Gastkommentar „Wettbewerb statt Korruption“

Wladimir Putin will bei der Wahl im März in Russlands Präsidentenamt zurückkehren. In einem Gastbeitrag nennt er seine künftigen Prioritäten - und legt damit indirekt Versäumnisse seiner bisherigen Regierungszeit offen.
  • Wladimir Putin
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Ministerpräsident Wladimir Putin. Quelle: Reuters

Ministerpräsident Wladimir Putin.

(Foto: Reuters)

MoskauWir leben in einer Zeit großer Umbrüche in der Weltwirtschaft. Nie zuvor schritt der technologische Fortschritt so weit voran. Was wir heute sehen, hätte noch vor 15 Jahren den Anschein von Science Fiction erweckt.

Unter diesen Umständen ist es wichtig, unsere eigene Wirtschaft stabil zu entwickeln, um unsere Bürger soweit wie möglich vor den Auswirkungen der globalen Krise zu schützen und gleichzeitig die Grundlagen unserer Wirtschaft zu erneuern.

Für Russland wäre eine Wirtschaft, die Stabilität, Souveränität und einen anständigen Lebensstandard nicht garantieren kann, inakzeptabel.

Wir brauchen eine Wirtschaft, die auf einer wettbewerbsfähigen Industrie und Infrastruktur, einem entwickelten Dienstleistungssektor und einem leistungsfähigen Landwirtschaftssystem beruht; kurz gesagt eine Wirtschaft, die sich moderne Technologie zunutze macht.

Die Förderung des wirtschaftlichen Wettbewerbs ist der Schlüssel, um Innovation zu fördern. Nur Wettbewerb kann Privatunternehmen dazu anregen, Hochtechnologien zu entwickeln und ihre Produkte zu verbessern.

Um unseren technologischen Führungsanspruch wiederherzustellen, müssen wir unsere Prioritäten sorgfältig setzen. Unser Augenmerk sollte insbesondere auf Industriezweigen wie der Pharmaindustrie, der High-tech Chemieindustrie, der Verbundbaustoff- und Nichtmetallindustrie, der Luftfahrtindustrie, und den Informations- Kommunikations- und Nanotechnologien liegen.

Die Erfahrung aus Ländern wie Südkorea und China zeigt, dass ein Anschub des Staates für die Modernisierung der Wirtschaft wichtig ist. Wir zählen auch auf die aktive Beteiligung von russischem Kapital an der Privatisierung und der Entwicklung von High-Tech-Anlagen. Wir brauchen aber auch Käufer aus globalen Investmentkreisen, die nicht nur in einzelne Produktionsstätten investieren, sondern ihre Kontakte und Erfahrungen auf den internationalen Markten einbringen.

Den globalen Technologieführern muss dabei geholfen werden, den Übergang zu schaffen von der ersten Stufe, in der Russland als ein vielversprechender Markt gesehen wird, über die zweite Stufe, in der in lokale Produktionsstätten investiert wird, bis zur dritten Stufe, wo neue Prozesse und Produkte in Russland entwickelt werden.

Attraktivität Russlands verbessern
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11 Kommentare zu "Gastkommentar: „Wettbewerb statt Korruption“"

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  • Man merkt schon, dass Sie die anderen Meinungen nicht akzeptieren. Sobald Sie keine Argumente haben, werfen Sie allen anderen die Kremlzugehörigkeit vor. In welcher Welt leben Sie denn? Ich kommentiere nur das wovon ich Ahnung habe. Bei Ihnen ist das nicht der Fall. Un bei Begriffen Gulag, KGB, Gasabschaltung und Chodorkowski kann ich Ihr Neveau sofort einschätzen.

  • sorry, natürlch : ... "ein Wort" ...

  • Herr Putin, Sie haben zu viele undemokratische und unsoziale Maßnahmen vorgenommen, als daß Ihnen im Westen noch jemand Wort glaubt.
    Um nur mal EINE zu nennen: Pressefreiheit!

  • Die Schreiber im Auftrag des Kremls wie " Jaja" und die anderen hier richten nichts aus. Russland wird nicht demokratisch und dies alleine ist der Grund, weswegen letztendlich die Wirtschaft ausschliesslich staatlich gelenkt sein wird, garniert mit Korruption und Gulag ( Chodorkowski lässt grüssen). Putin wird bald Panzer a la Syrien rollen lassen, da sich die Demokratieschlinge immer mehr um seinen Hals zieht. Danach kommt der nächste " lupenreine Demokrat" und es geht immer so weiter. In Europa gehen die Lichter aus, in Russland erst wenn das letzte Gas abgefackelt ist. Ach ja--- Kreml--- Klatscher, bitte mich nicht kommentieren, man merkt es an der Übersetzung sofort, wer hier schreibt.

