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Prüfers Kolumne Für den Computer ist der Mensch das größte Problem

Wenn ein Mensch es mit einem Computer zu tun bekommt, ist dies während der Homeoffice-Phase für den Computer eine wirklich gefährliche Angelegenheit.
23.04.2020 - 16:05 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Das größte Risiko für die IT-Sicherheit eines Unternehmens ist der Mensch, habe ich gelernt. Menschen sind es, die sich gefährliche Schadsoftware auf den Computer laden, weil sie E-Mails beantworten, in denen ihnen Schnäppchen versprochen werden. Oder die einfach mal ihr Passwort verraten, weil ihnen eine Mail vorgaukelt, ihr Bankkonto sei gesperrt worden und müsste nun wieder entriegelt werden.

Zum größten Risiko für die Sicherheit eines Unternehmens werden die Mitarbeiter offenbar, wenn sie, so wie es nun tausendfach geschieht, ins Homeoffice abwandern. Sie nehmen den Firmenlaptop mit nach Hause und lassen ihn in die Badewanne fallen. Oder sie schleppen ihn in der Aktentasche mit herum, die sie dann im Supermarkt vergessen – mitsamt der sensiblen Daten darauf. Oder sie vernachlässigen die Protokolle und lesen ihre E-Mails über ein öffentliches WLAN und nicht über das geschützte Firmennetzwerk.

Wenn man die Mitarbeiter nur ließe, würden sie die Firma innerhalb von Minuten zerstören. Weshalb es eine Armee von Administratoren braucht, um das Schlimmste zu verhindern. Was wiederum dazu führt, dass IT-Mitarbeiter wie Kindergärtner arbeiten müssen, um zu verhindern, dass der kleine Angestellte irgendeinen Mist baut.

Ich glaube, es gibt keinen sichereren Weg, an der grundsätzlichen Fähigkeit der Menschheit zum Fortbestand zu zweifeln, als die Karriere in einer IT-Abteilung. Es gibt im Internet reichlich Geschichten über dumme User. Oft werden Daten gelöscht, und die Betroffenen sind empört, dass gelöschte Daten tatsächlich weg sind.

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    Aber es gibt auch Anrufer beim Tech-Support, die fürchten, ihr Computer habe sich mit Viren infiziert, weil die ihn mit ungewaschenen Händen angefasst haben. Oder solche, die beklagen, ihr Computer würde die CD-ROM nicht richtig aufnehmen, bis sich herausstellt, dass sie ihn falsch herum aufgestellt haben.

    Man liest von Usern, die einen Screenshot schicken sollen und dann ein Foto ihres Bildschirms in die Post geben. Und auch von Leuten, die auf die Frage nach der IP-Adresse ihre Wohnanschrift nennen. Es gibt auch Anfragen von Usern, die Probleme im Homeoffice haben, weil ihr Hund die Tastatur zerkaut hat. Kurzum, wenn ein Mensch mit einem Computer zu tun bekommt, ist dies für den Computer eine wirklich gefährliche Angelegenheit.

    Man könnte leicht zu dem Schluss kommen, dass die ganze Geschichte einfacher wäre, ginge es auch ohne den Menschen. Die allermeisten Dinge sind ja schon automatisiert – und stets gibt es dann Probleme, wenn der Mensch eingreift. Allerdings haben Roboter auch so ihre Tücken.

    Neulich las ich einen Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“ darüber, wie robotergesteuerte Aktienportfolios in der Coronakrise abgeschmiert sind. Die Robo-Händler, die gemäß Chartanalysen Aktien verkaufen oder zukaufen sollen, hatten zum großen Teil gar nicht gemerkt, dass etwas Außergewöhnliches in der Welt vorgefallen war.

    Mag sein, dass sie also in gewisser Hinsicht noch dümmer als die dümmsten User waren. Oder aber die etwaige Ausrottung des Menschengeschlechts ist für sie eben kein besonderes Ereignis.

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