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Gastkommentar Teslas Batteriefabrik ist eine riesige Chance für Berlin – bremst sie nicht aus!

Mit Teslas Entscheidung hat Berlin die Chance, in einer Liga mit München und Stuttgart zu spielen. Hoffen wir, dass Entscheider es nicht verbocken.
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Der Autor ist Bundestagsabgeordneter und seit 2018 Landesvorsitzender der FDP Berlin. Quelle: Bundestag
Christoph Meyer

Der Autor ist Bundestagsabgeordneter und seit 2018 Landesvorsitzender der FDP Berlin.

(Foto: Bundestag)

Wenn Tesla-Boss Elon Musk twittert, kann der Aktienkurs seines Unternehmens schon mal in den Keller rauschen, doch er kann auch für Begeisterung und Jubelstürme sorgen. Sein „GIGA BERLIN“ samt schwarz-rot-goldenen Herzen sollte seiner digitalen Gefolgschaft zu verstehen geben, dass Tesla den europäischen Markt von der Metropolregion Berlin-Brandenburg aus erobern will.

Bereits jetzt liegen die ersten Schätzung zu neuen Arbeitsplätzen vor: 10.000 Arbeitsplätze könnten entstehen und auch die Zulieferer werden genau schauen, was in der Brandenburgischen Grünheide künftig passieren wird. Der technologische Wandel und die Entscheidung von Tesla könnte Berlin so in Zukunft in einer Liga mit den deutschen Autobauerhochburgen München, Stuttgart und Wolfsburg mitspielen lassen.

Allerdings gibt es eine große Unbekannte. Der Berliner Senat hat in den abgelaufenen Jahren so manches hoffnungsvolles Projekt in der Hauptstadt klein bekommen. 2018 wurde der Google Campus in Berlin-Kreuzberg abgeblasen, der grüne Baustadtrat Florian Schmidt stand daneben und spendete Beifall.

Bereits mit Siemens waren die Verhandlungen über einen Campus in Siemensstadt zäh. Fast wäre der dortige Innovationscampus gescheitert, bevor er überhaupt in eine konkrete Planungsphase getreten wäre. 

Übrigens: Amazon will ein Hochhaus in der Stadt bauen. Auch dieses Projekt schien fast zu scheitern. Vermutlich kennt Elon Musk diese Geschichten nicht, von seinem Wohnort im kalifornischen Bel Air bis nach Berlin ist es ein Stück.

Gewaltige Schlechtleistungen seitens der Politik

Zu welch gewaltigen Schlechtleistungen die Berliner Landesregierung allerdings im Stande ist, das ist auch Musk nicht verborgen geblieben. Denn immerhin soll das neue Tesla-Werk in unmittelbarer Nachbarschaft zum BER eröffnen. Dazu sagte er nur, dass seine Fabrik schneller fertig sein müsse als der BER. Was vielleicht für Lacher in Deutschland und der Welt sorgt, ist für Berlin bitterer Ernst.

Denn neben der Fähigkeit, nichts fertig zu bekommen, geriert sich Berlin dazu als autofeindliche Metropole. Ginge es nach der grünen Verkehrssenatorin Regine Günther, soll Berlin künftig autofrei sein.

Doch was bringen kurzfristige Fahrverbote für einen Wirtschaftszweig, der gerade an neuen Antriebsformen forscht und womöglich schon in wenigen Jahrzehnten autonome Fahrzeuge auf die Straße schicken will? Wie muss das auf Elon Musk wirken, wenn er erst einmal versteht, dass der Berliner Senat nicht sonderlich viel von seinen Produkten hält?

Doch das ist noch nicht alles: Auch der Mietendeckel und die dadurch verminderte Bautätigkeit Berlins werden sich bitter rächen. Denn das Tesla-Werk wird unweigerlich eine entsprechende Sogwirkung, die von der Hauptstadt ausgeht, auslösen. Dazu wollen die vielen Neu-Berliner ihre Kinder betreut wissen. Das alles sind Aufgaben, die der Berliner Senat in den abgelaufenen Jahren nicht lösen konnte.

Es bleibt zu hoffen, dass diejenigen, die nach einer pulsierenden Metropole Ausschau halten, nicht von zukunftsverhindernden Provinzlern ausgebremst werden.

Mehr: Die Deutschen haben die erste Runde der E-Mobilität verschlafen, dafür kommen sie nun entschieden auf den Markt. Dieser Schwenk ist dem Tesla-Chef nicht entgangen.

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1 Kommentar zu "Gastkommentar: Teslas Batteriefabrik ist eine riesige Chance für Berlin – bremst sie nicht aus!"

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  • aus Köln, auch FDP-Mitglied schrieb: Obwohl Berlin schon jetzt "eine ziemlich überfüllte Metropole" ist und "jede Menge Wohnungsprobleme u.ä" hat, vielleicht doch eine gute Nachricht. Aber, ich hoffe: Herr Elon Musk nicht nur "ein gewiefter Subventionsjäger" ist, der die in Berlin, (natürlich nicht nur) für ihn einladende aktuelle "Atmosphere", und das dort momentan dominierende (u.a. gegen "Klimawandel") himmlisch ausgabenfreudige "Governmental Mindset" plötzlich endeckt hat.