Gastbeitrag „Die Kirche braucht jetzt einen Reformpapst“

Mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. geht ein eher rückwärtsgewandtes Pontifikat zu Ende. Die Katholische Kirche braucht jetzt einen Reformpapst, der Brücken baut - in der eigenen Kirche und in die Gesellschaft hinein.
  • Claudia Roth
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Claudia Roth ist Vorsitzende der Grünen. Quelle: Reuters

Claudia Roth ist Vorsitzende der Grünen.

(Foto: Reuters)

Mit seinem Rücktritt stellt Papst Benedikt XVI. eine falsche und überholte Tradition in Frage, nach der ein Papst nicht zurück treten darf. Im Amt sterben - das war bisher Usus in der katholischen Wahlmonarchie. Für den mutigen Bruch gebührt Benedikt tiefer Respekt. Auch der Papst ist ein Mensch und hat das Recht, über sein Leben selbst zu bestimmen. Ich wünsche Benedikt gesundheitlich alles Gute.

Doch dieser Bruch mit der Tradition ist einer der ganz wenigen nach vorne weisenden Schritte in einem eher rückwärtsgewandten Pontifikat. Schon als Kardinal und Chef der Glaubenskongregation war Josef Ratzinger ein Vertreter der konservativen Kirchenhierarchie und kämpfte gegen fast alle fortschrittlichen Tendenzen in seiner Kirche. Gegen eine pluralere Theologie, gegen die Befreiungstheologie, gegen Reformen bei der katholischen Sexuallehre und für den Zölibat.

In diesem Sinne hat er auch sein Amt als Papst Benedikt geführt - mit Interventionen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, mit einer Annäherung an die reaktionäre Pius-Bruderschaft und der dogmatischen Ablehnung des ökumenischen Abendmahls. Natürlich gab es auch positive Signale vom bayerischen Papst, zum Beispiel seine ökologisch geprägte Rede im Bundestag oder die Öffnung der Inquisitionsarchive.

Aber solche Schritte kamen nur vereinzelt und viel zu zaghaft. Und in den Kirchenhierarchien förderte Benedikt fleißig den Aufstieg gleichgesinnter Vertreter. Es steht zu befürchten, dass er damit die innerkirchliche Wirksamkeit seiner konservativen Positionen auf lange Zeit hinaus zementierte.

Dies könnte im Weiteren für die Außenwirkung der Katholischen Kirche und für den innerkirchlichen Zusammenhalt verhängnisvoll sein. Denn die Ausgrenzung der Basiskirche durch konservative Vertreter der Amtskirche hat die Kirche selbst tief gespalten. Wir haben es heute faktisch mit zwei katholischen Welten zu tun, mit einer Gemeindekirche, deren Mitglieder unendlich viel für den sozialen Zusammenhalt leisten. Und konservativen Vertretern in den Hierarchien, die mit Fehlentscheidungen und bornierten Positionen eine Austrittswelle nach der anderen lostreten. Und ich weiß, dass diese Einschätzung nicht nur die Außensicht einer Vertreterin ist, die mit konservativen Klerikern so manchen Strauß ausgefochten hat, sondern dass auch viele liberal denkende Katholiken, auch solche in führenden Positionen, das genauso sehen.

Der Bruch mit der Tradition, den der Rücktritt von Papst Benedikt darstellt, könnte für die Kirche ein Anlass sein, um über eine viel weiter gehende Öffnung und Modernisierung nachzudenken, eine Erneuerung jener Reformbewegung, die vom 2. Vatikanischen Konzil ausging. In diesem Sinne sollte sich die Kirchenbasis bei der nun anstehenden Papstwahl einbringen.

Demokratie fängt von unten an
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62 Kommentare zu "Gastbeitrag: „Die Kirche braucht jetzt einen Reformpapst“"

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  • Das wird uns als Führungsschicht der grünen Sippschaft zugemutet: Ströbele, ein vorbestrafter Terroristenanwalt, Trittin ein Altkommunist, Häuserbesetzer und Terroristensympathisant, der seine Abneigung gegen Deutschland gar nicht oft genug betonen kann. Claudia Roth, eine abebrochene Dramaturgin, die sich am liebsten laut und schrill in Szene setzt und ebenfalls Deutschland wenig liebt. Ideologie - Gift und neue Weltordnung. Schauen wir zurück auf die politischen Wurzeln der Grünen: Allen voran Trittin und Roth versuchen uns umzuerziehen, das Richtige ökologische Bewußtsein anzunehmen. Wir sollten deshalb rechtzeitig gewarnt sein.

  • Jetzt übt sie sich auch noch als Speichelleckerin bei den Katholiken.
    Einfach widerlich, diese Quatschtante. Was hat sie je in ihrem Leben geleistet?

  • Deutsche sind Nichtmigranten, mehr nich. Claudia Roth
    "Am Nationalfeiertag der Deutschen ertrinken die Straßen in einem Meer aus roten Türkenflaggen. und ein paar schwarzrotgoldeden Fahnen. Claudia Roth. Frau Roth irrt nicht nur auf diesem Feld ziellos umher. Es muss etwas getan werden, damit etwas geschieht, scheint ihre Triebfeder zu sein. Aber Nebelkerzen geben keinen Blick frei auf nötige Konturen. Ihr Motto: Eiertänze und Nebelkerzen. Frau Roth ist das was sie immer war: ein lächerlich wirkendes Würstchen.

