Gastkommentar Kriegstrommeln im Nahen Osten

Der Bürgerkrieg in Syrien und das Atomprogramm des Iran gefährden den Globus. Greifen die USA und Israel den Iran an, könnte sich eine Megakrise entwickeln – mit fatalen Auswirkungen für Sicherheit und Wirtschaft.
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Joschka Fischer war deutscher Außenminister und Vizekanzler. Quelle: dpa

Joschka Fischer war deutscher Außenminister und Vizekanzler.

(Foto: dpa)

Die kommenden Monate drohen gefährlich zu werden. Mehrere schwere regionale wirtschaftliche und politische Krisen könnten sich zu einer Megakrise verbinden, die dann zu sehr heftigen globalen Erschütterungen führen wird.

Die Trommeln des Krieges im Nahen Osten wurden und werden immer lauter geschlagen. Niemand kann heute mit Sicherheit voraussagen, in welche Richtung sich Ägypten unter einem islamistischen sunnitischen Präsidenten und einer ebensolchen Mehrheit im Parlament entwickeln wird. Auf jeden Fall wird der politisch sunnitische Islam die Region entscheidend verändern und prägen. Diese Neuorientierung muss nicht antiwestlich sein, aber das wird mit Sicherheit eintreten, sollten Israel und/oder die USA den Iran militärisch angreifen.

In Syrien tobt mittlerweile ein Bürgerkrieg, der eine humanitäre Katastrophe mit sich bringt. Das Regime Assad wird zwar nicht überleben, aber offensichtlich ist es entschlossen, bis in seinen Untergang hinein zu kämpfen. Die Konsequenz ist absehbar, nämlich die Balkanisierung des Landes zwischen den unterschiedlichen Ethnien und religiösen Gruppen. Ein neues Bosnien im Nahen Osten ist nicht auszuschließen.

Zudem birgt ein möglicher Kontrollverlust der Regierung über die syrischen Chemiewaffen eine akute Kriegsgefahr in der Region, denn die Türkei, Israel oder die USA könnten zum militärischen Eingreifen gezwungen sein. Parallel dazu hat sich der syrische Bürgerkrieg regionalisiert und ist zu einem mittlerweile offen erklärten Krieg um die regionale Hegemonie zwischen Iran einerseits und Saudi-Arabien, Katar, der Türkei und den USA andererseits geworden. Israel hält sich am Rande dieser arabisch-westlichen Koalition noch bedeckt.

Teheran hat offen erklärt, dass es Syrien als Alliierten für unverzichtbar hält und einen Regimewechsel in Damaskus mit allen Mitteln verhindern wird. Ist dies eine leere Drohung? Oder wird das heißen, dass die militärischen Milizen der Hisbollah im Libanon jetzt direkt in den syrischen Bürgerkrieg eingreifen? Zudem haben sich die Kurden innerhalb und außerhalb Syriens in Bewegung gesetzt, was vor allem die Türkei alarmieren wird.

Parallel zu dem syrischen Drama hat sich die Konfrontation zwischen Israel und dem Iran wegen des iranischen Nuklearprogramms rhetorisch dramatisch verschärft. Der Hegemonialkonflikt um die Vorherrschaft in der Region, der gegenwärtig in Syrien ausgeschossen wird, verschränkt sich mit der anderen großen Kriegsgefahr, nämlich dem iranischen Nuklearprogramm.

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30 Kommentare zu "Gastkommentar: Kriegstrommeln im Nahen Osten"

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  • Genau!
    Mein 5er war diesmal auch mein letzter BMW.
    Wer mit solchen Figuren Staat macht, hhat jegliche Reputation verloren.

  • "Joschka Fischer war deutscher Außenminister und Vizekanzler."
    Im Kopf ist er immer noch ein bildungsferner, selbstüberschätzender, Steine werfender Turnschuhrevoluzzer.
    Eine Schande für dieses Land, dass so jemand Minister werden konnte.

  • Sehr geehrte Redaktion,

    ein Blatt, daß diesem kriminellen Subjekt, dessen Namen ich nicht ausspreche, eine [auch noch mutmaßlich hochdotierte, es wäre interessant zu wissen, was das HB für dieses substanzlose Geblubber eines Kriegsverbrechers und versuchten Polizisten-Mörders gezahlt hat] Plattform bietet, werde ich zukünftig weder in im Print- noch im Netzformat noch lesen.

