Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Prüfers Kolumne Lächeln oder nicht – das ist eine heikle Frage

Wer auf Fotos lächelt, der hat laut Studien schlechtere Chancen beim Dating und wird älter eingeschätzt. Doch es gibt auch Argumente für das Lächeln.
19.12.2020 - 12:29 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Wie viel und wann sollte man lächeln? Eigentlich meint man ja, dass ein Lächeln überall hilft; im Job, im Alltag und in der Liebe. Vor zehn Jahren sorgte eine Untersuchung der Online-Dating-Plattform Ok Cupid für Aufregung. Demnach sollte man auf einem Profilbild auf einer Dating-Plattform besser nicht lächeln, weil letztlich die Teilnehmer die besseren Chancen hätten, die ein ernstes Gesicht machten.

Allein diese eine Veröffentlichung hat offenbar für zehn Jahre trübe Blicke bei Portalen von Tinder bis Parship gesorgt. Mittlerweile haben neuere Untersuchungen ergeben, dass Lächeln bei Partnersuchfotos doch nicht schadet. Dass es viel nützt, konnte leider trotzdem nicht nachgewiesen werden.

Wenn man keinen Partner für das Leben sucht, sondern einen Job, dann kommt man mit einem Lächeln auf dem Bewerbungsfoto nach Meinung vieler Personalberater weiter. Wohlgemerkt mit einem natürlichen Lächeln.

Kulturell hingegen hängt allerlei davon ab, ob gelächelt wird oder nicht. Vor einigen Jahren konnten Forscherinnen der Universität Wisconsin in Madison belegen, dass die Migrationsgeschichte eines Landes maßgeblich dafür ist, wie leicht dieses Lächeln seinen Bewohnern im Alltag fällt. Wenn man Fremden gemeinhin mit einem Lächeln begegne, erleichtere dies, dass man einander vertraue und bereit sei, Ressourcen miteinander zu teilen.

Länder, die über eine sehr heterogene Kultur verfügten, hätten auch eine Kultur des Lächelns. In anderen Ländern werde öffentliche Freundlichkeit eher gering geschätzt – und Lächeln sei eher eine Förmlichkeit, etwa wenn Untergebene ihren Vorgesetzten zustimmen müssen.

Neulich hat das Lächeln schon wieder Kritiker bekommen. Denn im Fachblatt „Psychonomic Bulletin & Review“ wurde eine Studie veröffentlicht, die belegte, dass Menschen auf Bildern, auf denen sie lächeln, gemeinhin einige Jahre älter geschätzt werden. Das Problem scheint zu sein, dass sich beim Lächeln der Menschen die Wangen nach oben schieben und deswegen die Partie unter den Augen zusammendrücken. Es bilden sich Augenfalten.

Nun können ein paar Jahre bei einer Bewerbung schon den Ausschlag geben. Schließlich möchte man ja heute allenthalben möglichst jugendlich erscheinen, da zahlt man für ein Lächeln also mitunter einen hohen Preis. Denn würde man als Personaler lieber den ernst-konzentrierten Karrieristen einstellen oder den freundlichen Opa?

Allerdings hat die Studie auch herausgefunden: Versuchen Probanden, das Alter eines erinnerten Gesichts zu schätzen, dann werden die Lächler jünger geschätzt als die Nicht-Lächler. Was bedeutet: Auch wenn man den Job nicht bekommt, man bleibt in guter Erinnerung.

Mehr: Bald könnten Computer Menschen einstellen

Startseite
Mehr zu: Prüfers Kolumne - Lächeln oder nicht – das ist eine heikle Frage
0 Kommentare zu "Prüfers Kolumne: Lächeln oder nicht – das ist eine heikle Frage"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%