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Hans-Werner Sinn Banken müssen sich selbst retten

Mit 100 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds wollen sich die spanischen Banken sanieren. Die Kosten trägt dabei der europäische Steuerzahler. Das ist ein Fehler im System.
15.06.2012 - 13:50 Uhr 1 Kommentar
Hans-Wert Sinn leitet das Ifo-Institut. Quelle: ap

Hans-Wert Sinn leitet das Ifo-Institut.

(Foto: ap)

Unter Missachtung des Maastrichter Vertrages zieht die EU-Kommission einen Rettungsplan nach dem anderen aus der Tasche. Jetzt will sie nicht nur die Staatsschulden vergemeinschaften, sondern zusätzlich auch noch die Bankschulden.

Aber das ist nicht nur ungerecht, sondern auch ineffizient. Es drückt nämlich die Finanzierungskosten für die Banken der südlichen Länder unter die Marktzinsen, weil es auf eine kostenlose Versicherung durch andere Staaten hinausläuft. Zu viel Kapital fließt von den Kernländern des Euro-Raums in die Peripherie, und das Wachstum in Europa erlahmt.

Welch problematische Folgen eine Sozialisierung von Bankschulden hat, zeigt die amerikanische Sparkassen-Krise der 1980er-Jahre, die den amerikanischen Steuerzahler weit mehr als 100 Milliarden Dollar gekostet hatte. Die Sparkassen liehen sich viel Geld von ihren Kunden und steckten es in riskante Unternehmungen, wohl wissend, dass sie die potenziellen Gewinne als Dividenden würden ausschütten und die potenziellen Verluste auf den Steuerzahler würden abwälzen können. Praktisch dasselbe passierte in der amerikanischen Subprime-Krise und in der spanischen Bankenkrise. Immer gingen die Banken zu stark ins Risiko, weil sie wussten, dass die Regierungen sie letztendlich freikaufen würden.

Die spanischen Banken spekulierten mit ihren Kreditkunden auf Wertzuwächse bei den Immobilien. Wie die amerikanischen Banken gaben sie den Immobilienkäufern Kredite von mehr als 100 Prozent des Hauswertes. Heute haftet die Gemeinschaft dafür. 303 Milliarden Euro haben die spanischen Banken schon als sogenannte Target-Kredite von der EZB erhalten, und jetzt sollen zusätzlich 100 Milliarden Euro vom Rettungsschirm (EFSF) dazukommen. Da die Kreditkunden der spanischen Banken und mit ihnen die Banken selbst großenteils pleite sind, werden wir das Geld nicht wiedersehen.

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    Nicht Steuerzahler, sondern Gläubiger soll Verluste tragen
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    1 Kommentar zu "Hans-Werner Sinn: Banken müssen sich selbst retten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das Problem scheint mir zu sein, dass die aktuelle EZB-Politik es (genau wie einst die US-Politik im Immobilienboom!) gerade darauf anlegt, dass die Banken Kredite an schlechte Risiken vergeben.
      Nur dann (m. E.) die Senkung der Anforderungen an die Qualität derjenigen Sicherheiten Sinn, welche die Banken für EZB-Kredite hinterlegen müssen.

      Weil das in den begünstigten Staaten jedermann weiß, fordert man eine Haftungsübernahme Deutschlands im Rahmen einer Bankenunion. Dann könnte man diese Blase noch eine Weile aufpusten, die jetzt jederzeit platzen kann.
      Canabbaia

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