    Ich habe aus diesem Grunde nach 25 Jahren als BMW-Kunde auch kein Fahrzeug der Marke BMW mehr gekauft, dessen "Markenbotschafter" diese Figur ist.

    MfG

    Gerd Zigler

  • 1.)
    "Diese Neuorientierung muss nicht antiwestlich sein"

    Dazu:
    Die Neuorientierung ist bereits antiwestlich. Die größte Versammlung am Tahrirplatz war nicht die der hunderttausend westlich-säkularen nach Freiheit und Perspektiven durstenden Jugendlichen, sondern die fast 2 (zwei) Millionen Gläubigen die dem aus dem französischen Exil eingeflogenen Yusuf al Qaradawi zum Freitagsgebet am 18.Februar 2011
    folgten. Qaradawi's Ausführungen sollte jeder sich mal reinziehen, der die Muslimbrüder für "konservativ" oder "gemäßigt" hält. Am Besten auch mal bei Sayyid Qutb nachgucken, für was die MB stehen.

    2. & 3)
    "Diese Neuorientierung muss nicht antiwestlich sein, aber das wird mit Sicherheit eintreten, sollten Israel und/oder die USA den Iran militärisch angreifen."

    Dazu:
    Ursache und Wirkung.
    (am Rande: Grenzzwichenfälle, Kündigung der Öllieferungen und Aufrüstung des Sinai alles im direkten Widerspruch zum Friedensvertrag)
    Außerdem interessant, welche Verknüpfungen der Herr Außenminister hier knüpft, hier drängt sich Churchill vs. Chamberlain auf.


    4.)
    "Iran Konflikt und innenpolitische Falle der israelischen Regierung."

    Dazu:
    Dass der Iran keine atomaren Waffen haben soll ist innenpolitisch unbestritten und wird von der Mehrheit der Bevölkerung in IL ebenso gesehen.

    5. & 6.)
    "weil beide Seiten ihre Optionen und damit ihre Möglichkeiten für einen diplomatischen Kompromiss verringert haben."

    Dazu:
    Die Option zu einem diplomatischen Kompromiss gibt nicht; und zwar auf beiden Seiten nicht.

  • # spinningissi
    Ich gebe Ihnen Recht!
    Scheinbar werden hier Persilscheine ausgegeben.

  • FrankFracht
    was erwarten Sie denn von einem Steinwerfer und Polizistenprügler, einem Ungelernten?

  • Lieber Moderator / Liebe Redaktion,

    wann wird MI6 und seine Kommentare endlich entfernt? Das dauert schon viel zu lange...!
    Das ist einfach nur unerträglich.

  • @gutmenschensucks
    Das ist naiv. Es ist in der Weltgeschichte nicht immer klar, wer der "Mann" und wer der "Räuber" ist oder war? Ausserdem, mächtigere "Räuber" kommen immer davon.

  • @Page-junior
    Könnten Sie bitte die halbes Duzend inhaltlichen Fehler für Laien kenntlich machen und Ihre Begründung dazu liefern?

  • Frieden ist immer und unter allen Umständen wichtiger als alles andere. Frieden ist die Lösung, dies zeigt die folgende Geschichte: Ein Mann geht die Straße entlang, da erscheint vor ihm ein Räuber mit einem dicken Knüppel.Wenn ich jetzt "Polizei" rufe, denkt der Mann, setze ich vielleicht eine Spirale der Gewalt in Gang. Und wer weiß, vielleicht hat der arme Räuber ja auch einen guten Grund, mich zu bedrohen? Habe ich mich je um das Wohlergehen der Räuberzunft gekümmert? Bin ich nicht viel besser gekleidet als er? Kein Wunder, dass er mich erschlagen will. Wenn ich jetzt "Polizei" rufen will, macht ihn das vielleicht noch wütender und er schlägt noch fester zu. Also ruft der Mann:"Frieden!" Da legt der Räuber den Knüppel zur Seite und wird ganz nachdenklich. Er bittet den Mann an einen runden Tisch in seiner Räuberhöhle, und beide diskutieren die ganze Nacht über gewaltfreie Kommunikation.
    Nicht wahr, Herr Fischer?

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