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Prüfers Kolumne Erst Lockdown, dann Haarausfall und jetzt auch noch Diät

Die Pandemie sorgt für Stress und Bewegungsmangel. Das ist ungesund und verändert den Körper gegen den eigenen Willen. Doch es wird noch unspaßiger.
30.01.2021 - 14:04 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Die Corona-Pandemie, so habe ich gelernt, ist gesundheitsschädlich, auch wenn man gar kein Corona hat. Ich sehe es selbst beim Blick auf die Schrittzähler-App auf meinem Handy. Es gibt Tage, an denen meldet er Bewegungsraten im eher niedrigen dreistelligen Bereich. Die Empfehlungen gehen dabei eher in Richtung zehntausend Schritte.

Im Homeoffice pflegt man sämtliche ungesunden Elemente des Büro-Arbeitslebens weiterhin – Stress und ungesundes Sitzen etwa –, dafür kommt man aber nicht mehr vor die Tür. Man bewegt sich kaum mehr als ein einbalsamierter Pharao in seinem Sarkophag. Ich habe nachgesehen, was die Konsequenzen von Bewegungsmangel sind: Übergewicht, Schwellung der Beine, Krampfadern und Durchblutungsstörungen. Das Risiko, an Diabetes oder an Krebs zu erkranken, steigt dramatisch. Und auch Herzinfarkt, Thrombosen, Bluthochdruck oder Schlaganfall werden wahrscheinlicher. Alles Dinge, die ich eigentlich verhindern möchte.

Das Online-Magazin „The Atlantic“ vermeldete, Studien hätten ergeben, dass der Stress im Homeoffice Haarausfall beschleunigt. Etwas, was ich zusätzlich zu Muskelabbau und Haltungsschäden durch das ganze Gesitze so gar nicht gebrauchen kann.

In der „Welt am Sonntag" habe ich nun gelesen, wie man wieder fit vom Kein-Corona-Kriegen wird. Man soll natürlich Sport machen. Man kann laufen, man Trampolin springen und sich vor dem Bildschirm in Workouts versuchen. Das alles hat gemein, dass es anstrengend ist und der einzige Spaß darin besteht, dass man ein paar Pfunde verliert, die man nicht hätte, müsste man nicht wegen eines verdammten Virus die Wohnung hüten.

Es gibt auch Alternativen für solche Menschen, die nicht so gern Sport treiben. Hier wird eine Diät empfohlen. Besonders effektiv sollen dabei ausgerechnet die furchtbar schmeckenden Diätpulver sein, also Astronautennahrung, nur ohne Raumschiff und Erde von oben. Stattdessen sieht man die Welt aus dem Küchenfenster.

Wenn man dieser Tage eine Überschrift liest wie „Weg mit den Corona-Pfunden!“, dann liest sich das so, als sei Corona ein rauschendes Fest gewesen, bei dem man sich mit Wonne den Bauch vollgeschlagen hat. Dabei hat man ja gar keinen Spaß gehabt, sondern die ödeste Zeit seines Lebens. Wie könnte man diese Zeit noch schlechter machen? Vielleicht, indem man Diät-Schleim in sich hineinlöffelt.

Bis man den so geshapten Body wieder der Umwelt zeigen kann, dauert es wohl noch. Bis dahin sehen die anderen ohnehin nur das, was man während einer Zoom-Konferenz erkennen kann. Haarausfall zum Beispiel.

Mehr: Den Körper hacken, bis er hundert wird.

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