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Gastkommentar Warum die gesamte Wirtschaft mehr für Nachhaltigkeit tun muss

Der Bayer-Chef ruft die Unternehmen auf, sich gegen Klimawandel und Ungleichheit einzusetzen. Seinen Konzern will er bis 2030 klimaneutral machen.
  • Werner Baumann
10.12.2019 - 04:30 Uhr Kommentieren
Der Autor ist Vorstandsvorsitzender von Bayer.
Werner Baumann

Der Autor ist Vorstandsvorsitzender von Bayer.

Der wirtschaftliche Erfolg von Bayer beruht seit jeher auf der Leidenschaft unserer Forscher und der Innovationskraft unseres Unternehmens. Damit streben wir nach neuen Lösungen für ein besseres Leben. Mit dem Blick von heute ist klar, dass wir dafür mehr tun müssen – mehr für eine nachhaltige Zukunft und auch für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

Die Menschen werden immer mehr, älter und wohlhabender. Das geht einher mit einem schnelleren Verbrauch von natürlichen Ressourcen. Der menschengemachte Klimawandel, der Verlust an Artenvielfalt und die globale Ungleichheit sind eindringliche Signale zu handeln. Es muss uns gelingen, mehr Menschen Zugang zu modernen Medikamenten und besserer Ernährung zu ermöglichen, aber auch den weltweiten Temperaturanstieg zu begrenzen und mit knappen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen.

Viele Menschen haben das erkannt. Aber für mich ist klar, dass die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens noch mehr als unser gemeinsames Ziel dienen muss, auch als Ziel der deutschen Wirtschaft. Ich kenne niemanden in den Dax-Unternehmen, der an der Wissenschaft hinter dem Klimawandel zweifelt. Das heißt aber auch, dass wir uns noch entschlossener zu unserer Verantwortung bekennen müssen.

Paris ist ein Abkommen zwischen Staaten. Doch viele große Unternehmen sind in internationale Wertschöpfungsketten eingebettet, deren CO2-Bilanz der mittelgroßer Länder entspricht. Deshalb können wir nicht auf nationale Klimapolitik warten. Es geht nicht zuerst darum, was Regierungen von uns verlangen, sondern darum, was wir als das Richtige erkennen. Bei Bayer können und wollen wir mehr tun.

Wir haben deshalb ambitionierte Klimamaßnahmen beschlossen, die wir heute vorstellen. Bis 2030 wird Bayer ein zu 100 Prozent CO2-neutrales Unternehmen sein. Um unsere Emissionen von etwa vier Millionen Tonnen CO2 einzusparen, werden wir in Energieeffizienz und grünen Strom investieren. Die verbleibenden Emissionen werden wir gezielt so kompensieren, dass Biodiversität erhalten bleibt und neue Einkommensquellen für Landwirte entstehen.

Wir werden Innovationen voranbringen, die den Landwirten dabei helfen, bis 2030 sowohl die CO2-Emissionen auf ihren Feldern als auch die Umweltauswirkungen von Pflanzenschutzprodukten um jeweils 30 Prozent zu reduzieren.

Nachhaltigkeit ist mehr als Klima. Das haben die Vereinten Nationen in den „Sustainable Development Goals“ für 2030 klar beschrieben. Bisher ist der Fortschritt ungenügend und erreicht gerade in Entwicklungsländern zu wenige Menschen. Auch hier muss die Wirtschaft eine aktivere Rolle spielen. Bayer bekennt sich klar zu seiner Verantwortung und Schlüsselrolle bei Gesundheit und Ernährung.

Fehlende Gesundheitsversorgung als globales Problem

Weltweit gibt es heute etwa 550 Millionen kleinbäuerliche Betriebe, die in Entwicklungsländern rund 80 Prozent der verfügbaren Lebensmittel produzieren, aber oft selbst an Hunger und Armut leiden. Bis 2030 wird Bayer 100 Millionen dieser Kleinbauern dabei unterstützen, ihre Ernten und Einkommen zu steigern und damit die lokale Versorgung mit Lebensmitteln zu verbessern.

Frauen haben auch in Entwicklungsländern entscheidenden Anteil am gesellschaftlichen Fortschritt, aber mehr als 200 Millionen Frauen werden heute daran gehindert, weil sie keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln haben. Bis 2030 wird Bayer 100 Millionen Frauen den Zugang zu den entsprechenden Informationen und Produkten verschaffen und damit die Gesundheit und den wirtschaftlichen Status von Frauen und ihren Familien verbessern.

Ich kenne niemanden in den Dax-Unternehmen, der an der Wissenschaft hinter dem Klimawandel zweifelt. Werner Baumann, Bayer-Chef

Fehlende Gesundheitsversorgung ist ein globales Problem. Nach Schätzungen ist heute mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung von grundlegenden Gesundheitsdiensten abgeschnitten. Um diese Lücke zu begrenzen, wird Bayer bis 2030 für 100 Millionen Menschen weltweit den Zugang zu unseren alltäglichen Gesundheitsprodukten erweitern, insbesondere zu Mikronährstoffen für Schwangere und Kinder.

Ab 2020 werden wir bei Bayer Nachhaltigkeit als zentrales Element unserer Unternehmensstrategie und unserer Geschäftsaktivitäten neu untermauern – als integralen Bestandteil unseres Handelns und unseres langfristigen wirtschaftlichen Erfolgs. Entsprechend verankern wir die Erfüllung unserer Nachhaltigkeitsziele transparent und messbar in der langfristigen Managementvergütung.

Für die Ziele der UN und für die Bekämpfung des Klimawandels wird der Zeitraum von 2020 bis 2030 entscheidend sein. Er wird darüber bestimmen, ob die Weltgemeinschaft in der Lage ist, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Bayer wird seinen Beitrag dazu leisten.

Mehr: Von Abu Dhabi bis Südafrika: Lesen Sie in unserem Dossier, wie Staaten den Klimawandel bekämpfen – und welche zukunftsweisenden Projekte sie anstoßen.

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