Globale Sicherheit Europa muss jetzt mehr Verantwortung übernehmen

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz fordert die europäischen Länder auf, eine stärkere Rolle zu spielen. Denn im „Krieg gegen den Terror“ sind die USA nicht mehr bereit, alles alleine zu regeln. Ein Gastkommentar
  • Wolfgang Ischinger
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Wolfgang Ischinger ist Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Quelle: dapd

Wolfgang Ischinger ist Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz.

(Foto: dapd)

Normalerweise kommt ein amerikanischer Präsident nicht ins Pentagon, um dort eine neue Verteidigungsstrategie vorzustellen. Dass Präsident Obama das Strategiepapier Anfang Januar im Verteidigungsministerium persönlich vorstellte, unterstrich nicht nur die Bedeutung des Papiers für die sicherheitspolitische Neuausrichtung der USA, sondern stand auch bildlich für die neue Rolle Amerikas. Denn es ist Barack Obama selbst, der dieses neue Amerika verkörpert.

Erstens schließt die neue Strategie faktisch die weltpolitische Dekade ab, die von den Auswirkungen des 11. September 2001 bestimmt wurde. Nach einem Jahrzehnt massiven militärischen Engagements der Vereinigten Staaten im Zuge des "Kriegs gegen den Terror" sind die USA heute weder fähig noch willens, ihre globale Präsenz in dieser Intensität aufrechtzuerhalten.

Ein Jahrzehnt militärischer Überdehnung geht zu Ende. Zwar hält Obama wie alle Präsidenten vor ihm den globalen amerikanischen Führungsanspruch aufrecht. Aber er verfolgt nicht mehr die Ambition, die Welt nach amerikanischem Bild zu formen, koste es, was es wolle.

Zweitens schreibt die Strategie die geografische Neuorientierung der USA fest - hin zum asiatisch-pazifischen Raum. Angesichts des Aufstiegs Chinas und der ökonomischen Bedeutung des gesamten asiatischen Raums macht die Strategie klar, dass die USA dieser Region Priorität einräumen. Dies geht naturgemäß zulasten anderer Weltregionen, vor allem Europas, das in der kritischen amerikanischen Wahrnehmung heute eine geringere Rolle spielt und deshalb Truppenreduktionen in Kauf nehmen muss, die aus US-Sicht von Europa auch ohne weiteres verkraftet werden können.

Schuldenkrise bestimmt Sicherheitskonferenz

In seiner letzten Rede in Europa hatte der ehemalige Verteidigungsminister Robert Gates im letzten Sommer schon davor gewarnt, dass kommende, nicht mehr vom Kalten Krieg geprägte Führungsgenerationen in den USA kaum mehr bereit seien, Steuergelder für die europäische Verteidigung aufzubringen, sofern die Europäer nicht selbst einen größeren Beitrag leisteten. Barack Obama hat sich schon in seinem ersten Amtsjahr als Amerikas ersten "pazifischen Präsidenten" bezeichnet. Er gehört bereits zu dieser neuen Generation, die ihre Aufmerksamkeit auf andere Weltregionen richtet.

„Massiven Druck haben sie von diesem Präsidenten nicht zu erwarten“
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26 Kommentare zu "Globale Sicherheit: Europa muss jetzt mehr Verantwortung übernehmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ist es gestattet, nach Sinn und Zweck eines quasi imperialen Engagement weltweit zu fragen?

    Oder müsste ich diese Lektion längst gelernt und als Reflex verinnerlicht haben?

  • Wer seine Freiheit opfert um Sicherheit zu erlangen, wird am Ende beides verlieren.
    ddrv2.de

  • Es macht wirklich Hoffnung, dass in keinem der Kommentare dem Artikel zugestimmt wird. Zeigt aber auch das die Volksvertreter nicht das Volk vertreten.

    Die amerikanische Außenpolitik ist tödlicher Staatsterrorismus und im Inneren schwinden die Freiheiten der Menschen zu Gunsten totalitärer polizeistaatlicher Strukturen. Ein Staat in dem unbegrenzte Inhaftierung ohne Prozess, Folter und Todesstrafe zur Doktrin geworden ist fordert von uns größere Beteiligung an völkerrechtlichen Verbrechen. Finde ich persönlich weniger gut...

    Ich frag mich wann der erste Ami im Iran Asyl beantragt weil er politisch verfolgt wird. Das kann doch wirklich alles nicht sein...

  • Es ist Zeit, das die alten Männer die politische Bühne räumen.
    ----------------
    Nur Vorsicht, die Jügeren sind noch schlimmer.
    Die sind alle so auf Links gedreht, von denen kommt nichts Besseres, eher im Gegenteil

  • Nie!
    Die Israelis haben bis in alle Zeiten Narrenfreiheit, begründet wird dies auch noch in 500 Jahren mit dem Holocaust
    Es gab ja mal vor einigen Jahren in Europa eine Umfrage, da kam dann raus, dass die Mehrheit Israel für das gefährlichste Land halten
    Da aber das gerade bei uns, immer vermischt wird und als Antisemitismus bezeichnet wird, wird auch der deutsche dämliche Michl einen evtl. Einsatz ,mit Israel gegen den Iran mitmachen, das befürchte ich jedenfalls

  • Oh mein Gott - vermutlich zahlt der Steuerzahler auch noch für diese Münchener Wahnsinnsknaben und deren Ergüsse, unfassbar. Rosinenbomber und was nicht alles angeführt wird.
    Die Luftbrücke war der riesigste Marketingschachzug aller Zeiten und hat den USA richtig Geld gebracht.
    Das braucht doch kein Mensch mehr dieses überholte Gedankengut. Wenn er gehen will der Ami, tja. Allerdings sollten auch gleich alle Zugänge für SWIFT Rechner, Datenbanken, etc..zu gehen. Diese alten Männer an allen Ecken und Enden der Macht. Husch ab in den Rolli und Rente geniessen.

  • "Ich sehe nur, dass irgendwelche rechtsextremen Arschlöscher und geldgierige Spekulanten (..) viel mehr schaden, als irgendwelche durchgeknallten, religiösen Fanatiker, welcher Couleur auch immer."
    Da ja nach Ihrer Einschätzung "gelgierige Spekulanten" noch schlimmer, gefährlicher, bedrohlicher, niederträchtiger, unmoralischer, widerlicher, ekelerregender, verabscheuungswürdiger als religiöse Fanatiker sind, frage ich mich, was Ihrer Meinung nach der adäquate Umgang mit eben diesen Spekulanten sein sollte? GULAG, Straflager, Guantanamo oder gleich Kopfschuss? Und wer entscheidet, wer zu diesen parasitären Gesellschaftsschädigern gehören soll und wer nicht?

  • mit dem label "Angst vor Terror" wird mittlerweile jeglicher Akt staatlicher Willkür entschuldigt. Überwachung, Bespitzelung und Einschränkung von Freiheiten sind damit verbunden. Die Tore zum totalitären Überwachungsstaat waren noch nie soweit offen.

  • THALAT WERDE ZU THALIT
    Für den Frieden im Inneren muß die USA schon selber Sorge tragen. Für das Apostolieren von Kriegsschauplätzen kann man es auch kürzer sagen:
    KRIEGSSCHAUPLATZ NORDKOREA

  • Was?
    Polen schicken Wolldecken?

    ich versteh gleich garnix mehr.

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