James Dyson Patentverletzungen sind Diebstahl

Die Stärken Deutschlands wie Großbritanniens liegen in der Technik. Diese muss aber besser geschützt werden, sagt Erfinder James Dyson. Er hat am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn Ideen geklaut werden.
  • James Dyson
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Designer und Ingenieur James Dyson mit seinem Ventilator ohne Flügel. Quelle: dpa

Designer und Ingenieur James Dyson mit seinem Ventilator ohne Flügel.

(Foto: dpa)

Neue Ideen sind entscheidend. Im 21. Jahrhundert geht es beim Handel nicht darum, wer was macht, sondern wer es besser macht. In Großbritannien, wo Dyson seinen Hauptsitz hat, mögen wir vielleicht nicht bezüglich Massenproduktion konkurrenzfähig sein. Unsere Stärke liegt in der Erfindung und in der Technik. Das gleiche gilt für Deutschland. Aber neue Ideen müssen geschützt werden.

Erfindungen sind das Kernstück von erfolgreichen wissensbasierten Volkswirtschaften. Angela Merkel hat bei ihrem Besuch in China zu Recht die Bedeutung von weiterem Wachstum im Handel zwischen den größten Volkswirtschaften in Europa und Asien betont. Und sie hat zu Recht die Bedenken deutscher Investoren bezüglich erzwungenem Technologietransfer zu Gehör gebracht und auf den Schaden, der durch Nachahmer entsteht, hingewiesen. Organisationen wie die „Aktion Plagiarius“ machen den Menschen klar, dass es nicht nur die Designer-Handtaschen sind, die nachgeahmt werden, sondern dass es auch um Technologien geht.

Aber der Cocktail von gefälschten Marken und mit Photoshop erstellten Verpackungen führt dazu, dass eine zunehmende Zahl von Menschen sich nicht darum kümmert, jedenfalls nicht, bis sich ein Motor plötzlich abschaltet, ein Bauteil herausfällt oder etwas noch Schlimmeres passiert. Nachahmungen unseres Air Multiplier Ventilators – wir bekämpfen viele von ihnen vor Gericht – gehen kaputt oder verbrennen. Sie mögen zwar aussehen wie das echte Produkt, aber sie funktionieren nicht wie das echte Produkt.

Dyson Ventilator (l.) und Plagiat. Quelle: PR

Dyson Ventilator (l.) und Plagiat.

(Foto: PR)

Wir bei Dyson wenden viel Zeit und Geld dafür auf, um unser geistiges Eigentum zu schützen – erst um Patente anzumelden und dann vor Gericht, wenn unsere Patente verletzt wurden. Aber wir brauchen eine Veränderung in der Einstellung gegenüber Plagiaten – in der Einstellung der Bevölkerung und in der von Regierungen. Ohne dies, sind andere Anstrengungen sinnlos.

Wer auch immer sie begeht - Patentverletzungen sind Diebstahl. Ohne Wenn und Aber. Und ebenso ist es Diebstahl, wenn jemand wissentlich ein billiges Imitat kauft oder verkauft. Wenn dies nicht durch straf- oder ordnungspolitische Maßnahmen geahndet wird, wird der Kampf gegen Plagiate weltweit unterminiert. Wir brauchen Reformen. Der Diebstahl geistigen Eigentums ist nicht auf Rolex-Uhren und Taschen von Louis Vuitton beschränkt.

Es ist nicht einfach, ein Patent zu erhalten und es ist teuer. Wir brauchen ein europaweites Patent. Derzeit müssen wir in der Europäischen Union in jedem der 27 Länder Patentanmeldungen abgeben, diese übersetzen und erneuern. Für kleine Unternehmen ist dies wenig hilfreich und unerschwinglich.

Es ist eine globale Herausforderung. Viele der jüngsten Gerichtsverfahren haben wir gegen Marken geführt, die im Besitz chinesischer Unternehmen sind und von ihnen geführt werden, häufig in westlicher Verkleidung. Wir haben in letzter Zeit Siege errungen - aber das ist eine teure Angelegenheit. Der nachdrückliche Schutz von Patenten ist von wesentlicher Bedeutung, um einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern zu sichern. Aber für einen jungen Erfinder oder ein Start-up sind diese Kosten nicht tragbar.

China kann und wird ein unschätzbarer Handelspartner für Deutschland und das Vereinigte Königreich sein. Aber Einstellungen müssen sich ändern – und Unternehmen müssen Anreize erhalten, um zu erfinden und um zu exportieren. Und sie müssen wissen, dass ihre Ideen effektiv geschützt werden können, sowohl im In- wie auch im Ausland.

