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Gastkommentar Warum Deutschland in China Kurs halten sollte

Die Beziehungen beider Länder sind von globaler Bedeutung. Von einem konstruktiven Dialog profitieren nicht nur Peking und Berlin.
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Helen Wong ist Chief Executive, Greater China, HSBC. Sie erreichen sie unter: gastautor@handelsblatt.com Quelle: HSBC
Die Autorin

Helen Wong ist Chief Executive, Greater China, HSBC. Sie erreichen sie unter: [email protected]

(Foto: HSBC)

Echte Partner können durchaus unterschiedlicher Meinung sein, aber sie lassen den Dialog miteinander nicht abbrechen. Es ist klar, dass China und Deutschland verschiedene Länder mit unterschiedlichen Systemen sind, doch beide haben von ihrem

langjährigen Engagement für die Wirtschaft des anderen profitiert. Einige befürchten, dass das wirtschaftliche Schicksal Deutschlands jetzt zu eng mit dem Chinas verbunden ist – und was passieren könnte, wenn sich die Wirtschaft abschwächt.

Wir haben auch gehört, wie angesehene Stimmen aus der deutschen Industrie ihre Besorgnis über die Herausforderungen zum Ausdruck brachten, mit denen ausländische Unternehmen in China konfrontiert sind. Konkret heißt das wie ausländische Unternehmen hinsichtlich der Investitionsbeschränkungen, der Joint-Venture-Anforderungen, des Technologietransfers und der Rechte am geistigen Eigentum im Vergleich zu lokalen Unternehmen behandelt werden.

Diese Sorgen verdienen es, ernst genommen zu werden. Jedoch müssen wir sie ins richtige Verhältnis setzen – und verstehen, wohin China gehen will. Als China im Jahr 1978 begann, seine Wirtschaft zu öffnen, war es eines der ärmsten Länder der Welt. Heute ist Chinas Wirtschaft die zweitgrößte der Welt und China der größte Exporteur sowie zweitgrößte Importeur.

Diese Marktkräfte waren von zentraler Bedeutung für diese erstaunliche Transformation. Der Privatsektor macht heute mehr als 90 Prozent der Gesamtexporte, über 80 Prozent der städtischen Beschäftigung und über 60 Prozent des BIPs aus. Deutschland hat in den letzten vier Jahrzehnten wesentlich zur Entwicklung Chinas beigetragen.

Heute ist China Deutschlands größter Handelspartner und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) schätzt, dass etwa 900.000 Arbeitsplätze von Exporten nach China abhängen. Die starke wirtschaftliche Vernetzung sollte nicht als besorgniserregende Verzerrung, sondern als Gewinn und Chance gesehen werden.

Chinesische Entscheidungsträger setzen immer mehr Reformen um, für die sich internationale Unternehmen und Investoren seit Langem einsetzen.

Wir beobachten, wie sich die Ziele internationaler Unternehmen, heimischer Privatunternehmen und chinesischer Politiker zunehmend annähern und Wirtschaftsreformen vorangetrieben werden, um das Wachstum zu unterstützen.

Die HSBC-Ökonomen erwarten, dass das Prinzip der „Wettbewerbsneutralität“ eine Beschleunigung der Reformen der staatlichen Unternehmen bewirken wird, die die Wettbewerbsbedingungen für private und ausländische Unternehmen hinsichtlich der Subventionen und des Marktzugangs vereinheitlichen.

Diese Entwicklung sollte mit der Verabschiedung des ab 2020 geltenden Investitionsgesetztes verstärkt werden, das vom Volkskongress beschlossen wurde und die Tätigkeit von Auslandsunternehmen regelt. Deutsche Unternehmen gehörten zu den Ersten, die davon profitierten.

Weltweiter Innovationstreiber

BMW hat im Oktober 2018 vereinbart, bis 2022 die Mehrheit an seinem chinesischen Joint Venture zu übernehmen, während BASF im Juli 2018 eine Absichtserklärung unterschrieben hat, um den Bau eines 100-prozentigen integrierten Chemieproduktionsstandorts in Guangdong zu prüfen.

Auch beim Schutz des geistigen Eigentums werden Fortschritte erzielt. Laut der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) steht China im internationalen Vergleich an zweiter Stelle bei der Anmeldung von Patenten und ist in Sachen Innovationsfähigkeit bereits die weltweit führende Wirtschaft.

Es ist daher auch für China sinnvoll, die Rechte an geistigem Eigentum zu wahren, um Innovationen zu fördern, die immer mehr zur treibenden Kraft des chinesischen Wachstums werden. Und es werden entsprechende Maßnahmen ergriffen: Im Dezember haben 38 Ministerien ein gemeinsames Schreiben veröffentlicht, wonach Verstöße gegen die Rechte an geistigem Eigentum geahndet werden sollen.

Chinesische Entscheidungsträger setzen immer mehr Reformen um, für die sich internationale Unternehmen und Investoren seit Langem einsetzen. Diese Reformen werden nicht überstürzt durchgeführt, aber die Richtung ist klar. Deshalb lohnt es sich für deutsche Unternehmen und Investoren weiterhin auf China zu setzen.

Die Beziehung zwischen China und Deutschland ist nicht nur für beide Länder wichtig, sie ist von globaler Bedeutung: Die Bereitschaft beider Länder mit internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, um dringende Herausforderungen wie den Klimawandel anzugehen, ist in einer Zeit, in der Protektionismus an Dynamik gewinnt, von entscheidender Bedeutung. Ein konstanter Dialog bietet daher echte Vorteile für beide Länder und für die übrige Welt.

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