Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gastkommentar KI-Netzwerke sind die Zukunft

Künstliche Intelligenz prägt die Zukunft der Wertschöpfung, besonders im Mittelstand. Der täte gut daran, die Innovationskraft zu bündeln.
  • Hagen Rickmann
Kommentieren
Der Autor ist Geschäftsführer Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland. Quelle: Alexander Klebe
Hagen Rickmann

Der Autor ist Geschäftsführer Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland.

(Foto: Alexander Klebe )

Erfahrene Wartungstechniker hören am Klang einer Anlage, ob diese rundläuft. Im Idealfall können sie so Ausfälle verhindern. Problem: Kein Instandhalter hat die Zeit, ständig für seine Maschinen „ganz Ohr“ zu sein. Hier unterstützt Künstliche Intelligenz (KI). Dabei nehmen Ultraschall-Sensoren während des Betriebs das Klangspektrum auf.

Sie senden diese Daten an eine Software für maschinelles Lernen. Die erkennt Abweichungen im Klangbild mit der Zeit immer besser. Das System sagt Ausfälle einzelner Maschinenteile vorher. Und es informiert bei Missklängen automatisch einen Techniker. In Deutschland setzen erste Unternehmen KI punktuell ein. Im Marketing, in Warenwirtschaft, Logistik und Fertigung. Einzelhändlern hilft sie zum Beispiel, das Kundenverhalten vorherzusagen.

Sie verwenden sie auch für ihre Kaufempfehlungen im Netz. Und in der Produktion sortiert lernende Bildverarbeitung Ausschuss aus. In der „Machine Learning/Deep Learning 2019“-Studie von „Computerwoche“ und CIO rangieren Algorithmen unter den wichtigsten IT-Themen inzwischen auf Platz drei.

Im Digitalisierungsindex Mittelstand sind 34 Prozent der befragten Unternehmen der Meinung, dass künstliche Intelligenz für ihre Branche künftig eine wichtige Rolle spielt. Aber erst zehn Prozent setzen sie auch ein. Dabei ist bei KI in Deutschland mehr drin, gerade im Mittelstand.

Denn deutsche KI-Forscher gehören seit Langem zur Weltspitze. Unsere mittelständische Industrie ist stark automatisiert. Mittlerweile sind viele ihrer Maschinen mit Sensorik ausgestattet. Untereinander vernetzt liefern sie Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Heißt: Deutschlands Mittelständler haben über Jahre einen Datenschatz zusammengetragen. Sie nutzen ihn nur zu wenig.

Mittelständler sollten sich zusammentun

In einer Deloitte-Studie zur Künstlichen Intelligenz räumen 62 Prozent der befragten Unternehmen ein, dass ihnen die notwendigen KI-Kompetenzen fehlen. Vielen ist nicht klar, welche Fragen sie mit KI deutlich leichter lösen. Wollen sie Abweichungen im Produktionsprozess von Maschinen entdecken? Bessere Entscheidungen für mehrere Fertigungsstufen gleichzeitig treffen? Ihre Montageprozesse schnell an die aktuelle Situation anpassen? Oder die Lieferkette mit lernenden Maschinen beschleunigen? Kurz: Wer KI nutzen möchte, braucht ein Ziel. Wie aber finden?

Ganz einfach: Statt für sich allein nach Lösungen zu suchen, sollten sich Mittelständler zusammentun. Sie würden von KI-Netzwerken enorm profitieren. Ein lebendiges Ökosystem mit Spezialisten aus Forschung, Unternehmen und Start-ups könnte Anstöße geben. Erste Ansätze dafür gibt es: beispielsweise die KI-Kompetenzplattform KI.NRW.

Künstliche Intelligenz – wie gefährlich ist sie wirklich?

Über sie vernetzt das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS gerade Unternehmen, Forschung und Verbände. Wir brauchen dringend mehr solcher Initiativen. Überall in den Regionen, leicht erreichbar für kleine und mittlere Unternehmen.

Dort könnten sie von ihresgleichen lernen. Erfahren, wie andere kleinere KI-Projekte ohne großen Aufwand starten. Digitalisierung lebt vom Austausch. Wer digital durchstarten will, braucht gute Kontakte in der analogen Welt. Wir brauchen Partnervermittler für Mittelstand und KI-Start-ups. Denn es gibt eine ganze Reihe von Gründern, die auf das B2B-Geschäft zugeschnittene Lösungen haben.

Beispielsweise boot.ai: Die Düsseldorfer machen mit KI Unternehmensprozesse effizienter. Sie entwickeln für ihre Kunden Algorithmen, die neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Etwa für eine Versicherung, die mittels KI Betrugsfälle ermittelt – und diese Lösung dann an andere Versicherungen verkauft.

Das Start-up ist branchenübergreifend im Einsatz: Überall identifiziert boot.ai Potenziale für Verbesserung. In den Prozessen der Lieferkette von Logistikern. In der Produktion von Fertigern. Im Bestellvorgang des Zimmerservice einer Hotelkette. Darauf aufbauend, entwickelt das Start-up eine selbstlernende Software mit passender Hardware.

Mein Tipp: Nutzen Sie – falls vorhanden – digitale Netzwerke in Ihrer Region. Starten Sie mit kleinen KI-Projekten. Holen Sie sich Unterstützung von außen – zum Beispiel die junger Gründer. Haben Sie keine Berührungsängste vor einer Zusammenarbeit mit dem Kollegen KI. Dann klappt auch die digitale Wertschöpfung.

Mehr: Bundeswirtschaftsminister Altmaier setzt auf bessere Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland – und lobt die Bedeutung des Mittelstands.

Startseite

Mehr zu: Gastkommentar - KI-Netzwerke sind die Zukunft

0 Kommentare zu "Gastkommentar: KI-Netzwerke sind die Zukunft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.