  • Es ist noch nicht einmal 20 Jahre her, als die Sowjetunion zerbrochen ist. Seitdem bewältigen diese Länder einen dramatischen und tiefgreifenden Umbau, ohne dass ihnen von aussen Hilfe zu teil wird, wie dies z.B. mit Milliardenhilfen bei der ehemaligen DDR der Fall war. Natürlich gibt es immer noch Nachholbedarf bei der Demokratisierung und auch in der Rechtssicherheit. Auf der anderen Seite befindet sich der Osten in einem gewaltigen Transformationsprozess, der ohne stabile Strukturen im Chaos enden würde. Deshalb bin ich froh, daß Leute wie Putin da sind. Im Übrigen ist es tatsächlich so, daß die osteuropäischen Staaten, und insbesondere Russland und die Ukraine, sich kulturell nur wenig von Westeuropa unterscheiden. Die Korruption ist sicherlich ein Problem, dürfte aber in Griechenland doppelt so stark ausgeprägt sein. Irgendwann werden die Menschen in Westeuropa die in ihr Gehirn implantierten Mauern aus dem kalten Krieg einreißen und das ungeheure Potential eines vollständig vereinten Kontinents in Europa erkennen. Bis dahin braucht es noch ein wenig Mehr an Annäherung.In der Zwischenzeit sollten wir unsere kritische Haltung, zu Allem was im Osten passiert, einmal überdenken. Den bösen Russen gibt es nicht mehr. Genausowenig wie es den bösen Deutschen gibt.

  • Was verstehen Sie denn unter "demokratischen Strukturen" ? Ein System, wo Großkapitalisten direkt oder indirekt regieren und Wahlen nur noch der Volksbelustigung dienen wie bei uns oder in den USA ?

  • Gemessen an dem, was dieser im Westen mit Preisen überschüttete Gorbatschow in Russland hinterlassen hatte (Verschleuderung des Volksvermögens an wenige Einzelpersonen, etc.) hat Putin wahre Wunder vollbracht. So ist auch bemerkenswert, dass Russland überhaupt noch als ganzes existiert, denn bei der Ausplünderung der russischen Bodenschätze wäre manchem Spieler uneinige und schwache russische einzelstaaten wohl lieber gewesen. Auch ist nicht zu verkennen, dass sich hinter so mancher Oppositionspartei korrupte Oligarchen befinden, die von ihrem Wohnsitz in London oder sonstwo aus kräftig die PR-Keule schwingen, aber bei einer Regierungsübernahme bestimmt nicht die Interessen der russischen Bevölkerung vertreten würden.

  • Russland hat in China einen gefaehrlichen Nachbarn. Das rohstoffreiche aber bevoelkerungsarme Sibirien ist verletzlich fuer systematische Infiltration, zumal davon auszugehen ist, dass es kulturelle, wenn nicht gar verwandtschaftliche Beziehungen zwischen China und der Sibirischen Bevoelkerung gibt. Auch die suedlichen Grenzen Russlands sind verletzlich durch Laender mit hohem islamischen Bevoelkerungsanteil, die den Religionskonflikt bis in die Tiefen Russlands hineintragen koennen.

    Auf der anderen Seite haben Europa und insbesondere Deutschland und Russland gemeinsame Interessen. Russland braucht Kapital und Technologie, Europa braucht Energie und Rohstoffe. Auch das ungeheure Agrarpotential Russlands koennte fuer Europa bedeutsam sein. Nicht zuletzt ist auch der wachsende Markt eines grossen Schwellenlandes fuer uns wichtig.

    Wir haben allen Grund auf Russland zuzugehen und uns nicht von Stoerfeuern unserer Verbuendeten (Georgien und Ossetien) davon abhalten zu lassen. Ob Putin der richtige Mann ist, ob die Russen Putin waehlen werden, steht offen. Wir sollten uns jedoch darauf vorbereiten mit Putin ueber die Vorteile zu reden, die sich im vertrauensvollen Aufbau beiderseitiger Beziehungen zu finden sind. Der gesellschaftlichen Entwicklung in Russland wird diese Entwicklung sicherlich auch zum Vorteil gereichen.

  • Ich hoffe Ihnen krankt es nicht:

    - Präsident wird man in Russland für 4 Jahre (max. 2x möglich)

    - Zur Opposition und zur Kritik hat er ausführlich, meist in russischsprachigen Medien, seine Meinung und Position erklärt. In westlichen Medien kommt es nicht durch. Das heißt aber nicht, dass Sie sich informieren müssen, bevor Sie was schreiben.

    - Opposition hat nur ein Programm – Putin muss weg egal wie. Worauf soll er eingehen? Zumal ohne Unterstützung von Außen nimmt sie Mehrheit der Bevölkerung nicht ernst.

    - Herunterwirtschaften???- Wirtschaftskennzahlen über Suchmaschinen ersichtlich. Sie verwechseln da was mit Elzin.

    - Nach aktuellen unabhängigen Umfragen wird er die Wahl gewinnen (aber unsere USFreunde werden bestimmt nicht so leicht aufgeben).

    Bleiben Sie sachlich und Informieren von beiden Seiten hilft.

  • Ihr Wort in Gottes Ohr Herr Putin - allein mir fehlt der Glaube!

    Sie haben die Lage ihres Landes sehr präzise beschrieben und auch sehr genau erkannt an was es noch mangelt. Doch allein duch warme Worte wird sich all dies nicht umsetzen lassen - allein Taten zählen.

    Und ja, auch dazu gehören faire und freie Wahlen. Und genau wie ein Land Wettbewerb in der Wirtschaft braucht um zu wachsen, braucht es offenen und fairen Wettbewerb um die besten Konzepte in der Politik ihre Landes.

    Deshalb machen Sie den ersten Schritt, gehen Sie mit gutem Beispiel voran und setzen sie endlich klare demokratische Strukturen in ihrem Land um.

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