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Gastbeitrag von Oliver Bäte Warum ich als einziger Dax-CEO auf Instagram bin

Oliver Bäte ist Vorstandschef der Allianz-Versicherung. Auf der Social Media-Plattform Instagram will er junge Leute erreichen – und von ihnen lernen.
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Fast 2700 Menschen folgen dem Allianz-Chef auf Instagram. Quelle: Reuters
Oliver Bäte

Fast 2700 Menschen folgen dem Allianz-Chef auf Instagram.

(Foto: Reuters)

Was mache ich auf Instagram? Ziemlich einsam sein, wenn das Ziel der Kontakt zu anderen CEOs wäre. Tatsächlich sind wenige Unternehmenslenker auf der Plattform präsent. Doch mein Antrieb ist ein ganz anderer. Ich möchte verstärkt junge Leute, Millenials, Frauen erreichen, sie für die Allianz interessieren oder gar begeistern, von ihnen lernen.

Instagram ist eine kommunikative Wundertüte. Gegenwärtig befinde ich mich noch in der Phase des Ausprobierens. Ich taste mich erst langsam voran, habe längst noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, auch aus Zeitmangel.

Was mir aber schon jetzt gefällt: das jugendliche Engagement der Teilnehmer. Es ist: begeisternd. Ich mag die Modernität von Instagram: Visuelle Kommunikation auf Augenhöhe. Direkt und ungefiltert. Authentisch, wenn man sich das vorgenommen hat (doch natürlich halten es viele anders). Ein tolles Medium, um mit jungen Kunden und Mitarbeitern weltweit Kontakt zu halten – oder mit solchen, die erst zu uns finden müssen.

Wir bei der Allianz wollen kommunikativ die Herzen und den Verstand der Leute erobern. Wie ginge es einfacher als über Bilder? Sie bieten unmittelbar einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit – mit allem, was dazugehört: Information, Stimmungen, Emotionen. Deshalb können Menschen ihnen kaum widerstehen. Bei Bildern schaut man hin. Lange Texte? Dafür fehlt fast jedem die Zeit.

Warum also ins Beschreiben kommen, wenn ich gefragt werde: Was machen Sie als CEO den ganzen Tag? Wo sind Sie gerade? Wie sieht das bei der Allianz eigentlich aus? Was für Themen stehen bei euch an, und wie seid ihr eigentlich drauf als Finanzdienstleister? Da haben die Menschen ja so ihre liebgewonnenen Vorstellungen...

Das sind Fragen, die mich immer wieder erreichen. Mir macht es Freude, Fotos mit kurzem Begleittext zu posten, statt bei der Beantwortung weit auszuholen. Einsehbar: weltweit. Instagram ist viel fasslicher, effizienter als herkömmliche Kommunikationsformen. Und erzählt eine Geschichte fast mit einem Augenaufschlag.

Ich bin also auf Instagram, weil es mir hilft, Transparenz herzustellen über Themen, die uns als Allianz umtreiben. Ich gebe Einblicke in meinen Berufsalltag und stelle Mitarbeiter vor, insbesondere tüchtige und erfolgreiche Frauen. Es geht mir darum, Teamgeist zu fördern und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren.

Mir ist wichtig, nahbar zu sein

Wenn dabei ein Bild entsteht, wie Oliver Bäte tickt – gut so! Ich möchte als Mensch mit einer Aufgabe und einer Persönlichkeit wahrgenommen werden, nicht als ferner Rollenträger in einem Büro am Münchner Englischen Garten.

Vor allem ist mir wichtig, über Instagram nahbar zu sein und zu ermutigen. Und das funktioniert! Viele unserer jungen Leute waren positiv überrascht, mich dort anzutreffen. Ich bemerke auch einen Wandel auf Town Halls, auf dem Korridor oder im Aufzug: Mitarbeiter sprechen mich ungezwungener und selbstverständlicher an und sagen unverblümt ihre Meinung. Ich finde das toll.

Rund 2700 Follower habe ich bisher. Ich muss also nur noch mehr als 735.000 hinzugewinnen, bis ich Jeff Bezos’ Reichweite erreicht habe.

Will ich das überhaupt? Ich setze vor allem auf organisches Wachstum, mit Inhalten, die zu mir passen, und mit einer authentischen Stimme. Wir geben kein Geld für Werbung aus und nutzen keine Werkzeuge, um schnell eine hohe Gefolgschaft zu erreichen.

Instagram hat erfüllt, was ich mir gewünscht habe: Kommunikativ präsent sein in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahren und bei Frauen. Also dort, wo meine jungen Mitarbeiter und meine morgigen Kunden sind. Die Verteilung meiner Follower nach Geschlecht ist ausgeglichen. Ich erreiche viele Allianzer weltweit. Und die Engagement-Rate ist mit gut 20 Prozent außergewöhnlich gut. Ich freue mich auf die nächsten Stationen dieser Reise!

Der Text ist in der aktuellen Ausgabe des neuen Magazins „ada“ der Handelsblatt Media Group erschienen.

Mehr: Die Allianz gilt als sicherer Hafen für Anleger. Doch das reicht nicht - Oliver Bäte muss den Investoren mehr bieten als bisher.

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