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Gastkommentar Die Fusion von Vodafone und Unitymedia ist mittelstandsfeindlich

Mit der Fusion von Vodafone und Unitymedia würden „monopolartige Strukturen“ entstehen, meint Mittelstandspräsident Mario Ohoven. Er fordert eine kritische Prüfung.
  • Mario Ohoven
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In der mittelständische Wirtschaft wachsen die Bedenken nach der angekündigten Fusion von Vodafone und Unitymedia. Quelle: dpa
Wie mächtig wird Vodafone?

In der mittelständische Wirtschaft wachsen die Bedenken nach der angekündigten Fusion von Vodafone und Unitymedia.

(Foto: dpa)

Die Gegenwart ist häufig der Feind der Zukunft. Das erleben wir besonders eindrucksvoll beim Thema Digitalisierung. Weder Kupfer- noch Koaxialkabel, sondern nur Glasfaser ist im Festnetz in der Lage, dem deutschen Mittelstand die digitale Infrastruktur zu verschaffen, auf die er im globalen Wettbewerb existenziell angewiesen ist.

Der Mittelstand steht ganz entscheidend für Innovation und Wachstum in Deutschland, in seinen Reihen finden sich zahlreiche Weltmarktführer. Der Datenaustausch von Maschine zu Maschine gewinnt für unsere Unternehmen jeden Tag größere Bedeutung und ist ein entscheidender Motor für Wachstum und Wohlstand in der Zukunft. Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung sich das ambitionierte Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit Gigabitnetzen gesetzt hat. Im Kern geht es dabei um den Ausbau von Glasfaser.

Bedenklich sind daher die Pläne für einen Zusammenschluss der Kabelnetze von Vodafone und Unitymedia. Dadurch würden nicht nur monopolartige Strukturen im Kabel-TV-Markt entstehen, die immer mittelstandsfeindlich sind. Es droht auch eine Bremswirkung auf den Glasfaserausbau in Deutschland.

Der Autor ist Präsident des Bundesverband Mittelständische Wirtschaft BVMW. Quelle: picture alliance/dpa
Mario Ohoven

Der Autor ist Präsident des Bundesverband Mittelständische Wirtschaft BVMW.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vodafone und Unitymedia werden nachvollziehbarer Weise zunächst auf ihre Koaxialkabelnetze setzen. Deren Bandbreiten mögen für das Privatkundengeschäft auf absehbare Zeit ausreichen, aber nicht für die Anforderungen der Industrie 4.0 und des „Internets der Dinge“. Insbesondere die Upload-Geschwindigkeit von Glasfaserleitungen liegt bis zum Zwanzigfachen höher als bei Koaxialkabeln.

Kleinere und mittlere Unternehmen brauchen möglichst schnell und nicht erst in zehn oder 15 Jahren eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser bis in die Gebäude. Dabei ist auch der Staat gefordert. Denn ohne eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur wird die Bundesregierung ihrem Ziel einer gleichmäßigen Entwicklung in allen Teilen des Landes nicht näherkommen.

Sollen Weltmarktführer auch künftig in ländlichen Regionen entstehen und wachsen können, benötigen sie zwingend adäquaten Anschluss an den Daten-Highway. Zwei Drittel der rund 3,5 Millionen mittelständischen Unternehmen haben ihren Sitz abseits der Metropolregionen.

Für Deutschland geht es um wichtige Weichenstellungen für die digitale Zukunft. Darüber sollte nicht allein die Fusionskontrolle in Brüssel entscheiden. Die Bundesregierung sollte sich wegen der weitreichenden Bedeutung vor allem für die TV- und Breitbandmärkte in Deutschland darum bemühen, dass der deutsche Teil der Fusion maßgeblich vom Bundeskartellamt geprüft wird. Brüssel könnte sich dann um die weiteren Fragen der geplanten Fusion kümmern.

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