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Gastkommentar Die „Next Gen“ der Familienunternehmer muss für Klimaschutz auf die Straße gehen

Immer mehr junge Unternehmer leisten einen glaubwürdigen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft. Das müssen sie auch, wenn sie Bestand haben wollen.
  • Dominik von Au
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Der Auto ist Geschäftsführer der INTES Akademie für Familienunternehmen, Partner bei PwC und Co-Autor des Buchs „f.cube – So sichern Sie die Zukunft Ihres Familienunternehmens“. Quelle: INTES
Dominik von Au

Der Auto ist Geschäftsführer der INTES Akademie für Familienunternehmen, Partner bei PwC und Co-Autor des Buchs „f.cube – So sichern Sie die Zukunft Ihres Familienunternehmens“.

(Foto: INTES)

Reden reicht nicht mehr: Jetzt wird gehandelt. Die wahren Vorweggeher sind die ganz Jungen – immer mehr Schüler gehen auf die Straße. Sie ziehen die Eltern mit, und an diesem Freitag, am Tag des globalen Klimastreiks, schwänzen ganze Familien den Alltag und demonstrieren für eine lebenswerte Zukunft.

Auch immer mehr Familienunternehmen erkennen, dass Lippenbekenntnisse viel zu wenig sind für ihren glaubwürdigen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft. Den müssen sie aber leisten, wenn sie in Zukunft Bestand haben wollen. Hier sind die Treiber vor allem die „Next Gens“, die Töchter und Söhne der Gründer und Senior-Chefs.

Die Nachfolger warten nicht länger auf zeitgemäße Umweltstandards oder hoffen auf das Klimapaket der Bundesregierung. Wer als Nachfolge-Unternehmer seine Rolle ernst nimmt, muss nicht nur bei der Klimademo dabei sein. Er muss vielmehr seine Mitarbeiter dazu ermuntern mitzugehen, den Prozess der Veränderung mitzugestalten und ökologische Innovationen hervorzubringen. Die jüngeren Familienunternehmer haben jetzt die Chance, die Kraft der vielen auf die Straße zu bringen.   

Wer bei „Fridays for Future“ aktiv dabei ist, wer sich der Bewegung „Entrepreneurs For Future“ anschließt, wer das Klima-Gespräch mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern sucht, leistet nicht nur einen substanziellen, glaubwürdigen Gesellschaftsbeitrag. Wer so denkt und vor allem handelt, sorgt damit dafür, dass das Unternehmen future-ready wird. Sie oder er empfiehlt sich damit für die Nachfolge.

Einige machen es schon länger vor, und hier ist Kopieren ausdrücklich erwünscht: Antje von Dewitz, CEO beim Outdoor-Ausrüster Vaude, deckt konsequent Öko-Sünden in der Produktion von Rucksäcken und Jacken auf und findet gemeinsam mit den Mitarbeitern bessere Lösungen.

Und die Familie Ritter setzt auf besonders nachhaltigen Kakaoanbau für ihre Schokolade. Sie zeigt mit dem Projekt „El Cacao“ in Nicaragua, dass so etwas nicht nur die sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen spürbar verbessert, sondern auch wirtschaftlich möglich ist.

Beide befolgen Christian Lindners Rat ausdrücklich nicht: die Beurteilung dessen, wie das technisch Sinnvolle mit dem ökonomisch Machbaren verknüpft werden kann, den „Experten“ zu überlassen. Sie setzen sich lieber ihre eigenen, oftmals schärferen Umwelt- und Klimastandards. Und richten ihre Abläufe danach aus. Das ist gut so.

Ein wahrer Experte ist der Familienunternehmer, der gesunden Menschenverstand mit unternehmerischer Weit- und Umsicht kombiniert und seinen Auftrag ernstnimmt: mit dem Unternehmen dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft etwas davon hat. Auf lange Sicht – heute und, vor allem, morgen auch.     

Hinter solchen Aktivitäten stecken in vielen Familienunternehmen die „NextGens“. Diese jungen Unternehmerinnen und Unternehmer haben den spürbar wachsenden Anspruch, ihre Vorweggeher-Rolle ernst zu nehmen. Sie zeigen erst ihrer eigenen Familie, dann mit ihrem Unternehmen, dass die ökologische Transformation ökonomisch machbar ist. Etliche sind schon jetzt sehr gut darin. Und die es noch nicht sind, werden nicht drumherumkommen, wenn sie ihre Zukunft sichern wollen.

Die Konkurrenz im Wettrennen um den besten gelebten Klimaschutz ist eine der besten: Unternehmen werden zukünftig daran gemessen, wie sie Themen wie Klimawandel und CO2-Footprint, Ressourcenverwendung und Recycling aktiv und transparent anpacken.

Wer heute intelligent voranschreitet, handelt nicht nur verantwortlich, er wird außerdem morgen zu den ökonomischen Gewinnern zählen.

Dominik von Au ist Geschäftsführer der INTES Akademie für Familienunternehmen, Partner bei PwC und Co-Autor des Buchs „f.cube - So sichern Sie die Zukunft Ihres Familienunternehmens“

Mehr: Mittelständler rufen zum Klimastreik auf. Prominente Unternehmer solidarisieren sich mit den Schülern von „Fridays for Future“. Am 20. September schließen einige sogar ihre Niederlassungen.

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2 Kommentare zu "Gastkommentar: Die „Next Gen“ der Familienunternehmer muss für Klimaschutz auf die Straße gehen"

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  • Als Next Gen kenne ich niemanden, der sich stärker um die Zukunft sorgt als die Generation meiner Großeltern. Greta Thunberg sieht das anders. Auf die Frage, warum der Klimaschutz unter älteren Menschen nicht so populär ist, sagte sie: "Die denken: Ich werde sowieso nicht mehr am Leben sein." Ein vergleichbarer Tenor klingt beim Autor durch, der schreibt, die Next Gens sollten ihren eigenen Familien zeigen, "dass die ökologische Transformation machbar ist", denn "Lippenbekenntnisse sind zu wenig". Was für eine Weltsicht!

    Natürlich wandelt sich das Klima, natürlich trägt der Mensch dazu bei, natürlich müssen Familienunternehmer handeln (und tun es auch, seit vielen Jahren). Viele Next Gens, die ich kenne, engagieren sich in Projekten für den Klimaschutz. Niemand würde allerdings dafür auf die Straße gehen. Genauso wie niemand ernsthaft denken würde, er oder sie qualifiziere sich durch "Klima-Gespräche" für die Nachfolge im (groß-)elterlichen Familienunternehmen.

  • Als Next Gen kenne ich niemanden, der sich stärker um die Zukunft sorgt als meine Großeltern. Greta Thunberg sieht das anders. Auf die Frage, warum der Klimaschutz unter älteren Menschen nicht so populär ist, sagte sie: "Die denken: Ich werde sowieso nicht mehr am Leben sein." Ein vergleichbarer Tenor klingt beim Autor durch, der schreibt, die Next Gens sollten ihren eigenen Familien zeigen, "dass die ökologische Transformation machbar ist", denn "Lippenbekenntnisse sind zu wenig". Was für eine Weltsicht!

    Natürlich wandelt sich das Klima, natürlich trägt der Mensch dazu bei, natürlich müssen Familienunternehmer handeln (und tun es auch, seit vielen Jahren). Viele Next Gens, die ich kenne, engagieren sich in Projekten für den Klimaschutz. Niemand würde allerdings dafür auf die Straße gehen. Genauso wie niemand ernsthaft denken würde, er oder sie qualifiziere sich durch "Klima-Gespräche" für die Nachfolge im (groß-)elterlichen Familienunternehmen.