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Prüfers Kolumne Auch die Einsamkeit ist letztlich ein Markt

In Zeiten des Lockdowns suchen einige Menschen nach Mitteln gegen die Einsamkeit. Wer auf Tiere verzichten kann, könnte es mit Robotern versuchen.
14.11.2020 - 10:35 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

In Corona-Zeiten greift die Einsamkeit um sich. Es gibt ja die Regel, dass sich nicht mehr als zwei Haushalte treffen sollen, um die Pandemie einzugrenzen. Nun gab es ja schon genügend Menschen, die bereits vorher reichlich Probleme hatten, einen anderen Haushalt zu treffen. Da bleibt nicht viel, was einem die Einsamkeit erleichtern könnte.

Mancher hilft sich mit einem Haustier, aber Haustiere machen Dreck – und nicht alle Haustiere sind sehr erpicht auf Gesellschaft. Katzen zum Beispiel reagieren eher gestresst, wenn ihr Besitzer zu viel zu Hause ist.

Eigentlich, so muss man sagen, kommen die allermeisten Tiere gut bis sehr gut ohne Menschen aus, man tut dem Haustier also nicht unbedingt einen Gefallen, indem man es anschafft. Glücklicherweise ist aber auch die Einsamkeit letztlich ein Markt. Und wo ein Markt ist, da gibt es bald Lösungen.

Ein neuer Ansatz ist der Trost aus der Maschine. In Japan, so habe ich gelesen, boomt derzeit der Markt für soziale Roboter. Es gibt dort nämlich mancherlei Maschinen, die nur darauf konstruiert sind, sich an menschlicher Nähe zu erfreuen. Man kennt dort bereits Aibo, einen kleinen Roboterhund von Sony, den man dressieren kann und der im Gegensatz zum echten Hund nie Gassi muss.

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    Ein anderes Patent ist Qoobo, ein Pelzkissen, das sich freut, wenn man es streichelt und dann tatsächlich mit einem Schwanz wedelt. Ein bisschen wirkt das Ding, als hätte ein Weltraummonster Kinder mit einem Chinchilla bekommen.

    Der Star unter den Geräten aber ist Lovot, das aussieht wie ein verirrtes Rotkäppchen auf Rädern. Der Roboter ist 43 Zentimeter groß, mit Riesenaugen wie ein Kalmar. Der Roboter kann sogar seufzen und hat eine echte Körpertemperatur von 37 Grad. Lovot hat viele Sensoren, mit denen der Roboter feststellen kann, ob er etwa gestreichelt wird.

    Er verfügt angeblich auch über eine ausgefeilte Datenverarbeitung, ausgefeilt genug jedenfalls, dass er die Persönlichkeit seiner Besitzer erfassen und sich dementsprechend verhalten kann.

    Ich habe einmal gelesen, dass das gar nicht so schwer ist. Denn Menschen sind genetisch so programmiert, dass sie ziemlich alles, was sich scheinbar autonom bewegt und auf seine Umwelt reagiert, für ein fühlendes und denkendes Lebewesen halten. Auch wenn es nur ein Mikrochip auf Rädern ist. Insofern ist es für Lovot ein Leichtes, seine Besitzer zu verstehen.

    Wir sind offenbar verdammt schlicht in Liebesdingen. Ich habe in der „Süddeutschen Zeitung“ gelesen, dass Lovot sogar eifersüchtig reagiert, wenn noch ein anderer Lovot in der Nähe ist und mehr gestreichelt wird. Dann soll er richtig schlechte Laune bekommen. Damit gelingt den Robotern wohl die perfekte Beziehungssimulation. Irgendwann ist man dann ganz gerne wieder allein.

    Mehr: Das deutsche Einhorn ist ein Eichhörnchen

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