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11 Kommentare zu "James Dyson: Patentverletzungen sind Diebstahl"

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  • -- Teil 2 von 2
    Der größte Vorteil des Dyson ist auch das er so gut wie keinen Staub hinten raus bläst, auch ohne Filter.
    Das können andere nur mit (teilweise gut versteckten) Filtern.
    Habe einer Bekannten mal ihren Sauger wieder zum laufen gebracht. Das Zerlegen des Saugers brachte insgesamt 10 Filter zum Vorschein. Davon einem im Rad und einen fest eingebaut am Motor.
    Das war auch einer von diesen billigen Beutellosen.
    Hab ihr versucht zu erklären worin der Unterschied zwischen ihrem und nem Dyson liegt.
    Gerafft hat sie es nicht.
    Das brutale: normalerweise verschleißt der Filter irgendwann und er lässt außerdem sowieso immer eine kleinen Teil durch. Der setzt dann den nicht austauchbaren Filter am Motor zu = Sauger kaputt.
    Und bei Saugern ohne Filter (wie in den 80er noch üblich) kommt hinten fast soviel Staub raus, wie vorne rein geht.
    Könnt ihr ja mal testen. Alle Filter (außer dem Permanentfilter / Beutel) ausbauen un nen Taschentuch hinten vormachen. dann ca. 10 min saugen.
    Ich kann bei mir damit mir noch die Nase putzen (ohne mich hinterher waschen zu müssen ;p )
    Ok, mein Dyson hat auch Filter, die sorgen aber nur dafür das dem Sauger selbst Viren nicht mehr entkommen.
    Das machen zwar andere Sauger auch so, doch setzen sich deren Filter viel schneller zu, da viel mehr Dreck dort hinein geblasen wird.

  • Ich habe selbst einen (Dyson), und er ist das Beste seit Erfindung des Staubsaugers. Was den Ruf der Beutellosen kaputt gemacht hat, sind die vielen Nachahmungen und unzureichenden Plagiate.
    Viele "beutel-lose" Staubsauger haben den Beutel nur in einer Filterkartusche "versteckt" (z.b. Dirt Devil).
    Sie werben aber genauso damit wie der Dyson.
    Der Kunde (von hause aus meist schlecht informiert) steht nun im Laden und sieht zwei Produkte, die mit Beutel los und ohne Saugkraft Verlust werben.
    Eines für ~60€ & herabgesetzt auf 40€ (aber hab das Produkt nie über diesem Preis gesehen, denke ist einer der üblichen Marketing Tricks, denn beim Konsumenten setzt beim Wort Sonderangebot der Verstand aus [Wissenschaftlich bewiesen] )
    und ein weiteres Produkt ~300€.
    Die kaufen dann das billige (mit Permanentfilter)nach 14 Tagen ist der dann zugesetzt, und damit der Sauger überhaupt noch funzt, muß man für jede Stunde saugen den Filter auswaschen.
    1. ist das ne riesen Sauerrei
    2. Wasserverschwendung ohne ende
    3. man ist ca. ne halbe Stunde damit beschäftigt, anschließend muß der Filter min 8h-12h trockenen.
    alternativ kann man auch für ca 20€ nen Ersatzfilter kaufen. was man sowieso nach ca nen halben Jahr machen muß denn dann ist der Originalfilter verschlissen.
    Anschließend sagen die Leute die Technik ist scheiße, nicht ausgereift, ich kauf mir dann doch eine konventionellen, da weiß ich wenigsten, das ich mir alle Jahre nen neuen kaufen muß da der dann nicht mehr saugt.
    So geschehen in meiner Familie.
    Die staunen immer noch das der Dyson noch saugt wie am ersten Tag und immer noch nicht muckt.
    Der ist inzwischen 6 Jahre alt.
    ---Teil 1 von 2

  • Was ist eigentlich aus den Patenten von Nikolaus Otto geworden für den Ottomotor; denen von Gottlieb Daimler für die Motorkutsche und denen von Carl Benz fürs Automobil und für den Zweitakter?

    Ich hoffe, da kommen noch bald mal Lizenzgebühren auch Japan, China und usa.

  • Vor allem wollen wir, daß usa und gb die Lizenzgebühren nachzahlen für die 1917 und 1945 von ihnen geraubten Patente.

    Dann reden wir gerne über China und Patente. Vielleicht hat der Chinese auch noch offene Forderungen aus der Kolonialzeit?

