Gastbeitrag Armee-Mutter mit Sinn für die Realität

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Neue Maxime muss lauten: „Wir. Dienen. Dem Frieden!“

Etwas pointierter formuliert muss es demnach weitaus sinnvoller anmuten, wenn das Geld der Steuerzahler in Deutschland dafür verwendet wird, in den bundesdeutschen Kasernen Mutter-und-Kind-Betreuungsmöglichkeiten einzurichten, als unsere „Helden“ dafür zu alimentieren, dass sie – wie 2008 geschehen – an Checkpoints in Afghanistan Frauen und Kinder über den Haufen knallen oder sich gar wie im Herbst 2009 in Kundus als „archaische Kämpfer“, von denen ein vormaliger Heeresinspekteur schwadronierte, gerieren.

Sollte die programmatische Initiative der Ursula von der Leyen auch von solchen Überlegungen geleitet sein, läge sie damit auch militärpolitisch durchaus auf der Linie der schon erwähnten „Merkel-Doktrin“. Dergestalt mit der Kanzlerin zu harmonieren, kann strategisch kaum ein Fehler sein, auch wenn das transatlantische Frontblatt vom Hamburger Speersort giftig leitartikelt: „Oder ist etwa dies der heimliche Sinn hinter all den widersprüchlichen Signalen: Eine Armee, die ohnehin nicht eingesetzt werden soll, kann sich auch ganz auf ihre innerbetrieblichen Sorgen konzentrieren?“

Bleibt abschließend noch die selbigenorts gestellte Frage zu beantworten: „Wo kann die neue Bundeswehr in einer hochkomplexen Welt mit modernen, selbstbewussten Soldaten ein Instrument der Friedenssicherung sein?“ Ganz einfach: Dort, wo sie es seit ihrer Gründung schon immer war: Im Heimatland und in Europa. Und zwar defensiv, durch Abschreckung und im Notfall durch Verteidigung.

In diesem Sinne wäre die durch vorgebliche nationale Interessen geleitete Parole des gescheiterten Amtsvorgängers Thomas de Maizière „Wir. Dienen. Deutschland.“ schleunigst auf dem Schutthaufen der Geschichte zu entsorgen. Der neuen Verteidigungsministerin dagegen stünde die Rolle einer „Pallas Athene“ zu Berlin ganz gut zu Gesicht, auf deren Schild als neu-alte Maxime einzugravieren wäre: „Wir. Dienen. Dem Frieden!“

Jürgen Rose war Oberstleutnant der Bundeswehr und ist Mitglied im Vorstand des „Darmstädter Signals“, dem Forum für kritische Staatsbürger in Uniform.

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4 Kommentare zu "Gastbeitrag: Armee-Mutter mit Sinn für die Realität"

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  • HERR ROSE - SIE VERTRETEN DIE MEHRHEIT

    "Bleibt abschließend noch die selbigenorts gestellte Frage zu beantworten: „Wo kann die neue Bundeswehr in einer hochkomplexen Welt mit modernen, selbstbewussten Soldaten ein Instrument der Friedenssicherung sein?“ Ganz einfach: Dort, wo sie es seit ihrer Gründung schon immer war: Im Heimatland und in Europa. Und zwar defensiv, durch Abschreckung und im Notfall durch Verteidigung."

    Dies ist die Meinung der breiten Bevölkerungsmehrheit - quer über die politischen Fronten hinweg.
    Die Deutschen wollen eine Verteidigungsarmee -und mehr nicht.

    Aber die etablierten Parteien ignorieren - ganz undemokratisch- wie so oft die Meinung des Volkes wohl wissend dass es ohnehin keine funktionierende Demokratie in der BRD gibt und sie für ihre Politik ohnehin nicht bestraft werden und bauen die Bundeswehr zu einer internationalen Eingriffstruppe um, die dann im Dienste der US-Regierung und Nato überall auf der Welt Kriegsdienste verrichten darf.

