Gastbeitrag von Gerhard Schröder „Draghis kluge Entscheidung hält Euro-Zone zusammen“

Zehn Jahre nach Beginn der Agenda 2010 zieht der Altkanzler eine Bilanz seiner tiefgreifenden Reformen. Schröder kritisiert seine Nachfolgerin für mangelnden Veränderungswillen - und lobt EZB-Chef Mario Draghi.
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Altkanzler Gerhard Schröder sieht auch in seiner Agenda 2010 einen Ursprung für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Quelle: Reuters

Altkanzler Gerhard Schröder sieht auch in seiner Agenda 2010 einen Ursprung für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands.

(Foto: Reuters)

Vor zehn Jahren galt Deutschland international als ein Land, das strukturell verkrustet und erstarrt war. Das wirtschaftliche Wachstum war nur noch schwach, die Verschuldung überbordend, der Arbeitsmarkt durch eine wachsende Sockelarbeitslosigkeit gekennzeichnet. Die deutsche Wirtschaft war international nicht wettbewerbsfähig. Das gipfelte in der Feststellung, Deutschland sei der „kranke Mann Europas“.

Ich wurde 1998 gewählt, weil ich das Versprechen abgegeben hatte, den Reformstau der Kohl-Ära aufzulösen. Wenn ich heute gefragt werde, was denn die wichtigste Folge der Agenda 2010 ist, antworte ich: „Deutschland hat bewiesen, dass es Reform kann.“ Wir haben die müde gewordene Deutschland AG revitalisiert. Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren in einem Maß modernisiert wie kein anderes europäisches Land. Wir sind heute eine Gesellschaft, die verstanden hat, dass sie sich den Herausforderungen von Globalisierung und demografischer Entwicklung stellen muss und dies erfolgreich tun kann. Der Mentalitätswechsel ist eine große Errungenschaft der Agenda 2010.

Die heutige wirtschaftliche Stärke Deutschlands hat mit den Reformen der Agenda 2010 zu tun, aber nicht nur mit ihnen. Es gibt weitere Faktoren, die eine Rolle spielen:

Die deutschen Unternehmen haben ihre Strukturen verschlankt und ihre Flexibilität erhöht.

Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände - lange Zeit als „Tarifkartell“ diffamiert - haben gesamtwirtschaftliche Verantwortung übernommen und bei Lohnerhöhungen, Laufzeiten und Öffnungsmöglichkeiten wachstums- und beschäftigungsfreundlich gehandelt. - Die Politik der Großen Koalition in der Krise 2008/09 war richtig - etwa mit dem Konjunkturprogramm, den Rekapitalisierungsmaßnahmen, nicht zuletzt mit der Ausweitung der Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld auf zwei Jahre.

Es gibt kein Industrieland, in dem der Wertschöpfungsanteil der hochtechnologischen und wissensbasierten Produkte höher ist als bei uns.

Wir haben eine mittelständische Wirtschaftsstruktur, die besonders international orientiert ist. Die 1400 Weltmarktführer in wichtigen Nischen sind ein Beleg dafür.

Und uns unterscheidet die starke Industriestruktur von anderen Staaten. Beispiel Großbritannien: ein Land, das sich politisch bewusst für eine Deindustrialisierung entschieden und stark auf Finanzdienstleistungen gesetzt hat. Der Beitrag der Industrie zum Bruttoinlandsprodukt beträgt in Deutschland rund 24 Prozent - gegenüber etwa 16 Prozent in Großbritannien, gar nur zwölf Prozent in Frankreich.

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84 Kommentare zu "Gastbeitrag: „Draghis kluge Entscheidung hält Euro-Zone zusammen“"

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  • Ist schon interessant, wie lange (8 Tage) der "Beitrag" von Gas-Gerd nun im HB online steht. Glauben Sie, liebe Redakteure, dass irgendein halbwegs gebildeter Leser (das setze ich hier mal voraus) noch auf diese verlogenen Schaumschlaeger-Thesen hoert? Das ist nur fuer Bildzeitungsniveau ("...noch eine Flasche Bier, ha, ha, ha,...jetzt geht's an euer Geld...fuer die Aktiengesellschaften und Banken, ha, ha, ha...") Nehmen Sie bitte den EX-Kanzler raus, dann muss man sich seine billige spd-Wahlkampf-Profilneurosen-Show nicht mehr anschauen! Vielen Dank!

  • Ein weiteres russisches Märchen des Gerhard Schröder.
    Deutschland war 1998 mitnichten "der kranke Mann Europas", sondern trotz der DM Exportweltmeister.

