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Gastkommentar Kaesers Angebot an Neubauer beschädigt Aufsichtsräte

Aufsichtsratsmandate dürfen nicht zur gesellschaftspolitischen Währung werden. Das Angebot des Siemens-Chefs an die Klimaaktivistin ist deshalb höchst problematisch.
20.01.2020 - 04:10 Uhr 11 Kommentare
Luisa Neubauer: Joe Kaesers Angebot beschädigt Aufsichtsräte Quelle: dpa
Luisa Neubauer (Bildmitte)

Die Klimaschutzaktivistin hat das von Siemens-Chef Joe Kaeser angebotene Aufsichtsratsmandat abgelehnt.

(Foto: dpa)

Der PR-Gag des Siemens-Vorstandsvorsitzenden Kaeser war, zurückhaltend ausgedrückt, mehr als ein Rohrkrepierer. Den Schaden aber hat nicht die Siemens AG, sondern der gedankenlose Vater dieser Idee selber. Dass das Angebot an die jugendliche Aktivistin, als Kapitalvertreterin in den Gründungsaufsichtsrat der Siemens-Abspaltung Energy GmbH einzutreten, nicht ernst gemeint sein konnte, muss jedem der Beteiligten klar gewesen sein; und zwar auch ohne jede gesellschaftsrechtlichen Kenntnisse.

In gesellschaftspolitischen Fragen dilettierende Wirtschaftsführer kennt die jüngere Geschichte zuhauf. Joe Kaeser hat sich in dieser Ahnenreihe nachhaltig einen Spitzenplatz gesichert. Der Kollateralschaden ist enorm: Sollte Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe – wie von Kaeser publiziert – in den „Kuhhandel“ mit zustimmender Kenntnisnahme von Amts wegen involviert gewesen sein, hat er seinen gesamten Aufsichtsrat diskreditiert.

Oder sieht sich keiner der dort versammelten Wirtschaftsführer und Arbeitnehmervertreter in der Lage, der mediengetragenen Sensationsgier, die nicht einmal mehr vor Kindern und Jugendlichen als Promotoren verschiedenster Kampagnen haltmacht, Einhalt zu gebieten? Sollen Heranwachsende und sehr junge Erwachsene wirklich Unternehmensführer großer Unternehmen kontrollieren und beraten? Ernsthaft?

Können die Stakeholder großer Unternehmen wirklich auf die jugendliche Unbedarftheit – von Erfahrung kann kaum gesprochen werden – als Alternative zu professionellem Management und professioneller Überwachung setzen? Die Argumentation im konkreten Fall ist bekannt, aber sie greift zu kurz: Eine wichtige Gruppe von potenziell Betroffenen meldet sich zu Wort und drängt auf gesellschafts- und wirtschaftspolitische Veränderungen. Eine auf dieser Ebene (unstreitig) zu führende Diskussion.

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    Aber innerhalb des Überwachungsgremiums eines Unternehmens? Die Stringenz ist so überzeugend wie die Berufung eines Vertreters der Welthungerhilfe in den Aufsichtsrat eines Lebensmittelproduzenten oder eines Mitglieds der Anonymen Alkoholiker in den Beirat eines Bierkonzerns. Betroffen sind sie alle, aber reicht das als Qualifikation für ein solches Amt?

    Gesellschaftspolitische Themen sind im Kern an anderer Stelle zu diskutieren. Aber die Vermarktung der anspruchsvollen und haftungsbewehrten Aufgaben und Pflichten von Aufsichtsratsmitgliedern als medienpolitischer Knaller ist eine nachhaltige, nicht zu akzeptierende Beschädigung dieser Funktion und ihrer Aufgabenträger. Alle Beteiligten sollten sich einen Spiegel vorhalten: Können sie sich noch in ihr Gesicht sehen?

    Kaeser: „Ich möchte nicht, dass nur alte, weiße Männer am Tisch sitzen”

    Mehr: Die deutsche Frontfrau von „Fridays for Future“, Luisa Neubauer, erklärt, warum sie nicht Aufsichtsrätin bei Siemens werden will – und US-Präsident Donald Trump in Davos nicht treffen möchte.

