Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Prüfers Kolumne Der ganz normale Wahnsinn beim Wechsel des Mobilfunkanbieters

Sich einen neuen Mobilfunkanbieter auszuwählen, sollte 2019 eigentlich kein Problem mehr sein. Die Realität sieht aber ganz anders aus.
Kommentieren
Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „ZEIT“-Magazins.
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „ZEIT“-Magazins.

Ich war der Meinung, dass mein alter Mobilfunkvertrag zu teuer sei, und rief bei meinem Mobilfunkanbieter an, um den Vertrag zu kündigen und um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Meiner Generation wird ja gerne nachgesagt, sie sei zu unflexibel – bitte sehr, ich nicht.

Ich war einigermaßen verstockt darüber, dass mein alter Mobilfunkbetreiber nicht richtig mit dem Preis runtergehen wollte, um mich zu halten. Der Mann am Servicetelefon sagte nur: „Sie werden es vom ersten Tag an bereuen, gewechselt zu haben.“ Das fand ich reichlich blasiert. Wie konnte man seinen Kunden nur solche Angst machen, nur weil sie im 21. Jahrhundert angekommen sind?

Anbieterhopping ist doch das Normalste heute! It’s 2019, Dude! Ich bestellte meinen neuen Vertrag sofort im Internet, wie man das heute so macht. Mein Mobilfunkanbieter schickte mir eine E-Mail mit der Information, meine neue Karte sei nun zu mir unterwegs. Nachdem sie eine Woche unterwegs zu sein schien, machte ich mir Sorgen. Mein alter Vertrag endete ja und ich brauchte ja eine neue Karte.

Ich rief bei der Servicenummer des Anbieters an. Der Telefoncomputer verlangte, dass ich meine Mobilfunknummer oder Kundennummer angeben sollte. Leider hatte ich weder das eine noch das andere. Ich versuchte es im Kundendialog auf der Website. Leider musste man auch dort seine Kundendaten eintippen. Ich fand keine andere Nummer.

Nun hatte ich Zweifel, ob mein neuer Anbieter überhaupt existierte. Dann fand ich doch eine Nummer, die Nummer der Pressestelle. Da sage jemand noch, Journalisten seien nicht privilegiert. Sie können immerhin noch irgendwo anrufen. In der Pressestelle sagte man mir, die Beratungs-Hotline sei gerade gestört, und versicherte, die Zusendung einer neuen Karte zu veranlassen.

Die neue Karte kam an, aber leider funktionierte sie nicht. Immerhin konnte ich nun meine neue Telefonnummer an der Hotline angeben. An der Hotline war man sehr freundlich und sagte mir, da es eine Ersatzkarte sei, müsse sie erst manuell aktiviert werden. Dies dauere ein paar Stunden. Nach ein paar Stunden war noch immer nichts zu machen, auch am nächsten Tag nicht.

Ich rief wieder bei der Hotline an. Man sagte mir, es gebe ein technisches Problem mit meiner Karte, das ganz und gar unbekannt sei. Gerade könnte man aber nicht einmal die Natur dieses Problems beschreiben, da die zuständigen Kollegen von der Technik gerade nicht da seien. Man habe dieses Problem zum ersten Mal. Das sei ganz und gar neu. Man würde mich in dieser Sache auf den Laufenden halten.

Am nächsten Tag hatte ich eine E-Mail im Postfach. Das technische Problem sei erkannt, die Aktivierung meiner Karte sei nun auf dem Weg. Leider gelinge dies erst in zwei Wochen. Ich rief bei meinem alten Mobilfunkbetreiber an, um zu erfragen, wann man dort gedenke, mir den Saft abzudrehen. Man zeigte sich generös und gewährte mir noch eine kleine Fristverlängerung um zwei Wochen.

Wer mir im Leben noch etwas zu sagen hat, sollte mich bitte in dieser Zeit anrufen. Danach, fürchte ich, bin ich nicht mehr erreichbar.

Mehr: Deutsche telefonieren erstmals lieber über digitale Dienste als übers Festnetz. Betreiber wie Vodafone reduzieren Kosten, indem sie Shops streichen.

Startseite

Mehr zu: Prüfers Kolumne - Der ganz normale Wahnsinn beim Wechsel des Mobilfunkanbieters

0 Kommentare zu "Prüfers Kolumne: Der ganz normale Wahnsinn beim Wechsel des Mobilfunkanbieters"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.