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Gastkommentar Manuel René Theisen: In der Krise sind Aufsichtsräte weitgehend mit ihrer Leistung zufrieden

Die Coronakrise verändert die Arbeit, auch auf Ebene der Aufseher. Eine Umfrage zeigt: Die meisten Kontrolleure attestieren sich selbst gute Arbeit.
15.11.2020 - 13:06 Uhr 1 Kommentar
Fast 90 Prozent aller befragten Aufsichtsräte sind mit ihrer bisherigen Krisenbehandlung zufrieden. Quelle: Imago
Wolkenkratzer

Fast 90 Prozent aller befragten Aufsichtsräte sind mit ihrer bisherigen Krisenbehandlung zufrieden.

(Foto: Imago)

„In der Krise zeigt sich der Charakter“, sagte einst der sturmfluterprobte Kanzler Helmut Schmidt. Wenn ein solches Elementarereignis auch hinsichtlich der Dimension wie der Nachhaltigkeit nicht mit der grassierenden Pandemie vergleichbar erscheint, eint beide ihre Unvorhersehbarkeit – Propheten und Untergangsapologeten ausgenommen.

Nach mehr als einem halben Jahr im Krisenmodus erscheint eine Nachfrage bei amtierenden Aufsichtsräten zu ihren Krisenerfahrungen und der damit verbundenen Krisenfestigkeit („Resilienz“) der Überwachungsorgane geboten. Die Fachinformation „Der Aufsichtsrat“ hat sein jährliches Panel der Frage „Krisenresilienz durch gute Corporate Governance?“ gewidmet. Aufsichtsratsmitglieder von 220 Unternehmen aller Größen und Rechtsformen wurden dazu persönlich interviewt. Die Ergebnisse überraschen, vielleicht aber sollen sie beruhigen.

Als eine erste wichtige Basisinformation zur Situation erweist sich die Einschätzung der unternehmensspezifischen Krisenbetroffenheit: Ein gutes Drittel konstatiert „mittlere“, ein sehr knappes Drittel „leichte Betroffenheit“; das verbleibende Drittel bezeichnet sich zur Hälfte als „schwer betroffen“ beziehungsweise als „Krisengewinner“.

Dessen ungeachtet haben mehr als 93 Prozent merkliche oder teilweise Veränderungen der eigenen Arbeitsweise und Organisation festgestellt, durchaus mit positiver Konnotation: Drei Viertel bezeichnen die Aufsichtsratsarbeit in der aktuellen Krise als intensiver, aber auch effizienter.

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    Dazu stellt immerhin noch mehr als die Hälfte der Befragten fest, dass sie sich persönlich deutlich mehr in die Pflicht genommen sehen. Fast alle von ihnen halten diese höhere Inanspruchnahme auch zukünftig für wünschenswert. Weniger statistikaffinen Lesern soll hier der Hinweis gegeben werden, dass mehr als die Hälfte diesen Wunsch nicht geäußert hat.

    Die Bewertung der eigenen Leistung in diesen herausfordernden Zeiten ist eindeutig: Fast 90 Prozent aller Befragten sind mit ihrer bisherigen Krisenbehandlung sehr zufrieden oder zufrieden. Schulnote 1,58 – oder vereinfacht: alles richtig gemacht. Manch einer der in der Krise beschleunigt digitalisierten Aufsichtsratsmitglieder berichtet von neuen Effizienz- und Geschwindigkeitserfahrungen.

    Eine große Mehrheit möchte die Vorzüge der digitalen Kommunikation in die Post-Krisenzeit hinüberretten. Prägendste Selbsterfahrung aber scheint die von drei Vierteln der Interviewten mitgeteilte Erkenntnis: „Aufsichtsratsarbeit ist ganzheitlich nicht Homeoffice-fähig.“ Da setzen sich die Überwachungsträger wieder mit einem Teil der Mitarbeiter ins gemeinsame Boot – hoffentlich vorn und weiterhin mit hilfreichem Überblick und nicht allein auf Selbstlob gründend.

    Der Autor ist geschäftsführender Herausgeber von „Der Aufsichtsrat“. Lesen Sie mehr in der Septemberausgabe. [email protected]

    Mehr: Cooling-off – keine zweite Chance für gescheiterte Vorstände!

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    1 Kommentar zu "Gastkommentar: Manuel René Theisen: In der Krise sind Aufsichtsräte weitgehend mit ihrer Leistung zufrieden"

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    • Die Aufsichtsratskonstellation deutscher Aktiengesellschaften ist nicht mehr konkurrenzfähig noch zukunftsfähig.
      Der Unternehmenswert der Dax Konzerne liegt heute auf dem Niveau von vor 20 Jahren während der Dow Jones sich verdreifachte. Asien ist technologisch an Deutschland vorbeigezogen.

      Die Parität der Aufsichtsratsbesetzung verstellt den Blick auf die Gesamtverantwortung für das Unternehmen und die „Seniorität“ bestimmt die Dynamik der Transformation.
      Selbstzufriedenheit wird zum Sargnagel mancher Branchen, die kurz vor dem Ende den Staat um Hilfe anflehen.

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