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    11 Kommentare zu "Gastkommentar: Kaesers Angebot an Neubauer beschädigt Aufsichtsräte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Auch wenn Frau Neubauer Ansichten vertritt die vom Autor - offensichtlich - nicht geteilt werden, sollte er diese nicht an Kind bezeichnen.
      Die "Fridays for Future" Bewegung hat seine Gründe und ist leider notwendig um die Unternehmer und Regierenden auf die Probleme aufmerksam zu machen. Wir sollten froh sein das sich so viele Jugendliche sich für etwas so sinnvolles engagieren.

    • Der ursprüngliche Titel dieser Kolumne wurde geändert. Vorher hieß es sinngemäß: "Kinder gehören nicht in den Aufsichtsrat". Vielleicht hat der Autor Ärger bekommen... Der eigentlich wichtige Punkt des Artikels geht nämlich aus folgendem Grund ein wenig unter:
      Aus dieser Kolumne (und insbesondere dem alten Titel) spricht m.E. eine unerträgliche Arroganz und ein sehr problematisches Weltbild des Autors gegenüber allen unter, keine Ahnung, 55?. In meinen Augen hat Herr Kaeser in einem Punkt nämlich durchaus recht: Die Aufsichtsräte dieser Republik werden von alten Leuten dominiert. Dem Autor scheint das gut zu gefallen. Daran soll möglichst nichts geändert werden. Nur so werde das Management "professionell" überwacht. Deswegen "laufen"z.B. die Deutsche Bank und die Commerzbank auch so gut, weil sie von kompetenten alten Leuten überwacht werden(Smile, Zwinker). Ja, wir können außerdem richtig stolz sein auf den technologischen Vorsprung in Zukunftstechnologien in Deutschland (ach nee, der ist ja nicht vorhanden).

    • @Herr Helmut Metz

      Hier etwas zum Thema "Lüge":
      https://www.psiram.com/de/index.php/Klimal%C3%BCge
      Zitate:
      "Klimaskeptiker, die eine bereits länger andauernde globale Erderwärmung leugnen, werden auch "Klimaskeptiker der ersten Stufe" oder "der ersten Art" bezeichnet, unterscheidbar zu denjenigen, die lediglich den menschlichen Einfluss als irrelevant ablehnen."
      "Die Befürworter dieses Gedankens glauben daran, dass die Bevölkerung weltweit durch staatliche Einrichtungen, eine mächtige Klimaindustrie und Klimalobbyisten zum Thema Klima belogen werde. Angebliches Ziel sei es, in der Bevölkerung Angst vor einem Klimawechsel zu schüren und höhere Steuern und Abgaben von den Bürgern zu verlangen."
      "Schwerpunktmäßig stammen die Urheber des Klimalüge-Gedankens aus der Erdöl-, Kohle- und Zigarettenindustrie, aber auch aus politischen Kreisen sowie - wenig erstaunlich - aus dem für Verschwörungstheorien sehr empfänglichen Bereich."

      Wenn Vertreter einer Irrlehre argumentativ nicht mehr weiterkommen, dann flüchten sie sich gerne in Verschwörungstheorien (siehe z.B. Ufologie)
      Und Ihr Beitrag klingt sehr nach Verschwörungstheorie.

      Die "diabolische" Masche der AFD ist:
      - Angst vor den Folgen von Klimaschutzmaßnahmen zu schüren ("Massenverarmung")
      - Angst vor Immigration zu schüren ("Umvolkung", "Islamisierung" etc.)

