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Gastbeitrag – Homo oeconomicus Bidens Ausgabenpaket soll auch Strukturbrüche abmildern

Das gewaltige US-Ausgabenprogramm stabilisiert die Nachfrage und hilft Haushalten und Kommunen, die langfristigen Umwälzungen durch die Pandemie zu bewältigen, meint Sumru Altug.
03.03.2021 - 16:59 Uhr Kommentieren
Sumru Altug ist Ökonomieprofessorin an der American University of Beirut im Libanon.
Die Autorin

Sumru Altug ist Ökonomieprofessorin an der American University of Beirut im Libanon.

Die wichtigste Initiative von US-Präsident Joe Biden, um die Wirtschaft seines Landes wieder auf einen Wachstumspfad zu bringen, ist sein 1,9 Billionen Dollar schwerer Ausgabenplan. Er sieht Direktzahlungen von 1400 Dollar an Einzelpersonen mit einem Einkommen bis 75.000 Dollar vor, Paare sollen das Doppelte erhalten.

Das zusätzliche Arbeitslosengeld soll von 300 auf 400 Dollar pro Woche aufgestockt werden. Bidens Plan stellt auch 350 Milliarden Dollar an Hilfen für Bundesstaaten und Kommunen bereit, um Einnahmelücken aufgrund der Pandemie zu schließen.

Befürworter wie Kritiker des Plans haben dessen Vor- und Nachteile wie bei einem traditionellen Konjunkturprogramm diskutiert.
Aber ist die Covid-19-Krise wirklich ein vorübergehender Nachfrageeinbruch, der die Wirtschaft von Wachstum und Vollbeschäftigung abgebracht hat?

Tatsächlich deutet einiges darauf hin, dass die Pandemie dauerhafte Auswirkungen haben wird. Dazu zählt die potenzielle Schrumpfung und Umstrukturierung vieler Wirtschaftszweige, von traditionellen Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften bis hin zu Restaurants und dem Gastgewerbe.

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    Dazu zählt ebenso eine zunehmende Präferenz der Arbeitgeber für Homeoffice und die damit einhergehende Senkung des Werts von Gewerbeimmobilien. Dazu gehört auch der Aufschwung der Online-Bildung, teilweise in Konkurrenz zu den von traditionellen Hochschulen angebotenen Bildungsdienstleistungen, um nur einige zu nennen.

    Strukturelle Veränderungen

    All diese Faktoren deuten darauf hin, dass die Pandemie die Eigenschaft eines strukturellen Schocks für die Weltwirtschaft hat. Diese Eigenschaft allein kann das riesige Ausmaß des Biden-Ausgabenplans erklären.

    Der Ursprung der Pandemie weist ebenfalls auf ihren strukturellen Charakter hin. Sie entstand nicht als eine einmalige, zufällige Ausbreitung eines seltenen Virus. Sie scheint die Reaktion auf die immer größer werdende Nähe von Tieren und Menschen und die Umweltzerstörung zu sein, die durch die zunehmende Verstädterung und die Ausbreitung menschlicher Aktivitäten verursacht wird.

    So gesehen scheint es klar zu sein, dass weitere Billionen Dollar benötigt werden, um die Auswirkungen der Pandemie in Bezug auf das zu überwinden, was Ökonomen traditionell als strukturelle Veränderungen betrachten. Vielleicht haben diejenigen, die den Biden-Plan entworfen haben, diese zukünftigen Veränderungen erkannt und haben im Sinn, den Übergang zu einem wirtschaftlichen Paradigmenwechsel abzufedern, ohne dies jedoch explizit deutlich zu machen.

    Ein Paket dieser Größenordnung kann dazu beitragen, die Wirtschaft kurzfristig zu stabilisieren, indem es Haushalte mit geringem Einkommen sowie Arbeitslose unterstützt. Bessergestellten Haushalten und Kommunen werden die zusätzlichen Mittel eine Umschichtung ihrer Aktivitäten ermöglichen, um die Auswirkungen eines dauerhaften Schocks dieser Form besser zu verkraften.
    Mehr: Nobelpreisträger Stiglitz: „Das reicht bei Weitem nicht“ – Kommt ein zweites Konjunkturpaket?

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