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Gastkommentar Björn Lomborg: Wie Joe Bidens Plan das Klima retten könnte

Die Erderwärmung ist eine Herausforderung. Viele reiche Länder haben darauf nur unzureichende Antworten. Ein Vorschlag Joe Bidens könnte das Problem lösen.
02.11.2020 - 17:18 Uhr 1 Kommentar
Bjørn Lomborg ist ein dänischer Buchautor und Präsident des von ihm gegründeten Think Tanks Copenhagen Consensus Center. Quelle: Ted, Montage
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Bjørn Lomborg ist ein dänischer Buchautor und Präsident des von ihm gegründeten Think Tanks Copenhagen Consensus Center.

(Foto: Ted, Montage)

Der US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden verspricht, in den nächsten vier Jahren zwei Billionen Dollar für den Klimaschutz auszugeben. Er beschreitet damit einen ähnlichen Weg wie Politiker aus vielen anderen reichen Ländern, die eine kostspielige Politik zur Bekämpfung der globalen Erwärmung versprechen. Gemeinsam mit seiner Demokratischen Partei verspricht er, die fossilen Brennstoffe im Elektrizitätssektor bis 2035 abzuschaffen und die Nettoemissionen der USA bis 2050 auf null zu senken.

Die Erderwärmung ist ein reales Problem, das wir klug angehen müssen. Präsident Donald Trump hat fälschlicherweise behauptet, dass der Klimawandel ein Schwindel sei, und hat keine wirksame Klimapolitik angeboten. Bessere Ansätze sind definitiv notwendig. Aber Klimapanik hilft auch nicht weiter.

Wie viele Politiker aus Industriestaaten behauptet auch Biden häufig, dass der Klimawandel eine „existenzielle Bedrohung“ für die Menschheit darstelle. Das steht jedoch im Widerspruch zu den zentralen Erkenntnissen des UN-Klimarats. Der schätzt, dass die globale Erwärmung bis zum Jahr 2070 insgesamt solch negative Auswirkungen haben wird, dass sie das globale Bruttoinlandsprodukt um 0,2 bis zwei Prozent senken wird. Das ist ein Problem, aber nicht das Ende der Welt.

Obwohl gut gemeint, hat Bidens umfangreicher Plan nur wenige konkrete Kostenpunkte und enthält viele Ideen unterschiedlicher Qualität. Biden möchte etwa die volle Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge wieder einführen, obwohl die Kosten von 7500 Dollar für jedes Elektroauto eine der kostspieligsten Möglichkeiten ist, um Emissionen zu reduzieren.

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    Die Internationale Energieagentur stellt fest, dass ein Elektroauto während seiner Lebensdauer nur etwa zehn Tonnen weniger CO₂ ausstößt als ein vergleichbares Benzinfahrzeug. Mit dem ursprünglichen US-Emissionshandel (RGGI) könnte diese Reduzierung für nur 60 Dollar erreicht werden.

    Bidens Pläne kosten jeden Steuerzahler jährlich 3500 Dollar

    Es ist auch fraglich, ob Bidens Plan – ebenso wie die überaus ehrgeizigen Klimapläne beispielsweise in Europa – bei den Wählern tatsächlich gut ankommen wird. Während für mehr als zwei Drittel der US-Bevölkerung der Klimawandel eine Krise oder ein großes Problem darstellt, ist weniger als die Hälfte bereit, auch nur 24 Dollar pro Jahr für die Bekämpfung des Klimawandels auszugeben.

    Bidens Plan wird jedem Steuerzahler jährlich 3500 Dollar kosten. Und diese Kosten werden erheblich steigen. In Bidens Plan wird nicht angegeben, zu welchem Preis die US-Emissionen auf null gebracht werden sollen. Nur eine Nation – Neuseeland – war mutig genug, eine unabhängige Kostenschätzung für die Reduzierung der Emissionen auf null bis 2050 einzuholen.

