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Gastbeitrag Warum Schweden und Deutschland ihre digitale Zukunft zusammen gestalten müssen

Schweden ist das Partnerland der Hannover Messe 2019. Die Digitalminister der beiden Staaten erläutern die Vorteile einer Zusammenarbeit.
  • Peter Eriksson und Dorothee Bär
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Ein offener Volkswagen mit Hybridantrieb steht am Stand von Siemens bei der Hannover Messe 2018. Quelle: dpa
Hannover Messe 2018

Ein offener Volkswagen mit Hybridantrieb steht am Stand von Siemens bei der Hannover Messe 2018.

(Foto: dpa)

HannoverIn Schweden und Deutschland stehen wir bezüglich der digitalen Transformation unserer Gesellschaften nicht nur vor den gleichen Herausforderungen, uns verbinden auch ähnlich ehrgeizige Ziele. In beiden Ländern bilden nationale digitale Strategien den Rahmen für unsere Arbeit. Nachfolgend einige Bereiche, die in den kommenden Jahren im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen werden.

Die digitale Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden. Sowohl Schweden als auch Deutschland haben sich das Ziel gestellt, bis zum Jahr 2025 eine flächendeckende Breitbandversorgung mit einer Mindestkapazität von 1 Gbit/s zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein starkes landesweites Glasfasernetz erforderlich. Die Breitbandinfrastruktur bietet bessere Möglichkeiten, Zugang zu den Diensten der Gesellschaft zu erhalten und wettbewerbsfähige Unternehmen zu betreiben. Darüber hinaus trägt sie zum sozialen Zusammenhalt bei.

Grundlage dafür ist ein marktorientierter Ausbau der Infrastruktur in Übereinstimmung mit dem Bedarf des öffentlichen Sektors hinsichtlich eines langfristigen, nachhaltigen Zugangs zu wichtiger Infrastruktur. Dies bedeutet einen kontinuierlichen marktorientierten Ausbau ergänzt durch Maßnahmen der öffentlichen Hand dort, wo die Marktmechanismen nicht ausreichen.

Peter Eriksson ist Schwedischer Minister für Wohnungsbau und digitale Entwicklung.
Peter Eriksson

Peter Eriksson ist Schwedischer Minister für Wohnungsbau und digitale Entwicklung.

Darüber hinaus wird die Umsetzung des europäischen digitalen Binnenmarktes (DSM) von zentraler Bedeutung sein, um zu gewährleisten, dass die europäische Gesetzgebung im gesamten EU-Binnenmarkt an unsere digitale Zukunft angepasst wird. Nur ein digital vereintes Europa wird in der Lage sein, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten.

Digitale Innovationen sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung Schwedens und Deutschlands von erfolgreichen Industrienationen zu wettbewerbsfähigen Digitalnationen. Wir wollen datengestützte und digital gesteuerte Innovationen wie beispielsweise künstliche Intelligenz, Robotertechnik, Cloud-Computing, IoT Chain, Blockchain und Quantencomputing fördern.

Allein in Schweden werden in den nächsten zehn Jahren öffentliche und private Gelder im Wert von mehreren hundert Millionen Euro in künstliche Intelligenz investiert. Deutschland wird sein Engagement mit Hilfe einer nationalen KI-Strategie koordinieren. Smarte Industrien und die so genannte „Industrie 4.0” stellen in diesem Zusammenhang Kernbereiche dar.

Die 5G-Technologie ist bereits im Kommen, nicht zuletzt auch dank der erfolgreichen schwedisch-deutschen Kooperation von Ericsson und Fraunhofer. Neue Generationen der kabellosen Datenübertragung werden sich unweigerlich durchsetzen. Für die Zukunft werden gemeinsame Anstrengungen in der Forschung – privat wie öffentlich – unerlässlich sein.

Digitale Kompetenz wird zur Allgemeinbildung

Stockholm zählt wie auch Berlin, München und Hamburg zu den wichtigen Zentren für innovative Start-ups. Gemessen an seiner Einwohnerzahl gibt es in Stockholm so viele erfolgreiche Start-ups, dass die Stadt im weltweiten Vergleich hinter dem Silicon Valley den 2. Platz belegt. Start-ups erfüllen wichtige Aufgaben; so sind sie unter anderem oft Innovationsbeschleuniger.

Digitale Kenntnisse werden zukünftig alle benötigen, nicht nur die Geschäftsleute. Digitale Kompetenz wird ein Bestandteil der Allgemeinbildung werden, und Erwerbstätige sollten die Möglichkeit erhalten, digitale Fertigkeiten zu erwerben, um für den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Daher kommt der Modernisierung des Bildungssystems und der Anpassung der Qualifikationen besondere Bedeutung zu.

Die schwedische Regierung hat 2017 eine nationale Strategie zur Digitalisierung des Schulsystems vorgestellt und unterstützt aktiv die Anpassung der Qualifikationen, die Berufsausbildung und die akademische Ausbildung sowie lebenslanges Lernen. Auch die Bundesregierung zählt die digitale Bildung zu ihren Prioritäten. 5 Milliarden Euro werden in die Digitalisierung der Schulen fließen, und lebenslanges Lernen soll durch zahlreiche Maßnahmen zu einem Teil des Alltags werden.

Dorothee Bär ist Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.
Dorothee Bär

Dorothee Bär ist Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

E-Governance und die Digitalisierung des öffentlichen Sektors müssen weiterentwickelt werden. Auch die Bevölkerung unserer Länder wird von der digitalen Revolution profitieren. Außerdem können unsere Demokratien durch neue digitale Lösungen gestärkt werden. Sowohl die Bundesregierung als auch die schwedische Regierung haben beschlossen, Agenturen für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors zu gründen. Die neue schwedische Agentur wird im Laufe dieses Jahres ihre Arbeit aufnehmen, um die Umstrukturierung unserer öffentlichen Verwaltung zu unterstützen.

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, ein digitales Portal für alle Bürgerinnen und Bürger und alle Unternehmen zu entwickeln. Ein Digitalisierungsrat existiert bereits in Schweden und soll in Deutschland gebildet werden.

Der Partnerlandauftritt Schwedens auf der Hannover Messe 2019 bietet Deutschland und Schweden eine ausgezeichnete Gelegenheit der Zusammenarbeit in diesem Bereich. Seit Januar 2017 besteht zudem eine bilaterale schwedisch-deutsche Innovationspartnerschaft mit dem Ziel einer engeren Zusammenarbeit.

Vier Bereiche stehen dabei im Vordergrund: Elektromobilität, E-Health, Testanlagen für Innovationen und die Digitalisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen. Die Partnerschaft beinhaltet auch eine umfassende finanzielle Unterstützung, um schwedischen und deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine Vertiefung ihrer Kooperationen zu ermöglichen.

Und so hat die Deutsch-Schwedische Handelskammer beispielsweise ein German-Swedish Tech Forum gegründet, die Straßenverkehrsbehörden unserer beiden Länder haben eine Kooperationsvereinbarung mit einer Mindestlaufzeit von drei Jahren unterzeichnet und das schwedische Forschungsinstitut RISE und Fraunhofer arbeiten mit der Wirtschaft zusammen, um eine europäische Plattform für Testanlagen zu entwickeln. Wir sind überzeugt, dass die digitale Herausforderung eine große Chance für die Entwicklung unserer Volkswirtschaften und Gesellschaften sein kann, wenn wir auch zukünftig die Möglichkeiten der Zusammenarbeit nutzen.

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