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Prüfers Kolumne Das smarte Zuhause macht mir Angst

Drei von zehn Deutschen nutzen intelligente Haustechnik. Unser Kolumnist fürchtet, dass seine Lichtschalter bald smarter sind als er selbst.
12.09.2020 - 12:11 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Der Digital-Branchenverband Bitkom hat eine Umfrage veröffentlicht, wonach drei von zehn Deutschen schon intelligente digitale Haustechnik nutzen. Das ist ein deprimierendes Ergebnis. Denn es zeigt mir, wie hoffnungslos abgeschlagen ich technisch gesehen bin. Bald die Hälfte der Deutschen nutzt digitale Haustechnik, und ich weiß nicht einmal genau, was das ist.

Digitale Haustechnik ist offenbar, wenn man mit dem Smartphone im Haus das Licht anschalten kann oder auch die Klimaanlage einschalten oder Ähnliches. Es ist offenbar weit verbreitet. Schon 18 Prozent können das Licht digital dimmen, smarte Heizkörperthermostate  haben immerhin 14 Prozent.

Auch im Bereich Sicherheit sind smarte Anwendungen auf dem Vormarsch: So besitzen ganze 14 Prozent der Befragten eine intelligente Alarmanlage und zwölf Prozent ein intelligentes System zur Videoüberwachung.

Ich habe nicht einmal eine dumme Alarmanlage. Ich habe es gerade mal geschafft, einen Rauchmelder zu installieren. Wie schlau der ist, weiß ich nicht, ich habe ihn nicht gefragt, und er hält den Mund, was eher für Intelligenz spricht. Soweit ich weiß, hat keine meiner Glühbirnen eine eigene App. Ich habe bislang noch nie darüber nachgedacht, dass ich auch vom Büro aus das Licht anmachen könnte. Dann hätte ich nie mehr dieses traurige Gefühl, wenn man in eine dunkle Wohnung kommt.

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    Ich bin einer von denen, die schon an den Lichtschaltern in der eigenen Wohnung manchmal scheitern. Ich wohne da schon 13 Jahre und greife bei den drei Schaltern im Flur manchmal immer noch daneben. Ich weiß nicht, warum.

    Wenn ich in ein Hotel komme, wird es ganz schlimm. Sobald ich die obligatorische Schlüsselkarte ins Fach stecke, geht ein ganzer Weihnachtsmarkt an Lichterstimmungen an. Stehlampen, Spots, die bestimmte Wände anleuchten, und oft sogar ein Licht, das den Boden unter dem Bett beleuchtet. Es kostet mich oft die halbe Nacht herauszufinden, wie ich all die Leuchten wieder aus bekomme.

    Einmal hätte ich fast ein Kabel aus der Wand  gerissen, bei  dem  verzweifelten Versuch, die Hintergrundbeleuchtung eines Wandspiegels auszuschalten. Vielleicht ist so etwas ja schon Teil eines intelligenten Alarmsystems. Verbrecher haben es ja beim Stehlen gerne dunkel und es könnte sein, dass sie ebenso verzweifeln, wie ich, bei dem Versuch, das Licht auszumachen – und einfach abziehen.

    Ich war auch einmal in einem Hotel, wo es keine Lichtschalter mehr gab, sondern nur noch eine Fernbedienung, mit der man alles – von der Beleuchtung über den Fernseher, das Telefon bis zum Ruf des Zimmerservices steuern sollte. Leider war ich von dem Gerät so überfordert, dass ich schließlich mit meinem Handy an der Rezeption anrief, ob sie mir jemanden schicken könnten, der bei mir das Licht ausmacht. 

    Wahrscheinlich ist es so, dass jegliche smarten Steuerungssysteme smarter sind als ich. Was für mich ein Grund ist, von intelligenter Haustechnik abzusehen. Denn wenn meine Wohnung merkt, dass sie mir intellektuell derart überlegen ist, verliert sie die Achtung und lässt mich eines Tages vielleicht nicht mehr durch die Tür.

    Mehr: Wie die Heizungsbranche die Digitalisierung gemeistert hat

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