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Prüfers Kolumne Die Ambivalenz des Netzwerkens

Zum Networking muss man geboren sein – oder? Vielleicht hätten ein paar Tipps zur rechten Zeit die ein oder andere Karrierechance mehr eröffnet.
03.10.2020 - 11:36 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Ich bin ein schlechter Networker. Mir war es immer ein Graus, auf derlei Termine zu gehen. Lange wusste ich auch nicht, dass Menschen Kongresse und Konferenzen nicht besuchten, weil sie sich für die dort verhandelten Themen interessieren, sondern um zu networken, also: Leute kennen zu lernen und davon später Vorteile haben. Weil sich Aufträge, Jobs und Kooperationen ergeben könnten. Ich bin dafür nicht geschaffen. Ich lerne zwar ganz gern Menschen kennen, aber ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll.

Ich war auf Partys jemand, der lange in der Ecke stehen und sich mit einer Zigarette beschäftigen konnte. Ich glaube, ich habe ausschließlich angefangen zu rauchen, um etwas in der Hand zu haben, während ich nicht networke. In diesem Sinne hat mir die Erfindung des Smartphones das Leben verlängert. Networker sind Leute, die sich ganz unbefangen flüchtig Bekannten nähern können. Denen sofort ein Gesprächsthema einfällt. Sie können lachen, miteinander lachen. Und sie tauschen Karten und machen anschließend Geschäfte. Ohne mich, der nur auf seinem Handy herumdrückt.

Zurzeit gibt es keine Networking-Events, was mir einerseits sehr zupasskommt. Andererseits entbindet es einem ja nicht von der Notwendigkeit, trotzdem irgendwie zu networken. Nur muss man dies nun irgendwie online bewerkstelligen. Und ich habe in der „New York Times“ in einem Artikel gelesen, wie. Miranda Kalinowski, Facebooks Recruitung-Chefin , hat dort Tipps gegeben.

Man solle sich etwa bei jemandem, den man kennen lernen möchte, melden, via Messenger oder per E-Mail, und dabei auf etwas Bezug nehmen, das man mit demjenigen gemeinsam habe. Das könne etwa ein Blogeintrag sein, der interessant sei. Das sei besser, als direkt mit einer Anfrage ins Haus zu fallen. Dann soll man erklären, was man aus diesem Blogeintrag gelernt habe und dazu eine Frage stellen – die man sich nicht selbst durch eine Google-Suche beantworten kann.

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    Andere Experten empfehlen, wenn man sich digital vorstelle, solle man gleich eine Art „Brand Narrative“ beifügen, eine Art Lebenslauf. Daraus sollte hervorgehen, welchen Wert der Kontakt für den Angesprochenen hat, man muss in gewisser Weise mit der eigenen Person inspirieren. Dann werde er gewiss Lust haben, einem zurückschreiben. Hätte ich die Regeln richtigen Netzwerkens schon zuvor gekannt, wäre es mir bestimmt auch früher leichter gefallen.

    Ich hätte Leute auf einer Konferenz in der Pause darauf angesprochen, dass ich schon etwas im Internet gelesen habe und dazu noch Fragen hätte, die sie mir doch gleich beantworten könnten. Und ihnen dann meinen Lebenslauf in die Hand gedrückt. Das wäre wahrscheinlich ganz von allein inspirierend gewesen.

    Mehr: Entwurzelt im Homeoffice.

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