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Prüfers Kolumne Werbung auf Instagram erscheint ungefährlich – auf den ersten Blick

Anzeigen in den sozialen Medien verleiten Nutzer schnell zum Shopping im Netz. Die Einkäufe sind aber häufig unnötige Produkte aus China.
04.06.2020 - 20:43 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Ich habe festgestellt, dass ich anfällig für Werbung auf Instagram bin. Ich kaufe sonst eigentlich selten Sachen, nur weil ich sie in der Werbung sehe. Ich würde mir niemals ein Auto anschaffen, weil ich es im Fernsehen gesehen habe. Die Welt der Werbung ist eben immer viel schöner, bunter und besser frisiert als die meine. Ich sehe dort immer Menschen, die besser aussehen als ich und offenbar wohlhabender sind als ich.

Mich spricht das nicht an. Ich nehme dann an, dass Werbung für solche Leute geschaltet wird, aber nicht für mich. Überhaupt ging ich davon aus, dass eher einfach gestrickte, naive Menschen das Publikum für Werbeanzeigen sind. Wer kauft schon etwas, nur weil man ihm Bilder davon zeigt?

In meinem Instagram-Feed aber wurde zum Beispiel Werbung für einen Laser gemacht. Nicht so einen einfachen Laserpointer, sondern ein Laser mit einem wirklich potenten Strahl. Ich sah in der Werbung, wie jemand mit diesem Laser Streichhölzer entzündete. Dann wurde mit dem Laser etwas Stroh in Brand gesetzt. Und schließlich ließ der Laser einen Wasserballon platzen. Ich habe noch nie so einen Laser gesehen, das erschien mir neu.

Eigentlich bin ich nicht der Typ, der einfach so ein technisches Gerät kauft. Allerdings sah ich die Anzeige für diesen Laser immer wieder. Es war schon erstaunlich, wie viel Werbung dafür gemacht wurde.

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    Neulich habe ich gelesen, dass der Mutterkonzern Facebook künftig aus Instagram eine richtige Shoppingmeile machen möchte. Man soll dort einen kompletten Shop betreiben können. Man soll sogar unter Umständen den ganzen Verkauf über Instagram abwickeln können. Auch Live-Verkäufe wie beim Teleshopping sind geplant. Dank Corona rechnet man mit noch mehr Interesse. Schließlich ist Instagram-Shopping ja viel ungefährlicher, als in echten Geschäften unterwegs zu sein.

    Und es gibt ja bei Instagram viel aufregendere Sachen. Ich habe dort auch immer wieder Werbung für einen sogenannten „Fishing Magnet“ gesehen. Ich sah Videos, wie jemand mit einem extra starken Magneten an einer Schnur ganze Batzen von Münzen aus einem Tümpel fischte. Völlig begeistert bestellte ich sofort diesen Magneten, mit dem man Schätze finden kann, und gleich danach den Superlaser, mit dem man die Welt in Brand zu setzen vermag.

    Einige Wochen später kam tatsächlich ein kleines Päckchen aus China. Ich konnte es nicht gleich zuordnen, aber offenbar enthielt es meinen Magneten. Er war nur so groß wie eine Zwei-Euro-Münze und offenbar gar nicht für die Schatzsuche gemacht. Ich hatte ihn aus der Instagram-Werbung größer in Erinnerung. Aber ich fand die Werbung nicht mehr, nachdem ich das Teil bestellt hatte, wurde sie mir nicht mehr zugestellt.

    Der Laser kam erst sehr viel später. Leider ohne Batterie. Ich ging damit in ein Elektrogeschäft, dort sagte man mir, ich sei ja wohl verrückt, mit so einem Gerät anzukommen, das sei hochgefährlich, damit könne ich mir oder jemand anderem ein Auge ausbrennen.

    Der Laser liegt nun bei mir herum, neben dem Mini-Magneten. Aber ich bin schon dabei, einen Zimmerbrunnen zu beobachten, der gleichzeitig geheimnisvollen Nebel verteilt. Der scheint mir vielversprechend.

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