  • HERR ROSE SIE VERTRETEN DIE MEHRHEIT

    "Bleibt abschließend noch die selbigenorts gestellte Frage zu beantworten: „Wo kann die neue Bundeswehr in einer hochkomplexen Welt mit modernen, selbstbewussten Soldaten ein Instrument der Friedenssicherung sein?“ Ganz einfach: Dort, wo sie es seit ihrer Gründung schon immer war: Im Heimatland und in Europa. Und zwar defensiv, durch Abschreckung und im Notfall durch Verteidigung."

    Dies ist die Meinung der breiten Bevölkerungsmehrheit - quer über die politischen Fronten hinweg.
    Die Deutschen wollen eine Verteidigungsarmee -und mehr nicht.

    Aber die etablierten Parteien ignorieren - ganz undemokratisch- wie so oft die Meinung des Volkes wohl wissend dass es ohnehin keine funktionierende Demokratie in der BRD gibt und sie für ihre Politik ohnehin nicht bestraft werden und bauen die Bundeswehr zu einer internationalen Eingriffstruppe um, die dann im Dienste der US-Regierung und Nato überall auf der Welt Kriegsdienste verrichten darf.

  • Na ja, wenn Naivität eine Tugend ist, hat der Autor hier seine Tugenhaftigkeit maximiert.
    Obwohl Vieles richtig ist, ist die Annahme eine deutsche Armee könne sich auf das eigene Territorium beschränken wohl reine opportunistische Nostalgie.
    Als die Bundeswehrdoktrin entwickelt wurde, da waren moderne Konflikte schlicht noch gar nicht vorstellbar.
    Heute ist es, durch die weltweite Vernetzung und das Transportwesen möglich jederzeit den Krieg irgendwo in der Welt zu uns zu tragen, wobei die Drahtzieher nicht mal die Kriegsregion verlassen müssen.
    Auch der saloppe Vorwurf, dann müsse die Bundeswehr keine Frauen und Kinder mehr töten ist an unverschämter Ignoranz wohl kaum noch zu überbieten.
    Sicher ist es wichtig zu vermeiden, das die Armee nicht zum bloßen Machtinstrument degeneriert, aber ebenso wichtig ist der Degeneration im Hirn vorzubeugen, die meint, dass Kampfeinsätze keine schmerzlichen Kollateralschäden verursachen oder gar ganz verzichtbar wären. Kommt es erst dazu, sind sie über kurz oder lang unvermeidbar, alles andere ist Selbsttäuschung!
    Die Amerikaner haben uns zwar mit dem Irakkrieg vorexerziert das es für Missbrauch keine Garantien gibt, aber das ändert nichts daran, dass wir es uns gar nicht leisten können wegzusehen, wenn sich irgendwo archaische Regierungen wie die Taliban etablieren oder das Risiko einzugehen, dass sie zum Flächenbrand werden.
    Die meisten Auseinandersetzungen nach dem kalten Krieg, gerade der Amerikaner, dienen der Begrenzung der Konflikte auf regionaler Ebene, damit die Aggressionen (egal ob berechtigte oder unberechtigte) und Machtkämpfe nicht durch weiteren Export gelöst werden können.
    Unser gesamter Wohlstand würde gefährdet, würde die Kontrolle der Weltsicherheit verloren gehen und mir ihr die behaglich ignorante deutsche Sicherheit.

  • Warum ist die Truppe Familienunfreundlich? Weil die Soldaten auf Geheiß unseres Bundestages in der ganzen Welt Angriffskriege begehen müssen. Weil die armen Schweine Interessen von Politikern mit Waffengewalt in fremden Ländern durchsetzen müssen.

    "Kein Krieg darf ohne Deutschland mehr ausgehen" - oder so ähnlich (frei nach Volker Pispers). Die Schweizer machen es richtig. Halten sich aus allem ideologischen Blödsinn raus (Kampfeinsätze, EU, Euro, Bündnisse,...) und trotzdem gehts den Alpenbewohnern hervorragend. Was wäre wenn Frau Merkel - angelhnt an die patriotischen Filme - vorne voraus in den Krieg ziehen müsste, gleich dahinter Frau von der Leyen? Ich glaube dann würde es ab morgen nie wieder Krieg geben! Das hätte ins Grundgesetz gehört: Wer Angriffskriege will, der soll ganz vorne in erster Reihe mit dabei stehen. Gebt Merkel ein (zielungenaues) G36.

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