    Rot/Grün hat völlig falsche Schlüsse gezogen, nicht die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit war das Problem, sondern eine Überbürokratisierung und eine mangelnde Verteilungsgerechtigkeit. Eben die war ja für die Nachfrageschwäche ab 1993 verantwortlich.

    Rot/Grün hat zwar einige bürokratische Hürden abgebaut, siehe das Ladenschlußgesetz, allerdings fast immer nur dann, wenn dies zum Nachteil der Angestellten und Arbeitslosen war.

    Jetzt zahlen 2 Mio Habenichtse praktisch nichts in die Sozialkassen ein, durch die viel zu hohe Absenkung der Renten wird in einem Vierteljahrhundert jeder 2.Renter bitterarm sein.

    Alles genauso klug wie Draghis Entscheidung Finanzschrott zu kaufen.

  • AK-Schröder alias Gaz-Gerd verdient bei dem lupenreinen Putin genügend Rubel, um auf Honorar für Gastbeiträge zu verzichten.
    Ich glaube, dass er sich im Gespräch halten will, um vielleicht eines Tages "Deutscher Grüß-Gerd" zu werden.
    4 Jahre Heck-meck und schon hat er jeden Monat bis an sein Lebensende 20 Mille auf der Kralle, einen Chauffeur, ein Büro und weitere Vergünstigungen.
    Das kann ihm Gaz-Man Putin in Rußland nicht bieten.
    Sowas gibts nur in der Schuldenrepublik Deutschland.

  • Mich beschäftigt noch eine ganz andre Frage: braucht Schröder so dringend Geld, dass er hier Gastbeiträge shreiben muß?
    Zahlt Putin nicht genug?

  • Schroeder, dieser, aus meiner Sicht, eitle und käufliche Luftikus sollte besser in Russland bei seinem Vorzeigedomokraten bleiben. Wären unsere Gesetze noch am Volk und gsundem Geist orientiert müsste er in Deutschland sofort abgeurteilt werden. Bleib weg und still du Schmutz.

  • Hey Omarius,
    hass du widder einmahl Deutskurss geswenzt?

  • AK-Schröder hatte einmal eine gute Idee.
    Da er und sein Polit-Kommitee nicht in der Lage waren, eine vernünftige Arbeitsmarkt-Politik zu entwickeln, hat er sich in der freien Wirtschaft einen Fachmann für gute Unternehmensführung geholt: Dr.P.Hartz.
    Dieser Mann und nicht AK-Schröder, hat unsere Arbeitslosen-Zahlen halbiert und das Prinzip von "Fördern und Fordern" eingeführt.
    Da bisher jeder, der von unseren Millionen Arbeitsunwilligen etwas gefordert hat, abgewählt wurde, hat er das Ding "HartzIV" genannt, und hoffte, daß die Angriffe in erster Linie auf Hartz gerichtet werden.
    Damit hat er recht behalten, denn der Name "Hartz" treibt jedem Leistungsverweigerer den Schaum vor den Mund.
    AK-Schröder war trotzdem nicht intelligent genug, um seine Abwahl zu verhindern.
    Heute dient er dem "lupenreinen Demokraten" Putin, berühmt für seine lupenreinen Menschenrechtsverletzungen.
    Daß er nun seiner Erzfeindin Merkel und Frischgelddrucker Draghi die Stange hält, und nichts gegen die Enteignung der Deutschen hat, passt zu ihm, den AK-Schröder.

  • er vergist das unsere freunde uns nicht als Partner sondern als Opfer sehn...

  • Auch mit diesem Bla,bla,blub -der das virtuelle Papier nicht wert ist auf dem er abgedruckt wurde- hat Schröder wieder einmal eindrucksvoll bewiesen:
    Man kann aus einem Esel kein Pferd machen und aus einem Schröder keinen Staatsmann!
    Bleiben Sie lieber bei der Korruption Herr Schröder, davon verstehen Sie mehr!

  • nunja politiker halt....

    und was soll sich durch eine immer mehr schulden und weiter so mit noch mehr schulden ändern?
    wo sollen die arbeitsplätze her kommen in den problemstaaten?

    und noch was.
    das brechen von verträgen zeigt mir das regeln/gesetze nichts mehr wert sind, in was soll ich dann noch vertrauen haben wenn jeder, der die macht hat, das tut was ihm in den kram passt, egal was vereinbart wurde.
    wer einmal lügt....
    auf was wollen wir eine gemeinschaft aufbauen dauer betrug/lügen?

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