sozialdemokratisierung der FDP in der Kritik. Dabei erschließt es sich allerdings nicht, was sozialdemokratisch daran sein soll, auch als Liberale endlich einmal strukturiert über Themen und Kommunikation der eigenen Partei nachzudenken. Die FDP schreibt sich auf die Fahnen, dass sich die beste Idee im Wettbewerb herausbilden soll. Daher ist es richtig, auch erfolgreiche Parteien aus dem europäischen Ausland in den Blick zu nehmen und zu versuchen, von ihnen methodisch zu lernen.

    Was hat es eigentlich mit „klarer Kante“, Selbstbewusstsein und Haltung zu tun, für alle Ewigkeit am Rockzipfel von CDU und CSU zu hängen? Auch die Anbiederung an die Union in der letzten Wahlkampfwoche hat der FDP bei der Bundestagswahl den Kopf gekostet. Bei den Sozialdemokraten ist zumindest erkennbar, für welche inhaltlichen Projekte sie stehen. Die Union dagegen nickt als Merkel-Fanclub, gespickt mit etwas Maut-Theater, jeden ordnungspolitischen Sündenfall ab.

    „Jetzt erst recht“
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    14 Kommentare zu "Gastbeitrag: „Die FDP ist die spannendste Partei Deutschlands“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • FDP - ist das die neue Partei, von der alle sprechen mit einem echten Professor als Chef?

    • Es gibt Sozialliberale, Linksliberale, Rechtsliberale und Nationalliberale. Die FDP ist eine Mischung aus linken und rechten Liberalismus. Die AfD hingegen vertritt den Nationalliberalismus, das ist keine negative Darstellung. Es ist aber wichtig hier eine Abgrenzung vorzunehmen. Das Konzept der EU ist ein liberales Gebilde, welches freiheitsbewahrende und –beschaffende Wirkung entfaltet. Darüber hinaus schützt es gerade die deutschen ökonomischen Interessen, indem es die unfairen Instrumente einer politisch motivierten Wirtschaftsordnung, die gerade unsere größten Absatzmärkte am liebsten einsetzen würden, einschränkt. Den fatalen gedanklichen Fehler den die Nationalliberalen in ihrem berechtigten Interesse für mehr nationale Souveränität machen, ist dass sie den resultierenden Schaden für unser Land im Falle der Umsetzung ihrer Ideen nicht zur genüge berücksichtigen. Für eine global agierende Volkswirtschaft sind breite zusammenhängende Märkte äußerst relevant, Kooperation und eine aufgeschlossene Diplomatie müssen auf dieses Ziel ausgerichtet sein. Ein gemäßigter Nationalliberalismus scheint hier und dort angebracht zu sein aber die Radikalität mit der er in der AfD vertreten wird ist dem Wohle unseres Landes nicht förderlich.

    • Die Splitterpartei FDP ist erledigt, echte Liberale gibt es nicht mehr in dieser Partei.
      Selbst wenn die es wieder in die Volkskamer schaffen 2017, biedern sie sich sowieso der CDU als Mehrheitsbeschaffer wieder an und alles ist vergessen.

      Diese Partei braucht niemand mehr, sie gehört auf den Friedhof der Geschichte.

    • Dann ist es Zeit das alte Schild herauszuholen, auf dem in dicken Lettern steht: FDP - (minus) 5 %. Die FDP, egal ob sie nun sozialdemokratischer werden will oder noch marktradikaler ist eine unnütze Partei deshalb, weil sie nicht glaubwürdig ist. Und Dekadenz gibt es eh viel zu viel in diesem Land.

    • Herr Kuhle, dass die FDP die spannendste Partei Deutschlands sein soll, also ich weiß nicht. Spannung wird durch kontroverse Diskussionen erzeugt; wo ist er denn, der inhaltliche Diskurs in der FDP? Wo sind die neuen kontroversen liberalen Ideen, die vor allem auch alte FDP-Grundsätze mal in Frage stellen? Die FDP ist inhaltlich m.E. in den 90er Jahren stehen geblieben, die Welt und die deutsche Gesellschaft haben sich aber deutlich verändert: Neue Realitäten bestimmen den Alltag der Bürger, das sollte die FDP endlich begreifen. Echte Liberale sind nämlich nicht denkfaul und schauen sich langsam aber sicher doch nach einer neuen politischen Heimat um, siehe Parteigründung "Neue Liberale". Die FDP muss endlich zeigen, wo sie hin will. Leerformelen, wie sie derzeit Herr Lindner produziert, genügen da nicht mehr.

    • „Die FDP ist die spannendste Partei Deutschlands“
      _________________

      Nicht gerade spannend: der FDP bei der kompletten Selbstdemontage zuzusehen: sowas kann nur sexy finden, der mit dem Klammerbeutel gepudert wirkt...

    • "...die spannendste Partei Deutschlands..."

      Naja, so würde ich eher die AfD bezeichnen. So wie die AfD von den Etablierten aus Existenzangst diffamiert wird, sowas gab es schon lange nicht mehr. Auch die internen Auseinandersetzungen der AfD sind interessant. Wohingegen bei SPD und CDU intern nicht gestritten, sondern nur in Hinterteile gekrochen wird. Die FDP ist ein totes Pferd. Man sollte aufhören zu versuchen es zu reiten.

    • Dann wird es wieder Zeit das Täfelchen rauszuholen mit dem Emblem: FDP - ( minus ) 5 %. Die FDP ist eine vollkommen überflüssige Partei. Ob nun sozialdemokratischer oder marktradikaler....es ist die Glaubwürdigkeit, die sie einfach verspielt hat. Und Dekadenz gibt es auch bei anderen Parteien nur nicht in dem Ausmaß.

    • Die FDP ist spannend? Klaaar... Und ja, wir werden diese Partei alle wieder wählen, nur weil sie sich besser positioniert. Klaro... Ich weiß noch als ich diese Partei gewählt habe. Nach der Urne war von liberaler Politik und Freiheitsrechte nichts mehr zu sehen. Da wurden dann die Großspender und Lobbyinteressen bedient. Es gibt kaum eine deutsche Partei bei der man das nicht kennt. Aber keine war je so dreist wie die FDP. Und woher soll nun die Wende kommen? Weil sie es nun ganz ganz dolle versprechen? Wer's glaubt wird selig...

    • Hat’s bisher keiner gemerkt?:

      Zitat: “Zumindest bei den letzten 5 Umfragen fehlen zur 5% - Hürde im Mittel also 44% mehr Stimmen, im Gegensatz zu den suggerierten 3,5%. Dort fehlen nur 30%.“

      Falsch. Muss natürlich heißen:

      Zumindest bei den letzten 5 Umfragen fehlen zur 5% - Hürde im Mittel also 79% mehr Stimmen, im Gegensatz zu den suggerierten 3,5%. Dort fehlen nur 43%.

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