  • Wie soll, denn das irgendjemand bei den Grünen merken, die sind doch alle negativ gegen das Christentum eingestellt. Claudia Roth vertritt hier zu 100% Parteilinie, der vorgeblichen Umweltpartei!

  • Sie haben Recht, jeder Missbrauch ist zuviel, aber nur 0,05 Prozent der Opfer zu betrachten noch viel fataler. Wo ist die Aufklärung und Prävention in Schulen, Sportvereinen, Familien? Nichts, garnichts. Das hat absolut nichts mit Verdrängung zu tun, sondern mit dem Hinweis darauf, dass es bedeutend mehr Opfer gibt. Aber wenn ich mich mit ihnen beschäftige, muss ich auch überlegen was in einer rein sexualisierten Gesellschaft verkehrt läuft und das tut weh. Und das die Kirche verleugnet oder verdrängt entspringt wilden Verschwörungstheorien. Keine Institution hat sich weltweit so intensiv mittlerweile damit auseinandergesetzt und ihre Schuld mehrfach öffentlich bekannt und um Verzeihung gebeten.
    Eine gesellschaftliche Diskussion in Deutschland, warum jährlich zenhtausende Kindern in ihrem Familien sexuelle missbraucht werden, sehe ich nicht. Das wird absolut totgeschwiegen.
    Und die Lehre der kath. Kirche als Menschenverachtend darzustellen entspringt absolutem Unwissen über die Lehre der Kirche. "Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Das höchste Gebot der Christen, dass tausende Christen und darunter sind auch Priester weltweit leben sind Zeugnis dafür. Man muss es nur sehen wollen.

  • Das hat auch den Vorteil ich habe einen Schuldigen und brauche mir auch keine Gedanken darüber zu machen vorher die anderen 99,95 Prozent der Opfer von sexuellen Missbrauch kommen (Familie, Schule, Verein - keiner dieser Bereiche hat auch nur ansatzweise mit der Aufklärung und Prävention begonnen).

    Ich finde es schon sehr bitter, wenn Sie die einen entlasten, durch mit dem Finger auf andere Möglichkeiten des Missbrauchs zu weisen. Dies ist keine Nullsummengleichung, sondern JEDER Missbrauch ist einer zu viel. Und der Missbrauch wie er in der katholischen Kirche vorkam und noch kommt zB. in Afrika hat System.

    Die Kirche hat sich bis heute dem noch nicht wirklich gestellt.

    Was Sie machen ist verdrängen. Es nicht sehen wollen, weil es monströs ist. Und Buddhisten mit Katholiken zu vergleichen, was das Zölibat betrifft, hinkt nicht nur, sondern ist schlichtweg verkehrt, weil die dahinterstehende Philosopie und die Art der Praxis total anders ist. Den verschiedenen buddhistischen Schulen fehlt die menschenverachtende Note, die dem Katholizismus inherent ist.

  • Republikaner
    Sie bringen es auf den Punkt.
    Das was die da macht, ist reine Heuchelei.
    Die aht mit Glauben gar nichts am Hut, die will ein islamisches Deutschland
    Mein Gott, ist diese Person peinlich
    Merkt das keiner bei den Grünen?

  • Mein Gott, liebes HB
    das sit schon wirklich sehr unschön von Euch, ein solches Foto.
    Da vergeht einem ja nicht nur der Tag, sodnern wirklich die ganze Woche

  • #karl_martell
    Man muss vor der katholischen Kirche keine Angst haben?... Sie möchten sicher die meuchelmörderische Zeit der Kirche vergessen, in der sie sich mit Denunziantentum an den Besitztümern der Bürger bereichert hatte. Glauben Sie wirklich, dass die Gelder für den Kölner Dom ganz freiwillig herbeigeschafft wurden? An diesem Bau klebt Blut unschuldiger Bürger. Ich hoffe inständig, dass die Kirche nie wieder diese macht der Vergangenheit bekommt.

  • Ich habe schon immer gewußt, dass die Grünen gegen das Leben, gegen den Menschen sind und das komplexes Denken nicht ihre Stärke sind, sondern eher billige und verlogende Propaganda und globales Denken ihnen fremd ist Beispiele: Die Weltkirche liegt nicht in Deutschland, sondern in der Welt und da steigt die Zahl der Kirchenmitglieder und Priester, die übrigens in sehr vielen Religionen zölibatär leben (Mönche im Buddhismus usw.). Aber wer die Familie nicht mehr schätzt, kann auch zölibatäre Menschen nur als Straftäter sehen. Das hat auch den Vorteil ich habe einen Schuldigen und brauche mir auch keine Gedanken darüber zu machen vorher die anderen 99,95 Prozent der Opfer von sexuellen Missbrauch kommen (Familie, Schule, Verein - keiner dieser Bereiche hat auch nur ansatzweise mit der Aufklärung und Prävention begonnen).
    Und am Ende steht ein vollkommen falsches Verständnis von Kirche und Papsttum. Es geht nicht um Ansehen und um Zietgeistanpassung, sondern um Glaube, um Hoffnung und um Liebe, dass sind die Fundamente der Kirche. Diese zu bewahren und zu leben ist Aufgabe von Kirche in der ganzen Welt. Vielleicht wäre es auch mal an der Zeit nciht nur auf die Kirche einzuschlagen, sondern zu sehen, wie sie unsere Gesellschaft, ja die gesamte GEsellschaft aus der Liebe heraus am Leben erhält.
    Und im Letzten ist nicht der Mensch Herr der Kirche, sondern Gott selbst. Nur so kann sie seit 2000 Jahren wachsen und gedeihen.

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