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Gastkommentar Ein Digital-Plan für Deutschland bereitet uns besser auf Krisen und Herausforderungen vor

Die Pandemie legt erbarmungslos die Lücken bei der Digitalisierung offen. Sie liefert zugleich aber eine starke Motivation, diese schnell zu schließen.
31.08.2020 - 08:12 Uhr Kommentieren
Der Autor ist Vorsitzender der Geschäftsführung von IBM Deutschland.
Gregor Pillen

Der Autor ist Vorsitzender der Geschäftsführung von IBM Deutschland.

Die Krise hat gezeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, ihre Resilienz zu stärken – mithilfe der Digitalisierung. Dazu zählt, die Belegschaft fit zu machen für das flexible Arbeiten von zu Hause aus. Technisch und kulturell waren viele auf den plötzlichen Absprung ins Homeoffice nicht vorbereitet.

Auf der anderen Seite machten einige die Erfahrung, dass die digitale Arbeit aus dem Homeoffice heraus generell funktioniert, wenn es auch für manche angesichts von Homeschooling und engen Wohnverhältnissen herausfordernd war. Grundsätzlich bestätigten sich aber die Vorteile in Sachen Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit, die schon vor der Krise für das Arbeiten von zu Hause aus gesprochen haben.

Darauf aufbauend sollten Unternehmen jetzt die nötigen Schritte unternehmen, um die Zusammenarbeit zu digitalisieren. Die Maßnahmen sollten auf Cloud-basierte Lösungen, die Anschaffung neuer IT-Systeme oder das Management von ausreichend verfügbaren mobilen Arbeitsgeräten sowie die Erhöhung der Cybersicherheit abzielen.

Begleitend dazu gilt es, den damit einhergehenden Kulturwandel zu unterstützen. Ziel ist es, ein hybrides Modell zwischen Büro und flexiblem Arbeiten zu etablieren, das auf Vertrauen basiert und mit dem sich die Mitarbeiter identifizieren können.

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    Das Gesundheitssystem ist während dieser Krise besonderen Belastungen ausgesetzt. Deutlich wurde dabei auch, dass mehr Digitalisierung und Vernetzung an vielen Stellen sehr hilfreich wären. Manche Ärzte gehen in der Krise sogar eigenständig dazu über, Videosprechstunden anzubieten – mit Erfolg. Diese Möglichkeit sollte vorangetrieben werden, hier sind auch die Gesetzgeber aufgerufen, Hürden zu beseitigen.

    Telemedizin sollte nicht nur über die Tonspur erfolgen, sondern auch über Videochat oder Chatbots möglich sein. Wie etwa im Konzept der 116117. Patienten erhielten so schnelleren Zugang zu Gesundheitsleistungen – und das kontaktlos.

    Logistik: Technik bringt Transparenz

    Um Arzt, Patient und Apotheke zu vernetzen, ist eine digitale, datenschutzkonforme Plattform essenziell. Die Einführung der elektronischen Gesundheits- und Patientenakte (ePA) ist hier ein wichtiger Schritt. Eine solche Plattform stellt zudem die Weichen für zukünftige Möglichkeiten, weil sich darüber große Mengen an Gesundheitsdaten verfügbar machen lassen.

    Das ist der Rohstoff, den KI-Systeme künftig benötigen werden, um schnell zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Bei Pandemien oder in der Arzneimittelentwicklung kann diese Möglichkeit in Zukunft entscheidend sein, um schnell Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

    Zusätzlich sollte das Klinikpersonal von Verwaltungstätigkeiten entlastet werden. Digitale Technologien kombiniert mit entsprechenden Schulungen können hier neue Freiräume schaffen – und zugleich Einsparungen ermöglichen. Diese Entwicklung sollte in den Budgets berücksichtigt werden, derzeit werden hier nur zwei Prozent im Durchschnitt in die IT investiert.

    Auch das Aufrechterhalten der Lieferketten erforderte enormen Einsatz von allen Beteiligten. Essenziell ist hier die zeitnahe, verlässliche Information zu Lieferstatus und Verfügbarkeit. Fehlt diese, wirkt sich das in kürzester Zeit auf die Produktionsprozesse aus.

    Auch die Blockchain kann helfen

    Digitale Technologien ermöglichen ein Monitoring globaler Zuliefernetzwerke über verschiedene Sektoren hinweg und bringen damit Transparenz ins gesamte Ökosystem. Logistikunternehmen und Behörden sind gefordert, solche Systeme einzuführen. Blockchain-basierte Industrieplattformen bieten hierfür eine erprobte Lösung.

    Über sie lassen sich auch in komplexen Lieferketten nahezu in Echtzeit Daten zum Zustand der Fracht oder zu Containerstandorten austauschen. Das wiederum gibt den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Planung entsprechend anzupassen. Und mit Blick auf die medizinische Schutzausrüstung: Hier kann die Blockchaintechnologie helfen, Ursprungsnachweise von zertifizierten Herstellern bereitzustellen. Betrug etwa mit mangelhaften Materialien ließe sich so in Zukunft vorbeugen.

    Die drei Einsatzbereiche zeigen: Es gibt eine ganze Reihe von Antworten auf die gestellten Fragen. Sie weisen in eine digitalere Zukunft, die uns nicht nur besser auf Krisen wie die Pandemie vorbereiten wird, sondern auf die Herausforderung, mit der es der Standort Deutschland ohnehin zu tun bekommen wird. Jetzt gilt es, diese Antworten in die Tat umzusetzen.

    Mehr: Hersteller wie HP und Dell profitieren von der wachsenden Nachfrage infolge der Coronakrise.

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