      Übrigens: Psiram ist eine der Skeptikerbewegung nahestehende Website

    • @ Josef Müller

      Kennen Sie Johann Tetzel? Ach ja, das war doch der Zeitgenosse von Martin Luther, der diesen so auf die Palme brachte, dass er glatt die Reformation anleierte. Was war denn die Masche des Herrn Tetzel, die Luther so ganz und gar nicht abging?
      "Sobald der Gülden im Becken klingt,
      im huy die Seel im Himmel springt.“
      Nun hat aber seit der Reformation und heute zwischendurch auch noch so etwas wie eine Aufklärung stattgefunden (die in den letzten Jahrzehnten aber wieder zunehmend einer Ent-Klärung gewichen ist).
      Die Menschen lassen sich nicht mehr so leicht ihr hart verdientes Geld von den Machthabern aus der Tasche ziehen. Was also tun, damit sie das auch weiterhin nicht nur ohne Murren, sondern sogar auch noch freiwillig und sogar "mit gutem Gewissen" tun?
      Die diabolische Masche heute also: ANGST schüren, Angst vor dem "Weltuntergang":
      "1. Eine Lüge wird mit dem Anschein „wissenschaft­licher Evidenz“ unters Volk gerührt.
      2. Großteile der Bevölkerung schlucken die Lüge, anstatt sie zu hinterfragen. Die Folge: Angst, Panik, Hilflosigkeit etc. (s.o.).
      3. Der Wunsch nach Verantwortungstransfer nimmt stetig stärkere Ausmaße an. Großteile der Bevölkerung wenden sich im Zuge ihrer Angst und Hilflosigkeit an den Staat: „Die Politik muss handeln!“
      4. Der Staat präsentiert sich nun (wie so oft) als „Retter in der Not“, als Lösung eines Problems, das er selbst initiierte.
      5. Die Politik „handelt“ und wird offiziell legitimiert, eine vollkommen sinnlose und nutzlose Agenda zusammenzuschustern und schließlich loszutreten, Progrämmchen sowie letztlich (wie immer) Steuererhöhungen durchzudrücken. Für diesen Irrsinn wird sie nicht etwa zum Teufel gejagt, sondern als Ersatzgott verehrt (und verteidigt)." ( aus Philipp A. Mende: Geschosse wider den Einheitsbrei, Tönisvorst 2016)

    • @Herr Helmut Metz
      Wenn Sie Angst vor Massenverarmung haben, dann sollten Sie sich diese Analyse von McKinsey zu den sozioökonomischen Folgen des Klimawandels für 105 Staaten ansehen.

      https://www.welt.de/wirtschaft/article205070874/Klimawandel-McKinsey-errechnet-Schreckensszenario-durch-Erderwaermung.html
      oder
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/mckinsey-studie-zum-klimawandel-ergebnisse-sind-verheerend-a-0ccc0af4-6706-4a38-a4ef-38bdf570d9a6

    • ♫ "Laßt doch der Jugend, der Jugend, der Jugend ihren Lauf!" ♫

      Sollte man die kind- und jugendlichen Sturm-und-Dränger also einfach gewähren lassen?
      Georges Clemenceau soll einmal gesagt haben: "Mein Sohn ist 22 Jahre alt. Wäre er mit 22 kein Kommunist geworden, hätte ich ihn verstoßen. Falls er mit 30 immer noch Kommunist ist, werde ich es tun."
      Ich selber habe mich mit 23 Jahren auch noch in Autonomen Zentren herumgetrieben. Zum Glück habe ich dann aber die richtigen Bücher gelesen. Damals war die Gehirnwäsche durch Schule und Medien aber noch nicht so verheerend wie heute. Gerade die Schulen sind heute (insbesondere natürlich in "linken" Bundesländern) zu reinen Indoktrinationsanstalten geworden - sieht man u.a. an der "Qualität" des "Reife"-Zeugnisses", das dann Massen an Abiturienten hervorbringt, die nicht mehr studierfähig sind.
      Die 68er haben ihren "Marsch durch die Instititutionen "erfolgreich" beendet und besetzen heute Schlüsselstellen der Gesellschaftsindoktrinatio, gerade auch in der schulischen "Bildung". Zu meiner Schulzeit waren die 68er-Lehrer noch in der Minderheit - das waren die Kumpeltypen, mit denen man rasch "per du" war, aber gelernt hat man bei denen meistens nix.
      Zwar ist heute der rote Sozialismus bei uns weitgehend out - zu lebendig ist noch die Erinnerung an sein krachendes Scheitern, als dass man damit noch die Masse begeistern könnte. En vogue ist dagegen der grüne Sozialismus, der sich in seiner Radikalität jedoch in nichts vom roten (oder auch braunen Sozialismus, der auch nur eine "Spielart" ist!!) unterscheidet: was diese "Grünen Khmer" vorhaben, unterscheidet sich in letzter Konsequenz in nichts von den "Gesellschaftveränderungen", die die kambodschanischen Roten Khmer durchsetzen wollten:
      "David Foreman, Mitbegründer von Earth First!, hat verkündet:
      „Wir [die Menschheit] sind das Krebsgeschwür der Natur“ – und nannte sein ultimatives Ziel: „Zurück zum Deluvium“ (Frühe Eiszeit). (...)

