Gastkommentar Robin Hoods in rot-grünen Strümpfen

Mit der Strategie der Umverteilung „von Reich zu Arm“ werden wir Deutschland nicht gerechter, sondern nur ärmer machen. Der Weg von Rot-Grün führt zurück in die Vergangenheit.
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Der Autor ist Wirtschaftsminister in Bayern. Quelle: dapd

Der Autor ist Wirtschaftsminister in Bayern.

(Foto: dapd)

Spätestens nach den letzten Parteitagen von Rot-Grün wurde deutlich, was nun im aktuellen Sommerloch durch das Aktionsbündnis von Gewerkschaften, Sozialverbänden und Aktionsgruppen offen zutage tritt: Das linke Lager in Deutschland - in Tateinheit mit Teilen der Union - plädiert unter dem Banner der „sozialen Gerechtigkeit“ für eine Umgestaltung unserer Republik.

In fast allen Politikbereichen kämpft eine neue Genosseneinheitsfront für eine Rückabwicklung der Reformen, die unser Land vom „kranken Mann Europas“ zum neuen Musterknaben geführt hat.

Es ist schon eine Ironie der Geschichte: Während sich andere Länder Deutschland zum Vorbild nehmen, stimmen Rot-Grün das alte Lied der Umverteilung an und drohen uns so erneut in die Mehltaujahre und ideologischen Schützengräben der Vergangenheit zu führen.

Spitzensteuersatz, Vermögensteuer, Mindestlöhne, Rente mit 67 und ein populäres Banker-Bashing mit dem alten Kassenschlager Finanztransaktionssteuer sind die Schlagworte dieser Debatte.

Das Ergebnis einer solchen Politik ist der altbekannte Teufelskreis aus weniger Wachstum, mehr Arbeitslosen und sinkenden Steuereinnahmen und steigender Verschuldung. Die leicht vorhersehbare Reaktion unserer Genossen in dieser Lage wäre dann der erneute Ruf nach Steuererhöhungen - natürlich begründet mit sozialer Gerechtigkeit.

Im Ergebnis würden wir so immer weiter in den freudlosen Sumpf der Vergangenheit zurückgezogen werden. Es ist schon bemerkenswert, dass sich unsere Robin Hoods in rot-grünen Strümpfen so gar nicht von den guten Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Finanzzahlen der letzten Jahre irritieren lassen.

Denn die getroffenen Maßnahmen, die uns diese guten Zahlen beschert haben, passen leider so gar nicht in das ideologische Weltbild unserer Um-FAIR-teiler. Ich mahne die Genossen, zur Kenntnis zu nehmen: Das Gegenteil von gut war und ist nun mal gut gemeint. Und: Was wirklich gerecht ist, erschließt sich nicht immer auf den ersten Blick.

Breitere Schultern tragen heute schon die Lasten
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11 Kommentare zu "Gastkommentar: Robin Hoods in rot-grünen Strümpfen"

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  • Wer in den nächsten Bundestag kommt ist keinesfalls jetzt schon sicher. Der Wähler sollte nicht völlig unterschätzt werden, wenn er mit einer Meinungsumfrage belästigt wird, macht er oft genug sein Kreuz entgegen seiner Aussage. Er weiß, dass er nahezu von allen Politikern vor dem Urnengang belogen wird. Es fehlt an Idealen und so bleibt ihm, falls er überhaupt noch zur Wahl geht, das Kreuz dort zu machen wo das geringste Übel für ihn zu erwarten ist. Aktuell scheinen die Rezepte von SPD und Grünen die Mehrheit so grob zu benachteiligen, dass die Wahl mit der Faust in der Tasche zwischen Regen und Traufe relativ eindeutig ausfallen wird.


  • das ganze INVESTOREN-SYSTEM ist ein krankes, parasitäres Lügengebäude.

    Es wird nicht nicht mehr lange gut gehen,
    dass Menschen in Firmen und für Staaten hart arbeiten
    nur damit INVESTOREN bequem vom Sessel aus,
    immer noch mehr Gewinne abschöpfen können.

    Und wenn die Gewinne nicht mehr so super sind, dann entlässt man die Leute einfach so, die das alles mit aufgebaut haben, deren Existenz/Familie davon abhängt.

    Das ist moderne Sklaverei und das INVESTORENTUM samt Börsen-Casino muß abgeschafft werden!
    Und das geht mit einem neuen Konzept - auch ohne Kommunismus und Diktatur , eben etwas Neues - die geplante Neue Weltordnung aber ist moderne Sklaverei weniger Super-Investoren.
    Dann geht es ALLEN wieder gut.

    Es ist genug für ALLE da
    da brauchts kein Neid und keine Gier.

  • @Neo
    "Wer einem anderen Menschen aber Geld überlässt der erbringt gar keine „Leistung“, die dafür verlangten Zinsen sind daher unzulässig."

    Grober Unfug. Wenn man mal von der heute üblichen Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Banken absieht, was ich ablehne, ist ein Kredit nichts weiter als ein Verzicht auf Konsum durch den Kreditgeber.

    Als Ausgleich für diesen zeitweisen Verzicht auf sein Geld bekommt der Gläubiger Zinsen vom Schuldner.

    Genauso kann man argumentieren der Mieter braucht keine Miete zu zahlen, weil der Vermieter keine Leistung erbringt. Er "verzichtet" aber auf eine eigene Nutzung seines Eigentums.

    "Die hoch verschuldeten Länder leiden vor allen an den zu leistenden Zinszahlungen, durch die sie – ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten – regelrecht ausgebeutet werden."