  • Dyson? Sind das nicht die mit den Staubsaugern ohne Beutel? Wo man jedesmal den Staubsauger wegwerfen muss, wenn er voll ist? Es sei denn, man will in einer Staubwolke eingehüllt an der Mülltonne stehen und den Dreck rausschütteln. Also für so einen technisch dumm ausgeführten Mist gebe ich kein Geld aus. Mein Sauger ist von Miele und ich hatte auch mal einen von Bosch. Dyson lockt die Kunden wohl nur weg dem futuristischen Design. Für mich zählt Leistung, Effizienz und Qualität.

  • Hi,
    ist doch schön wie sich der Dieb über Diebstahl beschwert oder?
    http://www.pocket-lint.com/news/5069/dyson-airblade-mitsubishi-jet-towel

  • Was für ein grandioser Schwachsinn! Zahlen Sie Tim Berners Lee eine Lizenzgebühr dafür, dass Sie das von ihm erfundene WWW nutzen dürfen? Sie tun es nicht. Zahlt das Handelsblatt etwas dafür? Tut es auch nicht. Tut es irgendwer sonst? Nein, niemand. Es ist für umme. Genau diese Eigenschaft, hat das WWW erst groß gemacht. Gleiches gilt für TCP/IP. Alle proprietären Protokolle, die uns über Jahrzehnte unnötige und hohe Kosten verursacht haben sind tot und genau das ist gut so. Wer solche kleingeistigen, dämlichen und an der bekannte Realität vorbei gehende Argumente am Hals hat, wie heli-jupp, der hat offensichtlich nicht genügend geistige Kapazität, um wirklich wichtige Erfindungen zu machen. Da ist das gleiche minderbemittelte geistige Niveau, wie der Schrott von Dyson. Ich werde den Scheiss von dem nicht kaufen, ob mit oder ohne Patent. Patente verhindern Entwicklung, wie mir ein Patentanwalt erst vor kurzem erklärt hat. Wenn Sie ein Auto erfinden und zum Patent anmelden und vier Wochen später kommt jemand und meldet ein Auto mit ABS zum Patent an, dann kann der erste dem zweiten die Benutzung seines wesentlich besseren Autos verbieten. Das ist Schwachsinn. Und es ist Diebstahl an den Kunden, die sich mit der schlechteren Variante zufrieden geben müssen, obwohl es eine wesentlich bessere gäbe. Prinzip Dyson, wie es DarkSun oben beschrieben hat. Nur OpenSource bringt wirkliche nachhaltige Entwicklung, sonst nichts.

  • "Geistiges Eigentum für alle... eine Bereicherung der Menschheit weltweit ... für umme."

    So etwas kann nur jemand schreiben, der noch nie Geistiges Eigentumg geschaffen hat und sich dazu auch nicht in der Lage sieht.

  • Grenzwertig.
    Einerseits richtig, dass (die echten Erfinder) geschützt werden, denn neben den Herstellungskosten fallen auch Entwicklungskosten an. Das Denken vor der Entwicklung, das Scheitern bis zur Entwicklung soll ja gerade durch das Patent refinanziert werden. Wenn Dysen (sofern das Bsp. korrekt ist) einen Handtrockner kopiert und patentiert, ist da eben diese schützensewrte Leistung nicht enthalten. Das Problem ist der Prozess / Prüfung / Einhaltung des Patentes. Ich hab aber leider keine Lösung wie das besser gestaltet wäre. Eigentlich hätten (s.o.) die Japaner gegen das Patent von Dysen klagen müssen. Vielleicht haben Sie es auch. Kann jemand das Beispiel verifizieren? -> mit Link :)

  • ja ja die westliche Kultur und wir diktieren der ganzen Welt, dass wir den Stein der Weisen gevespert haben....
    Leider ist es halt bei den Chinesen so , das es ein Zeichen von Respekt ist wenn man Kopiert wird. Also machen wir doch alle den Guttenberg und lernen mal von den anderen. Geistiges Eigentum für alle... eine Bereicherung der Menschheit weltweit ... für umme.

    Da wir ja eh nicht verhindern können wenn irgendwo in Asien oder wo halt auch immer kopiert wird, müssen wir uns halt wie aktuell auch durch andere Merkmale abheben.(z.B. Nachhaltigkeit, Qualität, Menschenrechte und vieles mehr...)
    ahhhh die Kosten.... direkte Einsparung durch hinfällige (teure) Patentanmeldungen und Gerichtskosten.

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