    • Herr Kaeser bitte befolgen sie ihre Aussage die im wesentlichen auch auf die Vorstände zutrifft "Nur weiße alte Männer" und machen als "alter weißer" Mann ihren Platz frei und zwar sofort.
      Ich halte den Ausspruch für Rassistisch und Sexistisch. Er diskriminiert die Aufsichtsräte im allgemeinen.
      Rassistisch, weil hier die "Rasse" Weiß diskriminiert werden soll.
      Sexistisch, weil hier der Mann als solcher diskriminiert werden soll.
      Aber vielleicht will er sich nur bei den Grünen einschleimen, da er davon ausgeht, dass die höchstwahrscheinlich in der nächsten Regierung sitzen könnten. Aber opportunistische Hassprediger gehören haben nichts in den Vorstand eines Konzerns zu suchen.

    • Naive kindliche Ansichten gerechtfertigen die Aussage "Kind" und hierbei ist nicht immer die Anzahl der Jahre das entscheidende, wie auch im Jugendstrafrecht die geistige Reife herangezogen wird und nicht nur das Alter.
      Was aber viel dramatischer ist, ist die Vorstellung über Aufsichtsräte des Herrn Kaeser CEO. Nach seiner Ansicht setzt der CEO Hr. Kaeser den Aufsichtsrat ein und bestimmt über diesen.
      Aber genau umgekehrt ist es, die Eigentümer bestimmen den Aufsichtsrat, dessen Mitglieder eine gewisse Erfahrung in der Unternehmensführung und Überwachung der Geschäftsführung mitbringen müssen, sieht man mal von Gewerkschaftern ab.
      Eine Fr. Neubauer, die überhaupt keine Qualifikationen aufweisen kann, außer dumme Sprüche klopfen, in einen Aufsichtsrat berufen zu wollen, zeigt wie unqualifiziert selbst die Geschäftsleitung von Siemens sein muss. Was aber noch stärker das Unternehmen beschädigt ist, dass der CEO Hr. Kaeser nicht sofort abberufen wurde. Gott sei Dank gibt es große Eigentümer wie BlackRock die diese kindlichen Spielchen nicht mitmachen. Hr Kaeser hat die Aufsichtsräte in Deutschland zur Lachnummer gemacht und sich selber der Unfähigkeit überführt.

    • Joe Kaeser gebärdert sich des öfteren als Populist, der sich auch gern mit hohen Staatsführern zeigt und "auf den Wellen des Mainstream surft". Wenn man - wie Siemens - in hohem Umfang Staatsaufträge und Subventionen erhält mag das unumgänglich sein. Die mediale Präsenz am Tisch von Rump, an der Seite der Bundeskanzlerin und in der Saudi-Arabien Sache sind noch im Bewußtsein vorhanden.
      Diese Präsenz hat bisweilen den Eindruck hervorgerufen, dass sie auch von Narzismus getrieben war. Mit seiner Aussage, "ich möchte nicht, dass nur alte weiße Männer am Tisch sitzen" hat es sich selbst entlarvt.
      Zum einen ist die Aussage in hohem Maße diskrininierend, und zum Anderen ist weder Geschlecht noch Alter etc. ein Maßstab für Qualität.
      Dieses sollte aber für einen Industriekonzern ein wichtiger Maßstab sein.

    • Wenn eine Person mit 23 Jahren noch die Ansichten, Weltanschauung und Weitsicht eines Kindes hat, darf es als Kind bezeichnet werden.

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