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Kapitalismus-Debatte Die Eigentumsrechte sind entscheidend

Die Schwellenländer kämpfen seit Jahren darum, Eigentumsrechte zu definieren und zu dokumentieren. Doch jetzt hat der Westen auf den Finanzmärkten so verwirrende Strukturen geschaffen, dass dort die Grundlagen des Systems auch nicht mehr stimmen.
  • Hernando de Soto
5 Kommentare
Hernando de Soto (links) bei einer Podiumsdiskussion mit Bill Clinton und Bill Gates in New York. Quelle: AFP

Hernando de Soto (links) bei einer Podiumsdiskussion mit Bill Clinton und Bill Gates in New York.

(Foto: AFP)

Lima Im vergangenen September sagte Ben Bernanke, vor dem Hintergrund der großen Finanzkrise müssten entwickelte Volkswirtschaften wie die USA einiges, was sie den Schwellenländern beigebracht hätten, selbst wieder lernen. Der Chef der US-Notenbank bezog sich dabei auf den „Washington Konsens“, dessen zehn Punkte einige heute erfolgreiche Länder in Schwellenregionen in den 90er-Jahren für sich akzeptiert hatten.

Bernanke hat recht: Wenn der Kapitalismus eine Zukunft haben soll, muss er sich auch im Westen wieder auf die Grundlagen besinnen, die ihn einst groß gemacht haben. Vor allem gilt es zu erkennen, dass man Märkte niemals mit Anarchie verwechseln darf.

Der zehnte Punkt des „Washington Konsens“ war damals die Stärkung von Eigentumsrechten. Nach Aussage des US-Ökonoms John Williamson, der diese Empfehlungen als erster formuliert hatte, war dieser Punkt inspiriert von meiner Theorie. Ich habe immer darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, Eigentums- und Übertragungsrechte genau zu dokumentieren, um so Kredite und die Bildung von Kapital zu ermöglichen. Was mich selbst dabei inspiriert hat, war der Aufbau eines derartigen Systems von Eigentumsrechten in den USA und in Europa im 19. und 20. Jahrhundert.

Auf der anderen Seite scheinen heute gerade die entwickelten Länder vergessen zu haben, wie wichtig die genaue Erfassung von Vermögenswerten und Transaktionen ist, um Kredite zu ermöglichen. In den letzten 15 Jahren haben Amerikaner und Europäer nach und nach die Verlässlichkeit ihrer eigenen Dokumentationen zerstört – dieser Urkunden, Titel, Register, Hypotheken, Pfandrechte, Bilanzpositionen und anderer Aufzeichnungen darüber, wem was in welchem Umfang gehört und wer die Risiken trägt. 

Welche Bedeutung die Dokumentation von Eigentumsrechten hat
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5 Kommentare zu "Kapitalismus-Debatte: Die Eigentumsrechte sind entscheidend"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Viele Grüße an alle multinationalen Unternehmen aus DE wie Allianz, Siemens und BASF. Es gab schon immer einen Grund, warum die angelsächsischen Länder eure Bilanzierung nach HGB-Recht nicht wollten und euch in andere Bilanzierungsregeln gedrängt haben.

  • auch mein kompliment - so langsam kommen die eigentlichen problem ans tageslicht. weiter so, denn ich will, dass meine kinder in einer sozialen und liberalen marktwirtschaft aufwachsen und nicht in einem derivativen, betrügerischen finanzkapitalismus. und wenn us und uk immer noch nicht zu reformen bereit sind, fordere ich eine haftung für finanzprodukt analog zu der produkthaftung in der realwirtschaft plus ein "neues rapollo" mit russland, china, den ASEAN und natürlich den staaten des nahen und fernen ostens.

  • Sehr guter Artikel, aber warum muß den ein "Hernando de Soto" schreiben?

    GIBT ES BEIM HANDELSBLATT KEINE JOURNALISTEN MEHR?

    Oder reicht es jetzt, dpa Meldungen und Fremdbeiträge zu publizieren?

  • Böse Regulierungen die den freien Markt einschränken kommen auf uns zu. So werden das wohl die Bankster, Piraten und andere Anarchisten sehen...

  • Spitzen-Artikel, klasse Analyse.

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