    Nochmal Unfug. Die Länder haben das Geld ja schon ausgegeben und müssen nun ihre Schulden zurückzahlen.

    Da Staaten ihre Schulden sinnloserweise aber nie tilgen sondern immer nur umschulden bzw. umrollen, wird die Zinslast mit der Zeit immer höher.

    Das ist aber eine von den Politikern selbst gewählte Knechtschaft.

  • Herr Martin Zeil, ich stimme ihnen grundsätzlich zu.

    Die links-grüne Einheitsfront will Deutschland vorsätzlich schaden. Die Ideologie dahinter ist "Deutschland verrecke".

    Aber die aktuelle Bundesregierung mit CDU/CSU/FDP ist keinen Deut besser. Auch sie verscherbeln ohne politische Legitimation das Volksvermögen der Deutschen an den Club-Med um weiter vom Brüsseler Großreich träumen und sich seiner Größe wärmen zu können.

    Also verschonen sie uns mit Belehrungen und erfüllen sie ihren Eid, in dem sie das deutsche Volk vor Schaden bewahren.

  • sorry ... war an @ Banane gerichtet! Beitrag ist leider verrutscht

  • Ihr Geplärre möchte ich hören, wenn große Vermögen endgültig abwandern, große Unternehmen ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagern und dem Mittelstand die letzte Butter vom Brot genommen wird! Dann sind die für Sie wahrscheinlich "vaterlandslose Gesellen??
    Ich schlage vor, sie wechseln mal ihr Lektüre: BILB bildet nämlich nicht

  • Ablenkungsmanöver falscher Robin Hoods brauchen wir nicht:
    ich zitiere verkürzt einen Bürger :

    "Die Mechanismen auf denen unser Finanzsystem aufgebaut ist sind nämlich nicht mehr in der Lage diese Krise zu lösen und es bedarf eines generellen Umdenkprozesses.

    In einer Marktwirtschaft ist es guter Brauch Verträge abzuschließen in denen Leistung und Gegenleistung im Gleichgewicht stehen.

    Wer einem anderen Menschen aber Geld überlässt der erbringt gar keine „Leistung“, die dafür verlangten Zinsen sind daher unzulässig.

    Die hoch verschuldeten Länder leiden vor allen an den zu leistenden Zinszahlungen, durch die sie – ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten – regelrecht ausgebeutet werden.

    Um dieses „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ so schnell wie möglich zu stoppen rege ich folgende Vorgehensweise an.

    1. Die an die Geschäftsbanken ausgegebenen EZB-Kredite, die als Kredite an Euroländer weitergegeben wurden, werden wieder „eingesammelt“.
    2. In gleicher Höhe wird dieses Geld dem ESM als Kredit gewährt.
    3. Der ESM gibt diese Gelder an die Eurostaaten als Kredit weiter, wobei anstelle eines Zinses lediglich eine Art Bearbeitungsgebühr zur Kostendeckung erhoben wird.
    4. Diese Kreditvergabe ist an klare Regeln bzgl. der Haushaltsführung zu binden

    Langfristig kann dieses Modell als Standartmodell zur Staatsfinanzierung ausgebaut werden, wobei zunächst ein umfangreicher und wirkungsvoller Fiskalpakt geschlossen werden muss der es den Staaten generell vorschreibt ausgeglichene Haushalte vorzulegen.

    Kredite bei Privatinvestoren und Banken werden zudem für die Zukunft ausgeschlossen.

    Um dieses Modell umzusetzen wird es vermutlich unumgänglich sein, dass die EZB für einen Übergangszeitraum die Kredithöhe insgesamt erhöht und ich appelliere an alle Verantwortlichen hier klare und für den Bürger nachvollziehbare Regeln und Fristen vorzulegen nach denen später diese Geldmengenerhöhungen wieder zurückgenommen werden"

  • Ist doch quasi der komplette Bundestag.

    Nur die Piraten und die Linken haben sich als Parteien geschlossen gegen die Schuldenunion und gegen den ESM ausgesprochen.

  • Die duemmsten Umverteiler sind die, die dem ESM zugestimmt haben, die eine “Bankenunion” haben wollen, die Griechenland, Portugal, Spanien und Italien “retten” wollen, die den Target 2 Mechanismus weiterhin tolerieren, die ein Aushebeln des Verbots der Staatsfinanzierung durch die EZB tolerieren, die das Verbot des Bail-Out tolerieren, die das Grundprinzip der vollstanedigen Glaeubigerhaftung zu Fall gebracht haben.

    Sie scheren sich nicht darum, dass ihr Verhalten gegen geltendes Recht verstoesst und gegen das Prinzip der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Sie zerstoeren die Grundlage unsrer wirtschaftlichen Existenz, sie verschleudern unser Volksvermoegen, sie verspielen die Zukunft unserer Kinder.

    Und wo vermuten wir diese jaemmerlichen Kreaturen? Bei den Sozialisten? Bei den Gruenen? Bei den Linken? Nein! Diese Robin Hoods tragen schwarze und gelbe Struempfe und sitzen in der Bundesregierung.

  • @Banane....
    Nur eine verwaiste Einzelmeinung gegen eine Flur von stichhaltigen Argumenten..

    Der HB-Gastkommentar von Martin Zeil bringt es endlich mal auf den Punkt:

    Rot-Grün populistisches Geplänkel der Schuldentruppe in NRW oder auch des Komiker-Duos Trittin-Gabriel wird dieses Land nicht weiterbringen. Im Gegenteil:
    Es droht der Schuldensozialismus und der Sog in den Strudel der PIIGS-Staaten...

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