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Gastkolumne Die Doppelspitze ist ein Holzweg

In der Politik sind Doppelspitzen längst üblich. Doch in Vorständen von Unternehmen sollte man derartige Konstruktionen besser vermeiden.
16.03.2020 - 03:58 Uhr Kommentieren
Auch die Doppelspitze mit Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain scheiterte. Quelle: Reuters
Negativ-Beispiel Deutsche Bank

Auch die Doppelspitze mit Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain scheiterte.

(Foto: Reuters)

Vorstandsbesetzungen sind kein Ponyhof mehr. Das hat sich herumgesprochen. Dennoch hat man sich auf Unternehmensebene und in den Aufsichtsgremien eine geraume Zeit nicht anstecken lassen von den parteipolitischen Kompromissansätzen, welcher Couleur auch immer. Zur Lösung von Flügelkämpfen wie von gendergetriebenen Endlosdebatten suchen immer mehr Parteien und andere Vereinigungen die Doppelspitze: als fleischgewordener Kompromiss und zur doppelseitigen Absicherung im Wendeformat.

Auch in den Unternehmen scheint der Widerstand gebrochen, die Faszination scheint zu berückend zu sein. Zunehmend bietet sich die Doppelkopf-Strategie als verstärkte Versicherung gegen Fehlentscheidungen an. Die „Ich bin zwei“-Lösung geriert so zur Vorstandsbesetzung mit Rettungsschirm.

Dazu aber muss in Erinnerung gerufen werden: Es gibt wenige empirisch so abgesicherte Erkenntnisse wie die, dass Doppelspitzen nahezu ausnahmslos scheitern. Eines der letzten Beispiele, der Doppelkopf bei der Deutschen Bank, steht für eine lange Reihe von meist nicht einmal einjährigen Bestandsphasen für eine solche Kompromiss-Besetzung. Als solche erweist sie sich nicht erst im Generationswechsel, wie vor wenigen Monaten bei der SAP AG.

Die Zweier-Lösung ist das manifestierte Versagen bei der Suche nach einer kompetenten und überzeugenden Führungspersönlichkeit. Damit aber liegt das spätere (sichere) Scheitern sozusagen als Geburtsfehler in der Wiege.

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    Und die Gründe sind mehr als bekannt und bestätigt: Die Chance, dass zwei Alphatierchen sich auf höchster Ebene nach müh- und einsamem Aufstiegskampf befrieden, gehört ins Märchenbuch. Die Spaltung der Mitarbeiterschaft, die eine Führungsperson benötigt und erwartet, ist systemimmanent und verständlich. Und die mit der personellen Kompromissvariante in der Regel zugeschütteten Probleme und zentrifugalen Kräfte verschwinden nicht. Sie treten (vorübergehend) nur in den Hintergrund, um dort umso kraftvoller ihr zerstörerisches Werk fortzusetzen.

    Die Hoffnung bei SAP, gegen diese gesicherten Erkenntnisse Erfolg zu haben, soll auf der erst nach drei Jahren gescheiterten Doppelspitze McDermott/Snabe fußen. Nun versucht man es erneut mit Jennifer Morgan und Christian Klein an der Spitze.
    Nein, gegen die Natur kommt auch das erste gemischte Dax-Doppel nicht an. Oder kennt jemand eine Elefantenherde, die von zwei Leitbullen (oder einem Elefantenpärchen) angeführt wird?

    Der Autor ist geschäftsführender Herausgeber von „Der Aufsichtsrat“.

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