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Gastbeitrag Armee-Mutter mit Sinn für die Realität

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Gehirngewaschene Transatlantiker und Bellizisten

Da die Armee ihren Nachwuchs nicht mehr wie in den goldenen Zeiten des Kalten Krieges aus den Reihen der Zwangsdienstverpflichteten generieren kann, ist sie gezwungen, mit der zivilen Wirtschaft um ihr Personal zu konkurrieren. Dabei sieht sie sich mit zwei Nachteilen konfrontiert: einem demographischem und einem strukturellen. Aus ersterem resultiert eine sich aufgrund des Geburtenrückgangs schon jetzt stetig verschärfende Knappheit an jungen Arbeitskräften. Der strukturelle Nachteil besteht darin, dass sich ein ziviler Job in aller Regel als weit weniger gesundheits- und lebensgefährdend anlässt, als der beim Militär.

Nun lässt sich ein derartiger Attraktivitätsmalus im Grunde nur dadurch kompensieren, dass die übrigen Arbeits- und Lebensbedingungen für die tapferen Vaterlandsverteidiger erheblich besser ausgestaltet werden, als dies auf dem zivilen Arbeitsmarkt der Fall ist. Nicht zuletzt dieses Kalkül dürfte Frau Ministerin zu ihrem nun angekündigten Attraktivitätssteigerungsprogramm für die Streitkräfte bewogen haben.

Wertvollen Flankenschutz gegen das umgehend massiv einsetzende Feuer der Kritik leisten in engem Schulterschluss der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus und der schon erwähnte Deutsche Bundeswehrverband als organisierte Interessenvertretung der Bundeswehrangehörigen. Die Kritiker der Linken folgten prompt dem fundamentalpazifistischem Beißreflex derer, die ohnehin die Armee am liebsten ganz abschaffen wollen – da wirkt sich eine Attraktivitätssteigerung des militärischen Dienstes erheblich kontraproduktiv aus – und monierten, dass sich keine „Teilzeit-Kriege“ führen ließen.

Auch die gehirngewaschenen Transatlantiker und Bellizisten vom rechten und nationalkonservativen Spektrum entblödeten sich nicht dieses billig-polemischen Arguments, um Ursula von der Leyen darüber hinaus vorzuhalten, dass sie zum einen in sozialpopulistischer Manier der notwendigen Debatte um den Sinn von Streitkräften in heutiger Zeit auswiche und zum anderen die Frage nach der Finanzierung der geplanten Wohltaten völlig ungeklärt ließe.

Letzteres Problem ließe sich freilich in zweierlei Hinsicht entschärfen. Zum einen, indem die Bundesregierung aufhörte, die deutschen Streitkräfte in teure und zudem völlig sinnlose Kriegsabenteuer zu entsenden – allein hierdurch entstünde alljährlich ein finanzieller Spielraum von mindestens einer Milliarde Euro, die zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Mitarbeitern der Bundeswehr hierzulande investiert werden könnten.

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4 Kommentare zu "Gastbeitrag: Armee-Mutter mit Sinn für die Realität"

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  • HERR ROSE - SIE VERTRETEN DIE MEHRHEIT

    "Bleibt abschließend noch die selbigenorts gestellte Frage zu beantworten: „Wo kann die neue Bundeswehr in einer hochkomplexen Welt mit modernen, selbstbewussten Soldaten ein Instrument der Friedenssicherung sein?“ Ganz einfach: Dort, wo sie es seit ihrer Gründung schon immer war: Im Heimatland und in Europa. Und zwar defensiv, durch Abschreckung und im Notfall durch Verteidigung."

    Dies ist die Meinung der breiten Bevölkerungsmehrheit - quer über die politischen Fronten hinweg.
    Die Deutschen wollen eine Verteidigungsarmee -und mehr nicht.

    Aber die etablierten Parteien ignorieren - ganz undemokratisch- wie so oft die Meinung des Volkes wohl wissend dass es ohnehin keine funktionierende Demokratie in der BRD gibt und sie für ihre Politik ohnehin nicht bestraft werden und bauen die Bundeswehr zu einer internationalen Eingriffstruppe um, die dann im Dienste der US-Regierung und Nato überall auf der Welt Kriegsdienste verrichten darf.

