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Prüfers Kolumne Ist es wirklich unmöglich, sein Amazon-Konto zu kündigen?

Internetdienste machen es einem bewusst schwer, seine Mitgliedschaft wieder loszuwerden. Manchmal muss man sich mit aller Kraft wehren.
16.01.2020 - 16:01 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Ich habe von sogenannten Dark Patterns im Internet gehört. Von dunklen Mustern. Ein Dark Pattern ist es etwa, wenn man zwar ganz leicht irgendwo Mitglied wird, es aber sehr schwer ist, die Mitgliedschaft wieder loszuwerden.

Eines der dunkelsten Muster des Internets soll auf der Homepage von Amazon zu finden sein, oder vielmehr nicht zu finden sein. Es ist nämlich angeblich schier unmöglich, das eigene Amazon-Konto zu löschen. Auf der Amazon-Website wird es nicht angeboten. Ich habe überlegt, ob ich eigentlich einen Ex-Amazon-Kunden kenne. Mir ist keiner eingefallen.

Dark Patterns sind auch im Spiel, wenn auf einer Seite für Hotelbuchungen steht: „Drei Leute sehen sich auch gerade dieses Angebot an.“ Oder „Nur noch ein Zimmer zu diesem Preis!“ Diese Information, ob wahr oder nicht, hat nur einen Zweck: den Druck zu erhöhen. Denn wenn andere sich auch gerade für dieses allerletzte Zimmer interessieren, dann ist es vielleicht gleich weg. Dann muss man schnell zuschlagen und darf nicht lange überlegen

Ein anderer Trick ist es, Dinge in den Warenkorb zu zaubern, die man gar nicht haben wollte. Man hätte irgendeine Box nicht klicken dürfen oder aber klicken müssen – schon ist man drauf und dran, etwas zu kaufen, was man gar nicht braucht.

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    Manchmal muss man sich gegen Angebote mit aller Kraft wehren. Dann möchte einem ein Reiseveranstalter eine Versicherung verkaufen – und wenn man die nicht haben möchte, muss man anklicken: „Nein, ich nehme das Risiko auf mich.“

    Das ließe sich ewig weiterspinnen. Etwa: „Nein, auch im Falle eines unvorhergesehenen Reiseausfalls möchte ich alle Kosten selbst tragen.“ Oder aber: „Nein, in vollem Bewusstsein, dass alle Kosten im nicht unwahrscheinlichen Falle, dass ich die Reise nicht antreten kann, ungebremst auf mich zukommen und mich möglicherweise ruinieren. Ich bin mir des großen Risikos bewusst und bestätige, dass ich im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte bin.“

    Die Folge all dieser dunklen Muster ist, dass wir zwar einerseits im Internet alle möglichen Vergleichsmöglichkeiten haben, uns aber trotzdem stets in die Richtung drängen lassen, die man für uns vorgesehen hat.

    Ich hatte nun den Ehrgeiz, der erste Mensch in meinem Bekanntenkreis zu werden, der bei Amazon kündigt. Das geht offenbar so: Man muss nur auf der Amazon-Seite auf „Help“ klicken, dann klickt man sich so lange durch, bis einem angeboten wird, mit einem Mitarbeiter zu sprechen.

    Das habe ich getan. Der Mitarbeiter, der sich im Chat meldete, hieß Prince. Ich fragte Prince, wie ich kündigen könne. Prince schickte mir einen Link und bat mich, auf der sich öffnenden Seite „Prime und Sonstiges“ anzuklicken, dann im erscheinenden Pull-down-Menü die Option „Datenschutzauskunft“ zu wählen.

    Es erschien ein neues Pull-down-Menü, auf dem ich den Punkt „persönliche Daten löschen/Konto schließen“ wählen konnte. Dann schließlich, ich war fast am Ziel, öffnete sich eine Maske, und ich bekam die Möglichkeit, eine E-Mail zu schreiben. In dieser sollte man um die Kontoschließung bitten. Das war ja einfacher als gedacht.

    Mehr: Hohe Zinsen waren historisch gesehen immer ein Zeichen für Umbrüche und Kriege. Da ist die derzeitige Lage eigentlich ein gutes Zeichen.

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