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Gastkommentar Wir brauchen eine drastische Erhöhung von Investitionen in Innovationen für grüne Energie

Zur Bekämpfung des Klimawandels braucht es Ehrlichkeit. Die derzeit anvisierte Klimapolitik wird unglaublich teuer. Trotz des großen Nutzens werden die Kosten deutlich höher sein, meint Björn Lomborg.
26.06.2021 - 09:59 Uhr 2 Kommentare
Björn Lomborg ist Präsident des Copenhagen Consensus und Visiting Fellow an der Hoover Institution, Stanford University. Quelle: Ted, Montage
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Björn Lomborg ist Präsident des Copenhagen Consensus und Visiting Fellow an der Hoover Institution, Stanford University.

(Foto: Ted, Montage)

Die aktuelle Klimadiskussion verkörpert zwei eklatant widersprüchliche Behauptungen. Einerseits warnen Experten davor, dass weitreichende Klimaversprechen die Wirtschaft lähmen werden. In einem neuen Bericht stellt die Internationale Energieagentur (IEA) fest, dass das Erreichen von Netto-Null-Emissionen im Jahr 2050 wahrscheinlich „die größte Herausforderung sein wird, der die Menschheit je gegenüberstand“.

Das ist eine hohe Messlatte, die den Zweiten Weltkrieg, die Schwarze Pest und Covid-19 übertrifft. Auf der anderen Seite verkaufen Politiker Netto-Null-Klimaprogramme als eine Beinahe-Utopie, welche die Welt im Sturm erobern wird. Wie John Kerry, der Klimabotschafter von US-Präsident Biden, auf Bidens Klimagipfel im April den führenden Politikern der Welt sagte: „Niemandem werden Opfer abverlangt.“

Beide Behauptungen können nicht wahr sein. Dennoch werden sie oft von denselben Klimaaktivisten in verschiedenen Teilen ihres Werbezyklus herangezogen. Die harte Ansprache soll uns zum Handeln treiben, während das Versprechen von blühenden Landschaften die politischen Auswirkungen abmildern soll, wenn die Rechnung fällig wird.

George Orwell nannte diese Bereitschaft, widersprüchliche Behauptungen zu vertreten, Doppeldenke.

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    Es ist politisch nützlich und sorgt dafür, dass Politiker, die große Klimaversprechen machen, wiedergewählt werden. Aber wenn wir den Klimawandel beheben wollen, brauchen wir Ehrlichkeit. Die derzeit anvisierte Klimapolitik wird unglaublich teuer. Obwohl sie einiges an Nutzen erzielen wird, werden die Kosten deutlich höher sein.

    Ja, der Klimawandel ist real und menschengemacht und wir müssen intelligente Lösungen finden. Aber dies geschieht gerade deshalb nicht, weil die Klimafolgen oft stark übertrieben werden und uns in Panik versetzen. Der Weltklimarat schätzt, dass die Klimaschäden im Jahr 2100 ohne Klimapolitik 2,6 Prozent des globalen BIP entsprechen werden. Das ist ein Problem, aber kein Weltuntergang.

    Klimapolitik verursacht reale Kosten

    Die meisten Leute glauben, der Schaden werde viel größer sein, weil Klimanachrichten nur die schlimmsten Befunde melden. Erinnern Sie sich, wie uns wiederholt gesagt wurde, dass die Hurrikansaison im Atlantik 2020 die schlimmste aller Zeiten war?

    Die Berichterstattung ignorierte jedoch, dass die Hurrikanintensität fast überall sonst gering war, was 2020 zu einem der weltweit schwächsten Jahre im Satellitenzeitalter machte. Und sogar innerhalb des Atlantiks lag 2020 auf Platz dreizehn.

    Die Behauptung, dass Klimapolitik keiner Opfer bedürfe, ist eindeutig Heuchelei. Eine Übersicht des UN-Klimarats zeigt, dass sämtliche Klimapolitiken reale Kosten verursachen. Warum sonst bräuchten wir wiederkehrende Klimagipfel, um unwillige Politiker zu immer größeren Versprechen zu zwingen?

    Der neue Netto-Null-Bericht der IEA enthält viele konkrete Beispiele für notwendige Opfer. Bis 2050 werden wir mit einem deutlich geringeren Energieverbrauch leben müssen als heute. Obwohl der durchschnittliche Mensch global gesehen wohlhabender sein wird, wird ihm weniger Energie zugestanden als dem heutigen durchschnittlichen Armen.

    China setzt wie viele Schwellen- und Entwicklungsländer weiter auf die Nutzung fossiler Energien. Quelle: The Image Bank Unreleased/Getty Images
    Kohlekraftwerk in China

    China setzt wie viele Schwellen- und Entwicklungsländer weiter auf die Nutzung fossiler Energien.

    (Foto: The Image Bank Unreleased/Getty Images)

    Wir werden einen geringeren Energieverbrauch haben müssen als der durchschnittliche Albaner in den 1980er-Jahren. Und wir müssen uns daran gewöhnen, in unseren Wohnungen im Winter bei 19°C zu zittern und im Sommer bei 26°C zu schwitzen, weniger zu fliegen und auf Autobahnen maximal 100 km/h zu fahren.

    Aber auch klimapolitische Opfer könnten sinnvoll sein, wenn ihre Kosten geringer wären als der erzielte Klimanutzen. Wenn wir die 2,6 Prozent Klimaschäden für sagen wir ein Prozent Opfer vermeiden könnten, wäre das ein gutes Ergebnis. Das ist gesunder Menschenverstand und die Kernlogik des weltweit einzigen Klimaökonomen, der 2018 den Nobelpreis erhielt. Intelligente Klimapolitik kostet relativ wenig und reduziert Klimaschäden deutlich.