  • HERR ROSE SIE VERTRETEN DIE MEHRHEIT

    "Bleibt abschließend noch die selbigenorts gestellte Frage zu beantworten: „Wo kann die neue Bundeswehr in einer hochkomplexen Welt mit modernen, selbstbewussten Soldaten ein Instrument der Friedenssicherung sein?“ Ganz einfach: Dort, wo sie es seit ihrer Gründung schon immer war: Im Heimatland und in Europa. Und zwar defensiv, durch Abschreckung und im Notfall durch Verteidigung."

    Dies ist die Meinung der breiten Bevölkerungsmehrheit - quer über die politischen Fronten hinweg.
    Die Deutschen wollen eine Verteidigungsarmee -und mehr nicht.

    Aber die etablierten Parteien ignorieren - ganz undemokratisch- wie so oft die Meinung des Volkes wohl wissend dass es ohnehin keine funktionierende Demokratie in der BRD gibt und sie für ihre Politik ohnehin nicht bestraft werden und bauen die Bundeswehr zu einer internationalen Eingriffstruppe um, die dann im Dienste der US-Regierung und Nato überall auf der Welt Kriegsdienste verrichten darf.

  • Na ja, wenn Naivität eine Tugend ist, hat der Autor hier seine Tugenhaftigkeit maximiert.
    Obwohl Vieles richtig ist, ist die Annahme eine deutsche Armee könne sich auf das eigene Territorium beschränken wohl reine opportunistische Nostalgie.
    Als die Bundeswehrdoktrin entwickelt wurde, da waren moderne Konflikte schlicht noch gar nicht vorstellbar.
    Heute ist es, durch die weltweite Vernetzung und das Transportwesen möglich jederzeit den Krieg irgendwo in der Welt zu uns zu tragen, wobei die Drahtzieher nicht mal die Kriegsregion verlassen müssen.
    Auch der saloppe Vorwurf, dann müsse die Bundeswehr keine Frauen und Kinder mehr töten ist an unverschämter Ignoranz wohl kaum noch zu überbieten.
    Sicher ist es wichtig zu vermeiden, das die Armee nicht zum bloßen Machtinstrument degeneriert, aber ebenso wichtig ist der Degeneration im Hirn vorzubeugen, die meint, dass Kampfeinsätze keine schmerzlichen Kollateralschäden verursachen oder gar ganz verzichtbar wären. Kommt es erst dazu, sind sie über kurz oder lang unvermeidbar, alles andere ist Selbsttäuschung!
    Die Amerikaner haben uns zwar mit dem Irakkrieg vorexerziert das es für Missbrauch keine Garantien gibt, aber das ändert nichts daran, dass wir es uns gar nicht leisten können wegzusehen, wenn sich irgendwo archaische Regierungen wie die Taliban etablieren oder das Risiko einzugehen, dass sie zum Flächenbrand werden.
    Die meisten Auseinandersetzungen nach dem kalten Krieg, gerade der Amerikaner, dienen der Begrenzung der Konflikte auf regionaler Ebene, damit die Aggressionen (egal ob berechtigte oder unberechtigte) und Machtkämpfe nicht durch weiteren Export gelöst werden können.
    Unser gesamter Wohlstand würde gefährdet, würde die Kontrolle der Weltsicherheit verloren gehen und mir ihr die behaglich ignorante deutsche Sicherheit.

  • Warum ist die Truppe Familienunfreundlich? Weil die Soldaten auf Geheiß unseres Bundestages in der ganzen Welt Angriffskriege begehen müssen. Weil die armen Schweine Interessen von Politikern mit Waffengewalt in fremden Ländern durchsetzen müssen.

    "Kein Krieg darf ohne Deutschland mehr ausgehen" - oder so ähnlich (frei nach Volker Pispers). Die Schweizer machen es richtig. Halten sich aus allem ideologischen Blödsinn raus (Kampfeinsätze, EU, Euro, Bündnisse,...) und trotzdem gehts den Alpenbewohnern hervorragend. Was wäre wenn Frau Merkel - angelhnt an die patriotischen Filme - vorne voraus in den Krieg ziehen müsste, gleich dahinter Frau von der Leyen? Ich glaube dann würde es ab morgen nie wieder Krieg geben! Das hätte ins Grundgesetz gehört: Wer Angriffskriege will, der soll ganz vorne in erster Reihe mit dabei stehen. Gebt Merkel ein (zielungenaues) G36.