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Gastkommentar Ein Update für die Bankenaufsicht: Die digitale Agenda von Bafin und Bundesbank

Die Dominanz der Meldebögen bei der Kontrolle der Geldhäuser soll bald vorbei ein. Was die digitale Agenda von Bafin und Bundesbank verspricht.
26.12.2020 - 17:40 Uhr Kommentieren
Raimund Röseler ist Bafin-Exekutivdirektor für Bankenaufsicht. Joachim Wuermeling ist Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank mit den Ressorts Bankenaufsicht, Informationstechnologie und Risiko-Controlling.
Die Autoren

Raimund Röseler ist Bafin-Exekutivdirektor für Bankenaufsicht. Joachim Wuermeling ist Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank mit den Ressorts Bankenaufsicht, Informationstechnologie und Risiko-Controlling.

Moderne Technologie verändert die Finanzwelt dramatisch. Die Corona-Pandemie hat dem digitalen Wandel einen weiteren Schub verliehen. Gut, dass auch die Bankenaufsicht die Weichen in Richtung digitale Zukunft stellt: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Bundesbank haben nun ihre strategischen Ziele in einer gemeinsamen „digitalen Agenda“ formuliert – ein umfassendes digitales „Update“ für die Aufsicht.

Unser Leitbild: vorne mitspielen bei der Digitalisierung. Wir wollen nicht nur die Digitalisierung der Banken beaufsichtigen oder regulieren, sondern das Potenzial digitaler Technologien so umfassend wie möglich auch für uns selbst heben. Die Aufsicht wird so noch effektiver und kann flexibler auf neue Entwicklungen reagieren. Das wird nicht nur der Stabilität des Bankensektors zugutekommen, sondern auch die Institute operativ entlasten.

Was ist die Grundlage der Bankenaufsicht? Im Wesentlichen sammeln, prüfen und analysieren wir Daten und Informationen. Dabei führt der Mensch, der Aufseher oder die Aufseherin, noch immer das Gros der Arbeiten aus. Doch in den letzten Jahren ist die Datenmenge immer größer geworden, und die Schlagzahl hat sich durch immer enger vernetzte Finanzmärkte erhöht.

Darauf reagieren wir – in drei Innovationsfeldern:

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    Erstens wollen wir die Daten schneller und einfacher erheben und aufbereiten. Aktuell ist das bankaufsichtliche Meldewesen komplex, sowohl für die Banken als auch die Aufsicht sehr aufwendig und noch stark an der starren Struktur von Meldebögen orientiert. Allzu oft müssen wir ad hoc weitere Informationen anfordern – die Aufsicht ruft bei der Bank an oder schreibt eine E-Mail.

    In Zukunft wollen wir flexiblere digitale Kanäle einrichten. Anstatt zu festgelegten Zeitpunkten unflexible Meldeinhalte anzufordern, sollte die Aufsicht in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Informationen bei Bedarf direkt bei den Instituten abzuholen. Im Idealfall kann die Aufsicht aktuellere und passgenauere Informationen erhalten, ohne die Banken zu überlasten. Es geht darum, ein zeitgemäßes, nutzenstiftendes und praktikables Meldewesen zu etablieren.

    Zweitens werden wir die Qualität unserer Analysen ausbauen. Das Ziel: Die Aufseher können sämtliche vorliegenden Daten und Informationen zu einer Bank leicht abrufen, miteinander verknüpfen und analysieren. Idealerweise sind dies nicht nur Daten aus dem Meldewesen, sondern auch Informationen aus den Medien, von Analysten und weiteren Quellen.

    Wir wollen zügig große Datenmengen auswerten und beispielsweise mithilfe von Künstlicher Intelligenz Warnfunktionen für die Aufseher generieren – mit Analysetools, die unter anderem auf Advanced-Analytics-Methoden, Machine Learning und Text Mining basieren sollen.

    Dashboard für Bafin und Bundesbank

    Drittens werden wir unsere internen Prozesse – auch die zwischen Bundesbank und Bafin – optimieren. In einer gemeinsamen Arbeitsoberfläche, einer Art Dashboard, sollen alle relevanten bankaufsichtlichen Informationen verfügbar sein. So wird sichergestellt, dass zu jeder Zeit eine gemeinsame Sicht auf die Daten und Informationen besteht. Auf dieser Grundlage lässt sich die gemeinsame Bearbeitung von Vorgängen verbessern, wovon auch die beaufsichtigten Institute profitieren werden.

    Die digitale Agenda macht deutlich: Wir bündeln unsere Kräfte, um die Digitalisierung aktiv mitzugestalten und Expertise aufzubauen. Das tun wir im Austausch mit Banken, Digitalisierungsinitiativen, Wissenschaft und selbstverständlich unseren europäischen Partnern in der Bankenaufsicht.

    Eines bleibt aber auch in Zukunft unverzichtbar: der Mensch. Es werden weiterhin die Aufseherinnen und Aufseher sein, die Informationen bewerten und am Ende des Tages Entscheidungen treffen. Ihr Urteilsvermögen kann auch der beste Algorithmus nicht ersetzen. Die digitale Agenda wird aber dazu beitragen, dass aufsichtliche Entscheidungen auf der bestmöglichen Informationsgrundlage getroffen werden.

    Mehr: Banken und Politik streiten über Dividendenzahlungen in der Coronakrise

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