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Kommentar Die testamentarische Nachfolgeregelung kann zum Bärendienst werden

Nicht jede verfügte Regelung hat auch Gültigkeit, mitunter kollidiert sie mit Gesellschaftsrecht. Wer Probleme vermeiden will, muss gründlich prüfen.
20.01.2020 - 16:12 Uhr Kommentieren
Die vermeintliche Sicherheit kann ein Trugschluss sein. Quelle: dpa
Nachfolgeregelung per Testament

Die vermeintliche Sicherheit kann ein Trugschluss sein.

(Foto: dpa)

Für die meisten Menschen ist es kein Leichtes: die Nachfolge regeln und endlich Klarheit haben, für die Angehörigen im Fall der Fälle und jedenfalls als Beruhigung für einen selbst.

Ein Viertel der Bevölkerung hierzulande regelt die Nachfolge testamentarisch. Was viele Unternehmer dabei nicht bedenken: In der Satzung der Gesellschaft, in der sie Gesellschafter sind, kann es in Sachen Nachfolge bereits Regelungen geben. So beispielsweise die Regelung im Vertrag einer Kommanditgesellschaft (KG), dass nur erben darf, wer eine bestimmte Qualifikation erfüllt. Ein Fall aus dem Leben: Wer nicht Meister des Gebäudereinigerhandwerks ist, kann die Gesellschaftsanteile nicht erben.

Manch einer trägt sich monatelang mit der Gestaltung des Testaments herum. Schließlich ist es vollbracht und das Testament befindet sich in amtlicher Verwahrung. Die Erbfolge fühlt sich vermeintlich sicher an – ein wahrer Trugschluss. Denn ist das Testament nicht mit den erbrechtlichen Regelungen im Gesellschaftsvertrag abgestimmt, beschert der Erblasser seinen Erben mehr Ungemach und Streit, als es ihn ohne das Testament gegeben hätte. Steht nämlich das Testament im Widerspruch zum Gesellschaftsvertrag, geht der Vertrag vor.

Niels George ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie für Steuerrecht in Berlin. Quelle: privat
Niels George

Niels George ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie für Steuerrecht in Berlin.

(Foto: privat)

So zumindest die Regel – die viele Erben nach eingetretenem Erbfall nicht akzeptieren möchten. Je höher die Erbmasse, desto gewillter die Menschen, ihr (gefühltes) Recht streitig durchzusetzen. Wer seinen Lieben tatsächlich etwas Gutes tun möchte, der möge dringend bei der Gestaltung seines Testaments seinen Gesellschaftsvertrag im Blick haben. Sonst erweist man seinen Nachfolgern einen Bärendienst.

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    Auch aus Sicht der Gesellschaft spricht vieles dafür, die Nachfolge zu regeln. Gibt es keine Klarheit, wer tatsächlich Erbe ist, läuft die Gesellschaft Gefahr, die bucklige Verwandtschaft des verstorbenen Mitgesellschafters nun in der Gesellschafterriege begrüßen zu müssen.

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