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Gastkommentar Warum Deutschland Lettlands Wunschpartner bei der Digitalisierung ist

Deutschland und Lettland verbindet geschichtlich und wirtschaftlich eine gemeinsame Vergangenheit. Das gute Verhältnis sollte in der Zukunft fortgesetzt werden.
  • Andris Ozols
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Die lettische Hauptstadt ist das Lieblingsziel der Deutschen in Lettland. Quelle: dpa
Riga

Die lettische Hauptstadt ist das Lieblingsziel der Deutschen in Lettland.

(Foto: dpa)

Riga Lettlands Wunschpartner auf dem Weg in das Zeitalter der Digitalisierung ist Deutschland, weil sich beide Länder sehr gut ergänzen. In Lettland ist die öffentliche Verwaltung bereits digitalisiert und es gibt schnelles Internet selbst auf dem Land. Deutschland ist im Bereich der Industrie 4.0 ein absoluter Vorreiter. Beide Länder können voneinander profitieren.

Dies wird auch die Botschaft des lettischen Präsidenten Raimonds Vējonis sein, wenn er vom 21. bis zum 25. Februar dieses Jahres auf Staatsbesuch nach Deutschland kommt. Neben politischen Gesprächen mit Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzlerin Merkel und Bundestagspräsident Schäuble, wird Präsident Vējonis als Ehrengast am traditionsreichen Hamburger Matthiae-Mahl teilnehmen.

Als Höhepunkt für die Wirtschaft findet am 25. Februar das Wirtschaftsforum „Magnetic Latvia“ in der Hamburger Handelskammer statt. Der Fokus wird auf jungen Startups, der Wissenschaft sowie gestandenen lettischen Unternehmen im Digitalbereich liegen: Aviation, Life Science, IT und Smart Cities.

Die Deutschen fühlen sich insbesondere in den letzten Jahren von Lettland angezogen. Mit einem Marktanteil von 12 Prozent liegen sie an der Spitze der ausländischen Touristen in Lettland. Sie interessieren sich vor allem für Riga, aber auch für Kultur, Erholung und die moderne lettische Küche. Rigas Schönheit, Ostseestrände und Entschleunigung in endlosen Eichenwäldern fesseln die Deutschen.

In den 15 Jahren seit dem EU-Beitritt konnte mein Land wirtschaftlich fast durchgehend auf der Überholspur fahren. Die deutsch-lettischen Handelsbeziehungen haben sich seitdem nochmals intensiviert. Traditionell fußen sie auf dem Maschinenbau und der Elektrotechnik sowie der Holzindustrie.

Der Autor ist Direktor der Investitions- und Wirtschaftsförderungsagentur in Lettland. Quelle: Twitter
Andris Ozols

Der Autor ist Direktor der Investitions- und Wirtschaftsförderungsagentur in Lettland.

(Foto: Twitter)

Zusammen machen diese ungefähr ein Drittel der lettischen Exporte nach Deutschland aus. Die Wirtschaft meines Landes und die Reallöhne wuchsen im letzten Jahr um knapp 5 Prozent. Der daraus resultierende Anstieg des Privatkonsums betrug 2018 preisbereinigt 4,7 Prozent und damit so viel wie in keinem anderen EU-Land.

Wir haben viele „hidden champions“ in Lettland - Firmen, die es geschafft haben in einer bestimmten Branche zu marktbestimmenden „playern“ zu werden. Unsere junge, dynamische Startup- und Kreativszene entwickelt frische Ideen für Europa und die Welt.

Deutschland und Lettland sind sich ähnlich und das ist ein Vorteil im Geschäftsalltag. Besonders mit dem Norden Deutschlands sind wir wirtschaftlich und geschichtlich entlang der alten Hanseschifffahrtsrouten tief verbunden. Der Schiffsverkehr von Gütern und Personen zwischen den deutschen Häfen Hamburg, Lübeck und Rostock sowie den lettischen Häfen Riga, Liepāja und Ventspils zeigt das jeden Tag. Riga dient außerdem als ein Logistikzentrum für große Teile der Waren, die aus dem Hamburger Hafen weiter in Richtung Osten transportiert werden.

Flächendeckend schnelle Internetversorgung auf dem Land

Wir Letten waren immer schon traditionsbewusste Kreativköpfe, Tüftler, die anpacken. Neben uralten Eichen steht brandneue Technologie. Lettland ist die „Data-driven Nation“ in der europäischen Ostseeregion. Bei der Rolle von 5G im Mobilfunk, bei „big data“ sowie bei der Frage der Sicherheit im „Cyberspace“ nehmen unsere Unternehmen eine Vorreiterrolle ein.

Deswegen sehen wir hier auch besondere Chancen für eine vernetzte und effektive Arbeitswelt. Mit einem Anteil von 65 Prozent an Glasfaserkabeln für die Internetnutzung haben wir selbst in Kleinstädten und auf dem Land flächendeckend schnelle Internetversorgung.

Unsere digitalisierte öffentliche Verwaltung reduziert den Bürokratieaufwand auf ein Minimum. Bei Aspekten wie der effizienten Straßenverkehrsführung zur Vermeidung eines innerstädtischen Kollapses oder bei der Robotik für die Medizin- und Gesundheitstechnik in Krankenhäusern ist die Digitalisierung unabdingbar. Außerdem kann man mithilfe der Drohnentechnologie zur Unterstützung der Energiewende beitragen.

Wir sind vielleicht nur so groß wie Bayern, bieten aber eine strategische Achse im Baltikum an. Deutsche Unternehmen sind in Lettland willkommen. Einige haben das bereits erkannt und bei uns investiert. Mit einer sehr gut ausgebildeten motivierten Bevölkerung haben wir den Grundstein für die Zukunft einer traditionsbewussten und gleichzeitig kosmopolitischen Generation gelegt.

Eine Körperschaftssteuer von null Prozent und verschiedene finanzielle Fördermodelle für neue Unternehmen machen Lettland zu einem attraktiven Investitionsstandort. In unseren vier Sonderwirtschaftszonen (Riga Free Port, Ventspils Free Port, Liepāja SEZ, Rēzekne SEZ) bieten wir ausländischen Unternehmen diverse Steueranreize.

Zum Beispiel gibt es hier eine 80 Prozent Erstattung der Eigentumssteuer auf bis zur Hälfte der investierten Summe, sowie eine Befreiung von der Quellen- und der Mehrwertsteuer. Unsere Startup-Gesetzgebung und die Startup-Visa machen Gründungen von Unternehmen unglaublich leicht und wirken anziehend für qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland. Insbesondere EU-Ausländer gehören zu den häufigsten Gründern in Lettland.

Anlässlich des Wirtschaftsforums „Magnetic Latvia“ am 25. Februar in Hamburg wird der Hamburger Digitalcluster [email protected] im Beisein des lettischen Präsidenten mit Lettlands größtem Digitalverband LIKTA einen Rahmenvertrag schließen. Der Vertrag soll den Weg für eine zukünftig noch engere Zusammenarbeit ebnen.

Der Autor ist Direktor der Investitions- und Wirtschaftsförderungsagentur in Lettland.

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