Gastbeitrag „Für Europa wäre die Wahl von Romney ein Schock“

Die Liste der Politikberater Romneys verheißt nichts Gutes für Europa. Kein Wunder, dass der Republikaner hierzulande als Präsident keinen Rückhalt hätte. Doch auch unter Barack Obama würde nichts so bleiben wie es ist.
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Niels Annen, SPD-Außenexperte. Quelle: PR

Niels Annen, SPD-Außenexperte.

(Foto: PR)

Keine Frage, für die meisten Europäer wäre die Wahl von Mitt Romney ein Schock. Laut einer Umfrage des German Marshall Funds würden 75 Prozent der Europäer Barack Obama wählen, in Deutschland erfreut sich der Präsident gar einer Unterstützung von sagenhaften 87 Prozent, mit nur 5 Prozent liegt die Unterstützung für seinen Kontrahenten Mitt Romney nur knapp über der statistischen Wahrnehmungsschwelle.

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass die Wahrnehmung des Wahlkampfes in Deutschland stark von der Sympathie für Präsident Obama geprägt ist. Dass ein Sieg Romneys überhaupt zu einer realistischen Möglichkeit geworden ist, erscheint für viele deutsche Beobachter unverständlich. Diese Bewertung übersieht die tiefen ökonomischen Probleme des Landes, in dem seit Franklin Roosevelt zu Zeiten der Großen Depression kein Präsident mehr mit einer Arbeitslosenquote von über 8 Prozent wiedergewählt worden ist.

Angesichts der ökonomischen Ausgangslage ist es umgekehrt also eher bemerkenswert, dass der Präsident, wenn auch denkbar knapp, vorne liegt. Sollte Obama gewinnen, dann sicher nicht allein, weil die Wirtschaft in den letzten Monaten erneut Anzeichen einer langsamen, aber stetigen Erholung gezeigt hat.

Da auch deutsche Medien mit genussvoll ausgebreiteten Berichten über abstruse Positionen einer sich immer stärker radikalisierenden Republikanischen Partei („Legitime Vergewaltigung“) die Vorurteile ihrer deutschen Leserschaft über die USA bedienen, bleibt meist nur dieser unappetitliche Teil der gesellschaftlichen Entwicklungen im Bewusstsein. Dabei sind es dramatische und von uns viel zu wenig beachtete Veränderungen innerhalb der amerikanischen Gesellschaft, die die Grundlage für eine mögliche zweite Amtszeit Barack Obamas legen.

Während Mitt Romney sich in seiner Kampagne auf die traditionelle weiße Wählerschaft konzentriert (und hier eine solide Mehrheit gewinnen wird), hat die Obama-Kampagne von Anfang an die neuen demographischen Realitäten des Landes zur Grundlage ihrer Kampagne gemacht. In einigen Umfragen liegt Obama etwa bei Latinos mit bis zu 50 Prozentpunkten vor seinem Konkurrenten, und es sind vor allem Erfolge bei der Registrierung von Afroamerikanern und Latinos in den umkämpften „swing-states“, die Obamas Strategen in seinem Hauptquartier in Chicago Zuversicht ausstrahlen lassen.

"Entwicklung in den USA ist voller Widersprüche"
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70 Kommentare zu "Gastbeitrag: „Für Europa wäre die Wahl von Romney ein Schock“"

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  • Kann Obama, den Mist, den Bush gebaut hat, in 4 Jahren entsorgen? Die Republikaner haben doch die Infrastruktur kaputt gehen lassen, nur der Finanzindustrie gehuldigt...
    Dort wird nur Luft, virtuelles, nicht physisch greifbares produziert, aber auch nichts geistig fassbares... Also gar nichts, außer unproduktivem Müll... Leerverkäufe und Facebook, mehr kann Amerika scheinbar nicht mehr produzieren, ach ja Smartphones, aber das mit Apple wird auch bald Geschichte sein...

  • Aktivposten, was haben Sie denn in Ihrem Leben durchmachen müssen, dass Sie Ihre Komplexe hier so deutlich für alle artikulieren? Denken Sie eigentlich nach, bevor Sie schreiben? Gruß. KH

  • Es wäre für eine Zeitung wie das "Handelsblatt" höchst wünschenswert, wenn die Aufsätze nicht voller grammatikalischer Fehler wären. Vielleicht könnte man die Beiträge vor ihrer Veröffentlichung einer gründlichen Redaktion unterziehen? Oder fühlt sich das "Handelsblatt" bürgerlichen Werten wie Bildung nicht mehr verpflichtet?

  • Obama hat ja jetzt eine tolle Sammlung nicht eingelöster Versprechen. An der Erfüllung dieser wird er zu messen sein. (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Frage: welche Konsequenzen haben Sie für sich selbst aus der PISA-Studie gezogen? Ich sehe keine, wenn man sich Ihre horrende Rechtschreibung ansieht.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich finde den Romney in Ordnung. Der würde bestimmt mehr Wert auf die transatlantische Allianz legen als der Amtsinhaber.

  • einmillionenmann
    Wie sagte schon Churchill?
    Glabue keienr Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast
    Wer wählt Grün?
    Das sind vorrangig Beamte, Lehrer und Sozialpädagogen und viele bei der Justiz.
    Also je höher die Bildung mehr Grünen-Wähler ist nicht ganz richtig
    Und Nichtwähler als Ungebildete zu bezeichnen, ist gelinde ausgedrückt eine Frechheit

  • arroganza
    doch stimmt. Angeblich scheiterte das Examen an den fehlenden Lateinkenntnissen.
    Also ich kenne das eigentlich nur andersrum. Bevor ich ein Studium aufnehme und habe dafür keine Lateinkenntnisse, macht man ein sog. Brückensemester in welchem man zumind. das kleine Latinum erlangen kann, was ja oftmals reicht und dann beginnt man mit dem Hauptstudium.
    Und so etwas ist immer noch in der Politik.
    Eine größere Schande kann sich die SPD nicht antun

  • nicht_SPD_Waehler
    dem kann ich zustimmen
    Auch mir ist schleierhaft, was die Deutschen an Obama finden. Aber ist mal wieder so typisch Deutsch, von nichts Ahnung, plappern sie halt nach was irgendwelche Politiker ihnen vorsagen
    Obama ist der erste Präsident der USA der zu Deutschland und Europa absolut keine Beziehung hat. Noch ein stück schlimemr als dieser Bush jun. Staatsbesuch in D.? Fehlanzeige. Er flog drüber weg und landete in Polen wegen des Schutzschildes.
    Romney hat eine andere Beziehung zu Europa, er kennt Europa, er hat schon mal in Frankreich gelebt und ist schon vom Alter her mit Europa vertrauter
    Und was soll das Gefasel mit rechts? Kommt sicherlich von so einem Fatzke wie dem Niels Annen, der ja auch 20 Jahre!! studiert hat.

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