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Prüfers Kolumne Der Quellcode des World Wide Web ist versteigert – doch was tut man damit?

Die Idee der „Non Fungible Token“ öffnet Türen für neue Geschäfte. Aber ist nicht eigentlich das Tolle am Internet, dass Informationen so unendlich teilbar sind?
03.07.2021 - 11:00 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Der Quellcode des World Wide Web ist für umgerechnet 4,5 Millionen Euro versteigert worden. Bei Sotheby's, wie ein Kunstwerk. Der Schöpfer des WWW, Tim Berners-Lee, der das Protokoll des WWW einst am Cern in Genf in die Tastatur getippt hat, hat die Datei in ein sogenanntes „Non Fungible Token“ verwandelt.

So werden Echtheitszertifikate genannt, die eine Datei im Netz zu einem Unikat machen. Man kann sie dann besitzen, wie man einen alten Meister besitzen kann. Das war bei Daten ja bislang ein Problem. Die Kopie einer Datei unterscheidet sich dann in nichts vom scheinbaren Original.

So ein NFT beruht auf der Blockchain-Technologie, was bedeutet, dass es eine Methode ist, mit der man jede Datei in eine Art Bitcoin verwandeln kann. Auf diese Weise wurde schon der allererste Tweet von Twitter-CEO Jack Dorsey zu Geld gemacht, drei Millionen Dollar wurden dafür gezahlt.

Nun wissen wir ja, dass es genügend sehr reiche Menschen gibt, für die es kein großes Ding ist, ein paar Millionen für einen Tweet zu zahlen. Aber was macht man damit dann? Druckt man sich den Tweet aus und hängt ihn sich an die Wand?

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    Oder wie wäre es mit dem Quellcode des WWW? Der ist ja ein bisschen länger. Damit könnte man dann eine Fassade verzieren, oder? Oder schließt man ihn in einen Safe? Speichert man die NFT-Datei auf dem Handy und liest sie manchmal anderen vor?

    Nun kann auch im Netz die gute alte Verknappung losgehen

    Wie dem auch sei – das Konzept öffnet Türen für neue Geschäfte. Wenn man den ersten Tweet und einen Programmcode zu Geld machen kann, funktioniert das wohl auch mit ganz anderen Dingen. Wie wäre es mit dem allerersten Shit-Storm? Vielleicht ließe sich auch die erste Phishing-Mail oder der allererste unverlangt verschickte Newsletter versteigern.

    Ich persönlich würde mich auch für die allererste 404-Fehler-Meldung interessieren. Vielleicht wäre auch die erste Werbung für Penisverlängerungen, die über Facebook zugestellt worden ist, von gewissem Wert.

    Was man sich dabei auch fragen muss: Ist das denn noch im Sinne des WWW, dass sein Quellcode nun verhökert wird? Ist nicht das Tolle am Internet, dass Informationen so unendlich teilbar sind und man alles überall auf der Welt erfahren kann? Haben wir nicht gelernt, dass es eine ganz neue Ökonomie gibt – die „Sharing-Economy“ –, bei der alle mehr davon haben, dass jeder alles besitzen kann?

    Nun haben wir die NFTs, und damit kann auch im Netz die gute alte Verknappung losgehen. Vielleicht werden ja mal alle Dateien als solche echtheitszertifizierten Unikate ausgegeben. Das würde es nur schwermachen, mal schnell das Mailfach auszuräumen. Wie schnell hat man da eine seltene, historische Spam-E-Mail gelöscht, die vielleicht mal etwas wert sein könnte?

    Mehr: Sind das die wilden 20er Jahre, die nach der Pandemie losgehen sollten? Aktuell ist immer alles schon belegt, voll und gerade nicht zu haben, schreibt Tillmann Prüfer.

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