    Leider liefert unser derzeitiges Doppeldenken das umgekehrte Ergebnis. Eine neue wissenschaftliche Studie stellt fest, dass die Kosten von Netto-Null kurz nach 2060 – also viel später als das deutsche Ziel für 2045 – bereits im Jahr 2040 mehr als vier Prozent des BIP ausmachen werden, oder etwa 5 Billionen US-Dollar jährlich. Und dies setzt global koordinierte CO2-Steuern voraus, was unwahrscheinlich erscheint.

    Andernfalls werden sich die Kosten mehr als verdoppeln. Acht Prozent oder mehr zu zahlen, um ein halbes Jahrhundert später einen Teil der 2,6-prozentigen Schäden zu vermeiden, macht aus wirtschaftlicher Perspektive wenig Sinn.

    Auch politisch ist es wenig plausibel. Allein für China übersteigen die Netto-Null-Kosten sieben bis 14 Prozent des BIP. Daher verwendet China zwar grüne Rhetorik, um den Westen zu beschwichtigen, strebt jedoch weitere wirtschaftliche Entwicklung mit 247 neuen Kohlekraftwerken an. Mittlerweile emittiert China mehr Treibhausgase als sämtliche Industriestaaten zusammen.

    Die meisten Entwicklungsländer hoffen, dem rasanten Aufstieg Chinas folgen zu können. Während einer Klimakonferenz, bei der Dutzende hochrangiger Delegierter pflichtbewusst Klimaneutralität lobten, wich der indische Energieminister vom Drehbuch ab: Netto-Null sei „nur ein Luftschloss“. Er fügte hinzu, dass Entwicklungsländer immer mehr fossile Brennstoffe verwenden wollen und sich nicht aufhalten ließen.

    Die großen Herausforderungen lösen wir durch Innovationen, nicht indem wir möglichst große Opfer bringen

    Wenn wir unser Klima-Doppeldenken fortsetzen, werden die Reichen wahrscheinlich weiterhin händeringend die Netto-Null anstreben, trotz erheblicher Kosten für die eigenen Gesellschaften. Drei Viertel der künftigen Emissionen stammen jedoch aus ärmeren Ländern mit wichtigeren Entwicklungsprioritäten wie der Vermeidung von Armut, Hunger und Krankheit.

    Die großen Herausforderungen der Menschheit lösen wir jedoch nicht, indem wir auf endlose Opfer drängen, sondern durch Innovation. Die Pandemie wird mit Impfstoffen gelöst, nicht mit endlosen Lockdowns. Dem Klimawandel begegnen wir am besten durch eine drastische Erhöhung von Investitionen in Innovationen für grüne Energie.

    Derzeit erfordert der Ausbau erneuerbarer Energien massive Subventionen. Aber wenn wir diese in Zukunft wettbewerbsfähiger als fossile Brennstoffe machen könnten, würde die gesamte Welt wechseln. Innovation ist die nachhaltigste Klimalösung. Sie ist dramatisch billiger als die derzeitige Politik teurer Versprechen und des Verzichts und wird letztendlich auch Entwicklungsländer mit ins Klimaschutz-Boot holen.

    Mehr: IEA-Experten fordern Investitionsstopp für Öl- und Gasprojekte

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    2 Kommentare zu "Gastkommentar: Wir brauchen eine drastische Erhöhung von Investitionen in Innovationen für grüne Energie"

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    • Es sollte jetzt Geld in die richtige Richtung fließen. Eine davon ist die innovative Entwicklung der Neutrino Technologie. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hatte bereits im Januar 2021 in einer  von Daimler Benz beauftragten Studie die Effizienz der Technologie und  die im Patent deklarierten Eigenschaften der "Neutrino-Voltaik" bestätigt. In Indien hat das C-met Institut in Punafür die Entwicklung des selbstladenden PI Cars mit den Patenten ein Budget von 2.5 Milliarden Dollar zugesprochen bekommen. Auch der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu kürzlich: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters"  Er begründet eindringlich, die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos basiert auf neueste Forschungsergebnisse. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Mobile, dezentrale Haushaltsenergie und unendliche Reichweite für die Elektromobilität - GENIAL. Russische, Indische und Schweizer Investoren sind bereits im Boot. Die Welt muss besser werden mit Neutrino Energy. Lets Go!

    • Es sollte jetzt Geld in die richtige Richtung fließen. Eine davon ist die innovative Entwicklung der Neutrino Technologie. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hatte bereits im Januar 2021 in einer  von Daimler Benz beauftragten Studie die Effizienz der Technologie und  die im Patent deklarierten Eigenschaften der "Neutrino-Voltaik" bestätigt. In Indien hat das C-met Institut in Punafür die Entwicklung des selbstladenden PI Cars mit den Patenten ein Budget von 2.5 Milliarden Dollar zugesprochen bekommen. Auch der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu kürzlich: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters"  Er begründet eindringlich, die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos basiert auf neueste Forschungsergebnisse. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Mobile, dezentrale Haushaltsenergie und unendliche Reichweite für die Elektromobilität - GENIAL. Russische, Indische und Schweizer Investoren sind bereits im Boot. Die Welt muss besser werden mit Neutrino Energy. Lets Go!

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