    Diese zeigte bei optimistischen Kostenschätzungen eine Reduzierung des Bruttoinlandsprodukts um satte 16 Prozent. Übertragen auf die USA sind das beim heutigen Stand der Dinge Kosten in Höhe von mindestens fünf Billionen Dollar. Und das nicht nur einmal, sondern jedes Jahr.

    Neuseeland hat festgestellt, dass die notwendige Erhöhung der Benzinsteuer für eine Nettonullemission rund 80 Eurocent pro Liter betragen würde. Zum Vergleich: Die französischen Gelbwesten-Proteste entflammten bei einer Erhöhung von nur drei Cent zugunsten des Klimas.

    16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auszugeben, um einen Teil eines zweiprozentigen Problems zu beheben, ist ein schlechtes Geschäft. Selbst wenn alle OECD-Länder morgen alle ihre CO₂-Emissionen auf null bringen und für den Rest des Jahrhunderts stilllegen würden, zeigt das Standard-Klimamodell der UN, dass dies den Temperaturanstieg bis 2100 um nur 0,4 Grad verringern würde.

    Das liegt daran, dass drei Viertel der erwarteten Emissionen für den Rest des Jahrhunderts aus China, Indien, Afrika und anderen Entwicklungsländern stammen. Dort ist man nicht gerade im Begriff, unbezahlbare Klimainvestitionen in Billionenhöhe zu tätigen. Das erste Ziel ist dort, alle Menschen aus der Armut zu befreien, was den Zugang zu verlässlichen und günstigen Energiequellen, meist aus fossilen Brennstoffen, erfordert.

    Bidens Plan könnte vieles ändern

    Stattdessen muss sich die Lösung auf dramatisch gesteigerte Investitionen in Forschung und Entwicklung für grüne Energie konzentrieren. Wenn Innovationen den Preis für kohlenstofffreie Energie unter den Preis fossiler Brennstoffe drücken könnten, würden alle Nationen umsteigen. Die Klimaökonomie zeigt, dass dies die effektivste, langfristige Klimapolitik ist.

    Während des Pariser Klimagipfels 2015 versprachen der damalige Präsident Obama und viele andere führende Politiker der Welt, inklusive Bundeskanzlerin Merkel, die weltweiten Ausgaben für grüne Forschung und Entwicklung bis 2020 zu verdoppeln. Leider haben sich die tatsächlichen Ausgaben kaum bewegt.

    Doch Bidens Plan könnte all das ändern. Er schlägt vor, 75 Milliarden Dollar pro Jahr für grüne Forschung und Entwicklung auszugeben, was die Ausgaben aller OECD-Staaten jährlich um das Vierfache steigern würde. Wir werden den Klimawandel nicht nachhaltig mit teuren Maßnahmen beheben, die hundert- oder tausendmal teurer sind als das, was die Menschen zu zahlen bereit sind.

    Wähler mit falschem Klima-Alarmismus zu erschrecken wird nach hinten losgehen. Aber Bidens Vorschlag, die weltweiten Investitionen in grüne Forschung und Entwicklung zu vervierfachen, ist genau das, was den Klimawandel beheben könnte.

    Mehr: Trump oder Nicht-Trump? Was zur US-Wahl wichtig ist – und was das Wichtigste.

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    1 Kommentar zu "Gastkommentar: Björn Lomborg: Wie Joe Bidens Plan das Klima retten könnte"

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    • Wenn Biden die Klimapolitik klug angehen will, wird er sich für die neuesten Forschungsergebnisse über Neutrino-Technologie informieren müssen. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlicht dazu aktuell... Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen.“ http://www.handelsblatt.com/netiquette ...Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Die Deutsche Politik und Medien sollten sich dafür endlich öffnen, um Wirtschaft anzukurbeln. Denn russische Medien berichten bereits in den Schlagzeilen dazu. JETZT NEUDENKEN - wird den Übergang zur Freien Energienutzung leichter und kostengünstiger machen.

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